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Erst der Wechsel dreht das Spiel

Eine Halbzeit lang boten die Volkacher dem Tabellenführer Paroli. Dann setzte sich Gerolzhofen klar durch. Aber auch für den Verlierer gab es eine gute Nachricht.
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Christoph Herbig (FC Gerolzhofen, rechts) kann dem Volkacher Torschützen Julius Ströhlein in dieser Szene nur nachschauen.

Auch im sechsten Spiel ließ sich der FC Gerolzhofen nicht vom Erfolgsweg abbringen. Im Lokalderby gegen den VfL Volkach setzten sich die Hausherren im Steigerwald-Stadion mit 4:1 (0:0) durch und feierten dabei ihren sechsten Sieg.

Für FC-Trainer Fabian Weingärtner könnte das so weitergehen: „Uns war bewusst, dass wir einen starken Kader haben. Wir haben auch nie einen Hehl daraus, dass wir ganz vorne mitspielen wollen“, sagte der Torhüter nach dem erfolgreichen Aufeinandertreffen mit seinem früheren Verein. Bei Gerolzhofen fehlte zwar der verhinderte Spielertrainer Julian Göbel, den Weingärtner vertrat, ansonsten hatten die Gastgeber ihren Kader vollständig beisammen, wobei der genesene Angreifer Daniel Herzog als Alternative wieder zur Verfügung stand.

Mit einem Sieg gegen Sömmersdorf hatten die mit vier Niederlagen gestarteten Volkacher zuletzt einen Erfolg verzeichnet. Für das Spiel in Gerolzhofen übernahm Norbert Feidel, zugleich NLZ-Leiter in Schweinfurt, die Mannschaft. Die letzten vier Trainingseinheiten hatte der Escherndorfer geleitet. „Ich habe in diesen zwei Wochen gar nicht alle Spieler gesehen, deswegen musste ich mich teilweise auf Felix Weißenseels Einschätzung verlassen“, sagte der 46-Jährige. In der kurzen Zeit versuchte Feidel den Spielern einige taktische Grundlagen mitzugeben.

Diese umzusetzen, Abstände in der Viererkette zu halten und einen Sechser als Abräumer vor der defensiven Reihe zu haben, gelang den Volkachern bis zum Seitenwechsel beachtlich gut. Zwar bestimmte Gerolzhofen mit mehr Ballbesitz das Geschehen, doch Chancen entstanden daraus nicht. „Wir wollten kompakt stehen. Das haben wir in der ersten Halbzeit gut umsetzt“, urteilte Feidel. Weingärtner sah es genauso: „Wir versuchten die Bälle schnell und direkt nach vorne zu bringen. Aber der letzte Pass kam nicht an, da sie gut verschoben und verteidigt haben.“

Mit Standards näherten sich die Hausherren dem gegnerischen Tor zwar an, doch kam auch in diesen Situationen keine dringende Gefahr auf. Gegen einen aufgerückten Gegner setzte Volkach zweimal zum Konter an. Das eine Mal stoppte Gerolzhofens Abwehrspieler Florian Scharf den Vorstoß des pfeilschnellen Julius Ströhleins an der Strafraumgrenze mit einem Foul und sah zurecht die gelbe Karte, das andere Mal kreuzten sich die Laufwege von Volkachs Richard Konrad und Jonas Göbel, doch der Einsatz Göbels am Gegner blieb ohne Folgen.

Mit zwei Wechseln zur Halbzeit wollte Weingärtner das Gerolzhöfer Spiel beleben. Johannes Lurz für den verwarnten Florian Scharf und vor allem Daniel Herzog für Markus Stühler brachten den Gastgebern den gewünschten Schwung. „Er hat geholfen, das Spiel für uns zu entscheiden“, sagte Weingärtner über den auf der rechten Seite wirbelnden Herzog, der bereits an Gerolzhofens ersten Aktionen beteiligt war. Noch verfehlten Austine Okoros Kopfball und Julian Zehnders Schuss das Tor, doch mit dem nächsten Vorstoß traf Okoro zur Führung.

Da Volkach seine defensive Ordnung verlassen hatte, resultierte nur wenige Minuten später aus einem gelungenen Spielzug Gerolzhofens das zweite Tor. Zehnder legte im gegnerischen Strafraum von links nach rechts zum nach vorne durchgelaufenen Ingo Willacker, der aus kurzer Entfernung den Vorsprung erhöhte. „Für die Abstimmung hat die nötige Frische gefehlt“, stellte Feidel zu den beiden Gegentoren fest. Eine Viertelstunde vor Ende erhöhte Gerolzhofens wieder eingewechselter Stühler nach einem Querpass Zehnders den Vorsprung ein weiteres Mal.

Nachdem die Entscheidung gefallen war, agierte Gerolzhofen in den verbleibenden Minuten etwas zu lax. „Wir haben den Gegner leichtfertig zu Chancen eingeladen. Darüber müssen wir natürlich noch einmal reden“, merkte Weingärtner an. Julius Ströhlein spielte zweimal seine Schnelligkeit aus und erzielte beim zweiten Versuch nach einem von Dominik Burkl per Hacke weitergeleiteten Pass Julian Wiederers sein Tor. „Wenn er wüsste, wie gut er eigentlich ist, könnte er sich noch viel mehr zutrauen“, hob Feidel das Talent des jungen Volkachers hervor.

Als Gerolzhofen wieder bei der Sache war, erhöhte Herzog mit einer gelungenen Einzelaktion den Abstand mit der letzten Szene der Begegnung wiederum auf drei Tore. „Sechs Spiele, sechs Siege, besser geht es doch gar nicht. So haben wir uns das gewünscht“, freute sich Weingärtner über die fortgesetzte Serie. Feidel übergab die Volkacher mit ermutigenden Worten an seinen Nachfolger: „Es sind viele gute Jungs in dieser Mannschaft, da kann man einiges rausholen.“

Am Dienstag leitet Helmuth Weisensel seine erste Einheit als Volkachs neuer Trainer.

Die Statistik des Spiels

Fußball, Kreisliga Schweinfurt 1: FC Gerolzhofen – VfL Volkach 4:1 (0:0)

Gerolzhofen: Ullrich – Willacker, Herbig, Scharf (46. Lurz) – Weimann, Jonas Göbel – Zehnder, Jopp (78. Schmidt), Okoro – Seuferling, Stühler (46. Herzog).

Volkach: Leipold – Springer, Bernhardt, Prause, Hahn (63. Höhn) – Lechner, Lutz – Schäfer, Wiederer, Ströhlein –- Konrad (59. Burkl).

Schiedsrichter: Rausch (Bütthard).

Gelb: Scharf, Lurz; Springer, Hahn.

Zuschauer: 120.

Tore: 1:0 Austine Okoro (58.), 2:0 Ingo Willacker (63.), 3:0 Markus Stühler (75.), 3:1 Julius Ströhlein (88.), 4:1 Daniel Herzog (90.).



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