Es kommt knüppeldick für das Team des VfL Kleinlangheim. Nachdem die Mannschaft am letzten Spieltag noch den Bezirksklassen-Spitzenreiter Hammelburg entzauberte, präsentierte sich die Mannschaft um Stephan Küntzer bis auf eine Ausnahme völlig von der Rolle.
Der Tabellenzweite unterlag dem Verfolger SV Veitshöchheim mit 1:3 und verspielte seine gute Ausgangsposition im Titelrennen. "Der erste Platz ist weg", gibt sich Küntzer realistisch. Bittere Gewissheit indes ist für den Kleinlangheimer auch die Verletzungsproblematik. Martin Link fällt länger aus, Erhard Berndes befindet sich nach seinem Bandscheibenvorfall auch nicht in Topform, Ralf Trump laboriert schon lange an Knieproblemen. Andre Horn ist zudem beruflich sehr eingespannt.
"Momentan stehen uns gerade sechs, sieben Leute zur Verfügung", sagt Küntzer, der einen Personalstamm von zehn Spielern als notwendig erachtet. "Wir nehmen gerne Spieler für die nächste Saison auf", betont Küntzer, im Hinblick darauf, dass sich einige Ex-Volleyballer, gerade aus Kitzingen, wieder entschließen könnten, aktiv zu werden.
Auch wenn der Großteil der Mannschaft beim Spieltag gegen den TV Ochsenfurt (3:1) und den SV Veitshöchheim (1:3) von der Rolle gewesen sei, spielte das Personalproblem eine große Rolle. Da der VfL nur acht Akteure aufbieten konnte, ging Ralf Trump mit den erwähnten Knieproblemen als Ersatzspieler in der Mittelposition auf Feld. "Gegen Ochsenfurt hat dies noch gut geklappt. Gegen Veitshöchheim agierte er ob seiner Verletzung schwächer", sagt Küntzer. Auch Ersatzlibero Erhard Berndes - der etatmäßige Andreas Halm war verhindert - musste angeschlagen durchhalten. "Nur Michael Schramm spielte eine sensationelle Quote im Angriff und Block, sonst wären die Partien noch schlechter verlaufen", hat Küntzer zumindest einen Lichtblick erspäht.
Gegen den TV Ochsenfurt (25:23, 25:21, 24:26, 25:13) stimmte zumindest weitgehend das Ergebnis. So verliefen die ersten beiden Sätze lange ausgeglichen, ehe sich der Tabellenzweite rechtzeitig zum Ende absetzte. Im dritten Durchgang ging dies schief. "Dieser verlorene Satz ärgerte uns und ging uns an die Psyche", konstatierte Küntzer. Denn zu diesem Zeitpunkt besaß der VfL wie Spitzenreiter Hammelburg lediglich zwei Minuspunkte und das Satzverhältnis lag im Fokus. Kleinlangheim zeigte im vierten Satz eine Trotzreaktion, gewann klar und entschied das Match für sich. "Der TVO agierte erstaunlich stark, er steht zu unrecht so weit unten in der Tabelle", hatte Küntzer ein Lob für den Gegner parat.
Der VfL nahm den Schwung mit ins Veitshöchheimer Spiel. "Wir haben superstark begonnen", sagt der Kleinlangheimer. Durchgang eins ging denn auch mit 25:19 an den VfL. Ein Spiegelbild des ersten Satzes stellte auch der Start des zweiten dar. 10:1 und 15:12 lag der Zweite vorne. "Dann kam der Knackpunkt. Veitshöchheim hat sich gefangen, wir begannen Fehler zu machen", so der VfL-Spielführer.
Der SV drehte den Satz zum eigenen 25:22 und gewann den lange ausgeglichenen dritten Durchgang mit zwei glücklichen Bällen 25:23. "Um 20 Uhr fiel bei uns dann die Konzentration und Kondition ab", ist Küntzer auf der Suche nach den Gründen schnell fündig geworden. Die ersten Minuten nach der Pause zwischen den Sätzen starte der VfL immer gut, ehe er dann mit zunehmender Spieldauer abbaue. Dies galt auch für den letzten Durchgang gegen Veitshöchheim. Mit 8:5 und 13:8 führte der VfL noch, geriet aber in der Folge mit zwei, drei Punkten ins Hintertreffen und unterlag schließlich deutlich mit 18:25.
"Hammelburg ist nicht mehr einzuholen", blickt Küntzer nach vorne, gibt sich aber kämpferisch. Der zweite Platz solle gehalten werden. Der Kleinlangheimer hofft da auch auf Schützenhilfe des Spitzenreiters, der kommendes Wochenende auf Veitshöchheim trifft.
Noch mehr wünscht er sich aber neue Spieler. "Wenn ich die hätte, wäre sicher die Bezirksklasse die bessere Lösung. Denn hier können wir die neuen Leute besser einbauen."
Nicht der Aufstieg in die Bezirksliga, sondern dass der VfL nächste Runde wieder eine Mannschaft zusammenbringen würde, sei daher das erste Ziel. "Wenn eine Perspektive da ist, werden wir eine Mannschaft finden. Denn die meisten wollen spielen, es geht um den Spaß", gibt sich Stephan Küntzer optimistisch.