Zufriedene Gesichter auf beiden Seiten nach dem 2:2-Unentschieden zwischen dem VfL Volkach und TSV Nordheim/Sommerach. Beide Mannschaften hatten ihr Ziel erreicht, im Spitzenspiel des Vierten gegen den Zweiten einen Punkt zu gewinnen. Dass die Partie dabei in zwei unterschiedliche Halbzeiten zerfiel, gab beiden Trainern neben der zufriedenstellenden Ausbeute auch Arbeit für die nächsten Wochen.

Zwei Viererketten und zwei Stürmer bot Volkachs Trainer Jürgen Walter gegen den offensiv starken Gegner auf. „Wir wollten tiefer stehen, schließlich kannten wir ihre schnellen Spitzen. Nicht umsonst hatten sie vor dem Spiel doppelt so viele Tore erzielt als wir.“ Sein Kollege Friedrich Kern fasste den entsprechend umgekehrten Schluss, stellte seine Mannschaft erstmals mit einer defensiven Dreierkette auf, um mehr Druck auf Volkachs Verteidigung ausüben zu können. Das Mitgegebene umzusetzen gelang den Gästen in der ersten Halbzeit weitaus besser. „Wir waren spielerisch überlegen“, erkannte Kern. Raphael Steffens Eckball drückte Matthias Pfaff als Aufsetzer über die Torlinie.

Volkachs Antwort, ein von Christopher Bedenk ausgeführter Freistoß, landete nach Andre Zieglers Kopfball an der Latte. Jedoch reagierte die Heimelf nur auf die Aktionen des aktiveren Gegners und lief daher meist hinterher. „Sie konnten den Ball annehmen, sich in aller Ruhe drehen und wir haben sie nur mit unseren Augen begleitet“, rätselte Walter über die Behäbigkeit und sah, wie Steffen nach einem hohen Ball aus der eigenen Hälfte mit großen Schritten durch die Abwehrreihen marschierte.

Die Konsequenz der Trägheit war ein doppelt so hoher Rückstand. „Wir hatten eigentlich etwas ganz anderes besprochen. Nach weiteren Erläuterungen setzten wir die Vorgabe in der zweiten Halbzeit schließlich um“, wählte Volkachs Trainer milde Worte für seine anspornende Kabinenpredigt. Denn mit dem Seitenwechsel drehte sich nicht nur die Laufrichtung beider Mannschaften, sondern auch die des Spiels.

Mit einem dritten Angreifer gelang es den Gastgebern, mehr Druck auf die gegnerische Verteidigung auszuüben und infolgedessen Gefahren in der eigenen Spielhälfte zu verringern. Die Weininsulaner kamen dem Volkacher Vorhaben entgegen, indem sie – vielleicht begeistert von der eigenen Führung – in die Rolle des Nachlaufenden schlüpften. „Nach der Halbzeit waren wir zu unkonzentriert und kassierten wiederholt ein schnelles Gegentor“, schrieb Kern die Passivität der fehlenden Erfahrung zu.

Mit der ersten Aktion des zweiten Durchgangs erzielte Maximilian Bedenk durch einen platzierten Schuss aus sechzehn Metern das Anschlusstor. „Wir ließen nicht mehr viel zu, nachdem wir sie frühzeitig unter Druck setzten. Dadurch kamen ihre qualitativ guten Anspiele nicht mehr an“, entsprach das Spiel nun der Vorstellung Walters. Zwanzig Minuten später schlenzte Bedenk kunstvoll einen Freistoß unhaltbar ins obere linke Eck zum Ausgleich. Bei einer weiteren Standardsituation traf Daniel Wagner nur das Torgestell. Eine der wenigen Nordheimer Chancen – ein Spielzug über drei Stationen, abgeschlossen von Pascal Herget – scheiterte bereits in den letzten Minuten an Volkachs Torhüter Michael Lurz.

Obwohl seine Mannschaft die Führung aus der Hand gegeben hatte, war Kern mit dem Erreichten zufrieden: „Wir wollten einen Punkt holen, darauf können wir weiter aufbauen. Daher leben wir mit diesem Ergebnis gut.“ Von einem „für die Moral unheimlich wichtigen Unentschieden“ sprach Walter, wodurch das Ziel, den tabellarischen Abstand nach oben nicht größer werden zu lassen, erreicht worden sei: „Hinten stehen wir gut, nur im letzten Drittel haben wir noch unsere Defizite. Die Feinheiten werden sich entwickeln, daher bin ich guter Dinge“, bilanzierte der Rottendorfer nach 89 Tagen erstmals seine Arbeit.

Die Statistik zum Spiel

VfL Volkach – TSV Nordheim/Sommerach 2:2 (0:2)

Volkach: Michael Lurz, Timo Wolf, Maximilian Fuss, Dominik Burkl, Felix Weissenseel (46. Thomas Höhn), Sebastian Erhard, Maximilian Bedenk, Christopher Bedenk, Jonas Lechner (69. Johannes Unger), Daniel Wagner, Andre Ziegler (42. Christian Höhn).

Nordheim/Sommerach: Maximilian Pfaff, Sebastian Pfeufer André Schmidt, Philipp Finster, Marcel Braun, Thomas Berthold, Moritz Heinrich, Pascal Herget (64. Alexander Blaß), Raphael Steffen, Rene Braun, Matthias Pfaff.

Schiedsrichter: Michael Kittel (Schweinfurt).

Gelbe Karten: Felix Weissenseel (Volkach), Pascal Herget, Philipp Finster (beide Nordheim).

Zuschauer: 200.

Tore: 0:1 Matthias Pfaff (21.), 0:2 Raphael Steffen (32.), 1:2 Maximilian Bedenk (49.), 2:2 Maximilian Bedenk (69.).