Fussball-Kreisklasse 2 Schweinfurt

Fahr setzt auf sein Nothelfer-Duo

Der abstiegsbedrohte Kreisklassist vertraut auf zwei Altbekannte als Trainer. Und Sportleiter Krapf erklärt, warum sich der Verein von Michael Weber getrennt hat.
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Manfred Linke
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Manfred Linke und Roland König sind Männer, auf die der FC Fahr gerne zurück greift. Beide führten die Fußballer bereits als Spielertrainer an, sie halfen und helfen sogar noch auf dem Platz aus, wenn Not am Mann ist. Und eben auf der Trainerbank, denn da gab es kürzlich wieder einen Platz beim Kreisklassen-Schlusslicht zu besetzen. Der Verein hat , wie bereits berichtet, Ende September Spielertrainer Michael Weber freigestellt.

Das spärliche Ergebnis bis dahin mit nur einem Punkt am ersten Spieltag beim 3:3 gegen Castell, dann sieben Niederlagen in Folge, sei das eine gewesen, meint Fahrs Sportleiter Michael Krapf. Bereits zuvor habe die Mannschaft um ein Gespräch mit ihm gebeten, so Krapf. Umstellungen wurden gewünscht, auch weil die vor der Runde eingeführte Viererkette nicht so recht funktionierte. Die Vorschläge wurden Spielertrainer Weber zugetragen.

Bei der folgenden 1:6-Pleite gegen Stadelschwarzach entschied sich dieser, das Spiel seiner Elf mal von außen anzusehen. Das sei legitim, meint Krapf „Wir hatten in der Abwehr umgestellt. Im Spiel verletzten sich zwei Spieler, sie konnten nicht weiter machen. Weber wechselte sich nicht ein, was er mir später begründete. Der Mannschaft stieß das aber auf“, schildert es Krapf. In einer internen Sitzung wenige Tage später habe schließlich keiner mehr für den Trainer votiert. Der Verein zog die Reißleine, „bevor vielleicht noch Spieler abhauen“, so Krapf.

Denn das Personal ist diese Runde sowieso recht dünn gesät beim Klub aus dem rund 650 Einwohner zählenden Stadtteil Volkachs. Im Sommer verhinderte der FC in der Relegation gerade so den Abstieg. Kapitän Simon Pfrang verkündete dann seinen Rückzug aus beruflichen Gründen. Mit Patrick Leibold wechselte ein Leistungsträger kurzfristig nach Unterspiesheim. Dazu ist mit Tim Seifert ein anderer wichtiger Akteur kaum einsetzbar.

„Bei uns zählt halt jeder Mann. Wir hatten dann auch noch Verletzte. Das konnten wir nicht auffangen“, gibt Krapf zu. Das Ganze nur mit jungen Kräften aus der Jugend aufzufangen, sei eben schwierig. „Sie sind bemüht, das sind gute Jungs, aber sie brauchen noch etwas Zeit“, so der Sportleiter. Der eine oder andere talentierte Kicker aus der U19 werde zwar mittlerweile eingesetzt, „aber wir wollen sie nicht verheizen. Sie sollen in erster Linie Jugend spielen“, nennt Krapf die Prämisse.

Mit Roland König und Manfred Linke wurden beim FC nun die beiden quasi befördert, die eigentlich die A-Jugend der SG Volkach trainieren. Zu dieser Spielgemeinschaft gehört der Nachwuchs des FC Fahr. „Roland und Manni haben sich bereit erklärt, die Herren bis auf weiteres als Interimslösung mit zu betreuen. Ihr zeitlicher Aufwand ist jetzt natürlich groß“, weiß der Sportleiter.

Er ist froh, dass sich die zwei als Trainer zur Verfügung stellten. Beide wüssten, wie sie die Jungs anpacken müssen. „Sie haben eine andere Ansprache an die Mannschaft, kennen die Stärken und Schwächen der einzelnen“, weiß Krapf.

Im Training herrsche wieder mehr Zug. Erste Früchte habe er bereits beim 2:2 kürzlich im Derby gegen den VfL Volkach gesehen. „Das war ein wichtiger Schritt, wir haben gemerkt, wir können mithalten.“ Gerade jetzt stehen die wichtigen Spiele an für den FC Fahr, um den Anschluss ans Feld zu finden. Mit Wiesentheid II, Lindach und Castell hat der Verein nun die Tabellennachbarn zum Gegner.

Dran bleiben und in der Rückrunde möglichst noch einmal angreifen, das wäre das Ziel. Beim Thema Trainer schauen sich die Fahrer derzeit auch um. Ein Spielertrainer steht auf der Wunschliste, doch das sei während der Runde natürlich schwierig, weiß Krapf. Ergebe sich nichts Vernünftiges, werde man beim FC eventuell noch länger warten. „Wir sind nicht unbedingt unter Zugzwang.“ Vielleicht mache das Nothelfer-Duo König und Linke bis zum Rundenende weiter und schafft den Klassenerhalt. Das wäre es. Wenn nicht, wird sich die Fußball-Welt in Fahr weiter drehen. „Dann müssen wir eben den Weg in die A-Klasse gehen. Das mussten Volkach und Nordheim in den letzten Jahren auch schon“, verweist Krapf auf die Nachbarn. Am liebsten würde er sich diesen Umweg aber natürlich sparen.

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