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FUSSBALL: LANDESLIGA

FC Geesdorf tut zu wenig für sein Glück

Zum zweiten Mal in Folge scheitert der FC an einem geschickt sich verteidigenden Gegner. Doch Trainer Jannik Feidel hakt das 0:2 als „jugendliche Leistungsschwankung“ ab
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Der Geesdorfer Tresor Mbala (rechts) klärt den Ball vor Euerbachs David Thomas. Foto: Alexander Rausch

Frustriert stapfte Jannik Feidel in die Kabine. So gar nicht hatte dem Trainer des FC Geesdorf gefallen, was die Seinen da am Samstag beim 0:2 (0:1) gegen den SV Euerbach/Kützberg gezeigt hatten. Einen schwachen Tag hatten sie erwischt, an dem es ihnen vor allem an der nötigen Einstellung und an Esprit mangelte, gegen defensiv kompakte Euerbacher und Kützberger erfolgreich zu sein. „Ich habe nur wenig von dem gesehen, was wir für ein solches Spiel brauchen“, sagte der Spielertrainer, dessen Team nach dem 1:3 zuletzt in Rimpar zum zweiten Mal nacheinander gegen einen auf Verteidigung bedachten Gegner verlor – nach zuvor zehn ungeschlagenen Partien in Folge.

Dabei bemängelte er vor allem die Einstellung seiner jungen Elf gegen die defensiv kompakten und in den Zweikämpfen sehr robusten Gäste. „Die Jungs haben wohl gedacht, dass wir gegen einen tief stehenden Gegner einen Schritt weniger und langsamer machen können. Das funktioniert in dieser Liga einfach nicht“, so Feidel.

Torjäger Vincent Held trifft nicht mehr

Dabei hätten die Seinen trotz keineswegs guter Anfangsphase, in der die Gäste schon manch gute Kontergelegenheit ohne Abschluss hatten verstreichen lassen, in Führung ziehen müssen. Aber dem in den ersten Saisonspielen noch so treffsicheren Vincent Held fehlte das Quäntchen Abschlussglück. Zweimal kam er frei zum Schuss, zweimal ging das Leder knapp vorbei. Es waren die einzigen Momente, in denen Euerbachs souveräne Abwehr nicht im Bilde war. Ansonsten konnten die Geesdorfer mit ihrem deutlichen Mehr an Ballbesitz wenig anfangen.

Ibrima Saine fehlte der Platz, um seine Schnelligkeit auszuspielen. Held war abgemeldet, ebenso wie Luca Fischer. Auch der in den vergangenen Wochen so auffällige Niclas Staudt war kaum zu sehen. Euerbach/Kützberg hatte die Geesdorfer Offensive konsequent aus dem Spiel genommen, zeigte kaum Lücken und eroberte immer wieder den Ball.

Ein Elfmeter beschert Euerbach die Führung

Einer dieser Ballgewinne mündete in die Situation, in der Dominik Kober im Strafraum zu ungestüm gegen Osama Alawani zu Werke ging. Den Elfmeter verwandelte Mirza Mekic sicher. Es blieb zwar der einzige Angriff mit zwingendem Abschluss, allerdings hatte dieser die nicht unverdiente Führung für die Gäste gebracht.

Und die bauten sie kurz nach dem Seitenwechsel aus. Nach einer kurz ausgeführten Ecke flankte Edisan Berisha auf den völlig frei stehenden Osama Alawani. Der musste den Ball nur einnicken – eine Situation, die sinnbildlich war für die gesamte Partie. Denn auch nach der Halbzeit und einer deutlicher wie lauten Ansprache Feidels waren die Gäste zielstrebiger und konsequenter in ihren Aktionen.

Mit der Effizienz der ersten 50 Minuten wäre gar ein höherer Sieg möglich gewesen. Doch Nikos Bude vergab so kläglich wie der umtriebige Yasir Aldijawi. So besaßen die Gastgeber in ihrer besten Phase gar noch gute Möglichkeiten, ins Spiel zurückzukommen.

Ein Debütant bringt noch einmal Schwung 

Denn mit dem eingewechselten Rene Rottendorf, der sein Debüt im Geesdorfer Trikot feierte, kam neuer Schwung. Nach Vincent Helds Freistoß vergaben erst Tresor Mbala und dann Simon Weiglein freistehend. Auch Held selbst und Jannik Feidel scheiterten am starken Irnes Husic. Und Ibrima Saine köpfte knapp vorbei.

„Natürlich hatten wir nicht das nötige Abschlussglück“, sagte Feidel. „Aber Glück muss man sich auch erarbeiten – und das haben wir nicht.“ Sein Team hatte die einzigen Schwächemomente der Gäste nach Seitenwechsel erneut ungenutzt gelassen. Danach waren die Schützlinge Ulli Baumanns wieder Herr der Lage, kamen erneut zweimal gefährlich, aber erfolglos zum Abschluss.

Die Punkte nahmen sie denn auch verdientermaßen mit. „Sie haben zurecht gewonnen. Wir hatten auf zu vielen Positionen keinen guten Tag“, sagte Jannik Feidel. Die Partie und die erneute Niederlage hakte der ebenfalls erst 24-jährige Trainer unter der Rubrik „jugendliche Leistungsschwankung“ ab. Diese hatte gegen die erfahrenen Euerbacher zur falschen Zeit ins Negative ausgeschlagen.

Die Statistik des Spiels
Geesdorf: Holzmann – Konrad, Lehrmann (8. Hahn), Kober, Mbala, Fischer (60. Rottendorf), Simon Weiglein, Jannik Feidel, Staudt, Saine, Held (74. Reuß).
Euerbach/Kützberg: Husic – Spahija, Hiltl, Alawami (90. Dünninger), Popa, Helfrich, Mekic, Thomas, Berisha, Bude (88. Weiß), Aldijawi.
Schiedsrichter: Christoph Stühler (Oesdorf). Zuschauer: 200. Tore: 0:1 Mirza Mekic, (27., Foulelfmeter), 0:2 Osama Alawami (48.).

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