Der Anfang war deutlich holpriger, als es der glatte 9:2-Erfolg vermuten ließe, aber letztlich wohnte diesem Anfang doch ein Zauber inne. Denn erstmals in dieser Saison steht der TV Etwashausen an der Tabellenspitze der Tischtennis-Landesliga. Es ist ein Signal auch an den schärfsten Konkurrenten, die TS Arzberg, die in knapp zwei Wochen in der Kitzinger Florian-Geyer-Halle aufkreuzen wird: zur vielleicht schon entscheidenden Partie um den Titel.

„Arzberg ist und bleibt Favorit“, sagt der Etwashäuser Torsten Küster, aber natürlich nehme man die unverhoffte Chance an, nun um die Meisterschaft zu spielen. „Der Abstand zu den Verfolgern ist mittlerweile so groß“, sagte Küster nach dem Sieg am Samstag gegen Versbachs Reserve, „dass uns nichts anderes übrig bleibt, als die ersten zwei Plätze anzugreifen.“

Die verlockende Aussicht beflügelt die Mannschaft von Spiel zu Spiel. In der ersten Partie dieses Jahres reichte die Begeisterung, um sich eines hartnäckigen, aber technisch nicht allzu hochklassigen Gegners zu erwehren. Versbach breitete sein kämpferisches Potenzial aus – und erfreute sich diebisch daran, die noch nicht wieder in alter Frische auftretenden Etwashäuser ins Schwimmen zu bringen. „Wir mussten ordentlich strampeln“, gab Küster zu.

Viermal zwangen die vom Abstieg bedrohten Versbacher ihren Gegner in den fünften Satz – einen Sieg rangen sie ihm dabei nicht ab. „Wenn es eng wurde“, teilte Küster mit, „waren wir einen Tick stärker.“ Nervenstärke bewies Christoph Sasse, der sein Einzel nach zwei verlorenen Sätzen noch umbog. So verbuchte der Gast am Ende nur zwei Achtungserfolge: einmal im Doppel gegen die experimentelle Kombination Torsten Küster/Bastian Herbert, einmal im Einzel gegen Felix Günzel. Es blieben die einzigen zwei Schönheitsfehler in einer Bilanz, die den TVE nach ganz oben trug.

Höher als bis zum Gipfel geht es nicht. Nun muss sich die Mannschaft gegen Angriffe von allen Seiten verteidigen: als Erstes gegen den aus Arzberg in zwei Wochen, zu ungewohnter Stunde am Samstagnachmittag. Küster vertraut dabei auf „Heimkulisse und Jugendkraft“, zwei Faktoren, mit denen die Etwashäuser schon in der Hinrunde manchen ihrer Gegner in die Flucht schlugen.

Das Spiel in der Statistik

TV Etwashausen – SB Versbach II 9:2 (29:17 Sätze)

Bozek/Günzel – Kilian/Panzer 11:3, 11:7, 11:4

Küster/Herbert – Schwartz/Derra 11:9, 3:11, 14:16, 10:12

Sasse/Röder – Aliezadeh-Asl/Kunkel 7:11, 11:9, 10:12, 11:2, 11:9

Bozek – Derra 11:7, 11:8, 11:9

Günzel – Schwartz 6:11, 11:4, 8:11, 7:11

Küster – Aliezadeh 8:11, 11:8, 11:7, 6:11, 11:2

Herbert – Kilian 5:11, 13:11, 11:9, 11:7

Sasse – Panzer 9:11, 10:12, 11:5, 11:8, 11:4

Röder – Kunkel 11:7, 11:13, 14:16, 11:5, 11:6

Bozek – Schwartz 11:7, 13:15, 12:10, 11:2

Günzel – Derra 12:14, 11:1, 11:8, 11:7

Landesliga Nordwest Männer
 
Viktoria Wombach – DJK Effeltrich II 9:7  
FC Hösbach – DJK Effeltrich II 4:9  
TV Etwashausen – SB Versbach II 9:2  
TSV Untersiemau – TTV Altenkunstadt 7:9  
 
1. (2.) TV Etwashausen 10 9 0 1 84 : 39 18 : 2  
2. (1.) TS Arzberg 10 9 0 1 88 : 45 18 : 2  
3. (4.) TTV Altenkunstadt 11 7 0 4 81 : 79 14 : 8  
4. (3.) DJK Effeltrich II 12 6 2 4 89 : 79 14 : 10  
5. (5.) TTC Tiefenlauter II 10 4 2 4 67 : 67 10 : 10  
6. (6.) TSV Untersiemau 10 4 1 5 76 : 67 9 : 11  
7. (7.) FC Hösbach 10 3 1 6 61 : 79 7 : 13  
8. (8.) TSV Waigolshausen 9 2 1 6 60 : 69 5 : 13  
9. (9.) SB Versbach II 11 2 1 8 50 : 90 5 : 17  
10. (10.) Viktoria Wombach 11 2 0 9 48 : 90 4 : 18