Etwashausen
Handball Bayernliga Frauen

Ela Flohrs Zeit auf der Trainerbank des TVE endet bald

Ihr Team steht auf Rang vier, hat eine weiße Heimweste und zudem den Auswärtsfluch besiegt. Dennoch entschlossen sich die Verantwortlichen des TV Etwashausen, am Ende dieser Runde das Engagement mit Trainerin Elzbieta "Ela" Flohr zu beenden.
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Nur noch bis Rundenende darf Ela Flohr den Bayernligisten TV Etwashausen coachen. Foto: Thomas
Nur noch bis Rundenende darf Ela Flohr den Bayernligisten TV Etwashausen coachen. Foto: Thomas
Erst sei sie überrascht gewesen, als Etwashausens Ehrenvorsitzender und Handball-Macher, Erwin Müller, sie informiert hätte, dass der TV Etwashausen in der kommenden Runde nicht mehr mit ihr als Trainerin plane. Dienstag sah sie es gelassener: "Auch solche Erfahrungen muss man machen. Wer weiß, für was es gut ist", ein bisschen Enttäuschung schwingt in der Stimme mit. Ela Flohr, kurzfristig zu Rundenbeginn auf Bitten Müllers als Coach der Bayernliga-Frauenmannschaft und Nachfolger Ingo Preuns eingesprungen, der sich aus privaten Gründen überraschend zurückgezogen hatte, nimmt es nach Außen hin sportlich. "Der Vorstand hat entschieden, dass sich die gesamte Handballabteilung neu orientieren und strukturieren werde", akzeptiert sie die Entscheidung. Am Montag vor einer Woche hätte es ihr Müller mitgeteilt. Am Mittwoch, einen Tag vor dem Auswärtssieg beim Club, habe sie es mit der Mannschaft besprochen.

Ihr Team ließ sich nicht beirren, gewann beim Vierten in Nürnberg und legte am Samstag noch einen Heimsieg gegen Zirndorf - den zehnten in dieser Runde - nach. An diesem Tag hätte Müller nochmals mit ihr geredet.
Der TV Etwashausen ist zu Hause noch ohne Punktverlust, den Auswärtsfluch wischten die TVE-Damen nach zuletzt zwei Erfolgen in Nüdlingen und Nürnberg ebenfalls beiseite. Nach mittlerweile fünf Siegen in Serie steht Flohrs Team selbst auf Rang vier und kann noch auf die Vizemeisterschaft schielen. Warum also ein Trainerwechsel zum Rundenende?
Ehrenvorsitzender Erwin Müller berichtet von einer demokratischen Entscheidung der Führung und des Umfelds. "Wir wollen uns anders aufstellen. Auch in der Abteilungsleitung wird es Veränderungen geben, an uns Älteren nagt der Zahn der Zeit. Das muss aber alles noch von der Jahreshauptversammlung abgesegnet werden." Er sieht den TVE-Handball nach dem Abstieg der Herrenmannschaft in die Bezirksliga als ganzheitliche Herausforderung - das Image ist nicht das beste.
Er habe Ela Flohr bereits in dieser Phase der Runde informiert, um damit nicht bis zum Ende der Saison zu warten. Über die Gründe wollte er öffentlich nicht reden. Ein neuer Trainer oder Trainerin soll laut Müller nach Ostern, aber vor dem nächsten Spiel am 6. April präsentiert werden.
Etwashausens Handball-Ikone bescheinigt Ela Flohr ein menschlich einwandfreies Verhalten. "Der Vorstand hat entschieden, dass er eine interne Lösung anstreben will und umstrukturieren möchte", sagt die scheidende Übungsleiterin. Sie ist überzeugt, dass die Entscheidung nicht aus der Mannschaft komme: "Wir stehen gut da, haben Erfolg. Endlich hat es auch auswärts Klick gemacht und wir gewinnen auch dort." Sechs Punkte in einer Woche, das sei doch etwas.
Vier Spiele betreut nun Ela Flohr im April noch Etwashausens Damen - SG Kissing/Friedberg (9.) und HC Sulzbach-Rosenberg (13. und Letzter) auswärts. Den HCD Gröbenzell als Tabellenführer zu Hause und als Abschluss in heimischer Halle den derzeitigen Dritten HSG Fichtelgebirge. Zwei Zähler liegen die TVE-lerinnen hinter dem Zweiten HSV Bergtheim. "Ich möchte noch so viele Punkte wie möglich holen", gibt Flohr sich kämpferisch. Sie spielte früher auch mit dem TSV Mainbernheim in der Bayernliga - damals noch unter ihrem Mädchennamen Elzbieta Czajka. "Theoretisch ist der zweite Platz noch machbar. Wir gehen auch mit der entsprechenden Einstellung ran", will sie ein bestelltes Haus hinterlassen. "Es war eine schöne Zeit, dort mitwirken zu dürfen", hegt sie auch keinen Groll. Schließlich hätte sie sich auch schon Gedanken gemacht, wie es bei ihr im Handball weitergehe - ob oder wie.
Der Verein und sie würden keinesfalls im Bösen auseinander gehen. "Ich habe die Mannschaft lieb gewonnen, sie war fair und voll dabei", blickt Flohr zurück. Sie wünscht sich von ihrem Nachfolger und der neuen Abteilungsleitung, dass sie sich Gedanken machen werden, wie sie das Potenzial der Mannschaft ausschöpfen. Und vom Team erhofft Flohr sich, dass es solange wie möglich zusammenbleibt und weiterspielt. "Denn ich habe hier ein bisschen investiert und werde beobachten, wie es weitergeht."

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