FUßBALL: BEZIRKSLIGA

Ein Startschuss für die Aufholjagd

Der unerwartete Punktgewinn beim starken Aufsteiger Retzbach belebt in Marktbreit die Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Dazu trägt auch ein Rückkehrer bei.
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Mit einem unerwarteten Unentschieden starteten Daniel Mache und seine Marktbreiter Schützlinge in die Rest-Saison. Foto: Foto: Hans Will

Mit einem Unentschieden beim Tabellendritten in Retzbach unterstrich die FG Marktbreit-Martinsheim, wohin der Weg in den verbleibenden elf Spielen führen soll: Zum Klassenerhalt in der Bezirksliga. Was den betrifft, schaut Trainer Daniel Mache durchaus guter Dinge nach vorne. Ein Grund ist ein Rückkehrer.

Seit Januar kickt nämlich Daniel Endres wieder für seinen Heimatverein. „Das ist schon ein toller Spieler für diese Liga, der uns auf ein anderes Niveau hebt. Daniel hat ja seine Tore auch in der Landesliga gemacht“, ist Mache voll des Lobes über den 26-jährigen Angreifer, der nach einem Jahr beim TSV Abtswind und einem halben bei der TG Höchberg wieder zurück fand. Sehr präsent sei Endres gewesen, genau der Typ, den man in der Mitte brauche, fand auch Joachim Hupp, Vorstand der FG und nach wie vor auch Vorkämpfer auf dem Platz.

Vom 1:1 in Retzbach erhoffen sich beide einen Schub. „Unser Auftreten dort war sehr positiv. Wir hatten ein ordentliches Pensum in der Vorbereitung, dazu blieben wir von Verletzungen einigermaßen verschont“, schildert Mache, der selbst seine Schuhe im Sommer an den Nagel hängte. Einst in der Jugend beim 1. FC Nürnberg, später fast zehn Jahre hochklassig beim FC Schweinfurt 05, kam Mache im Sommer auf die Trainerbank der Fußballgemeinschaft.

Eine Rückkehr ins Trikot sei für ihn selbst in den für die FG bitteren Wochen zu Rundenbeginn keine Option gewesen, gibt er zu. Zum Auftakt bejubelte Marktbreit seinen einzigen Sieg bis Ende September, in neun Partien. „Ich bin kein Freund von der Spielertrainer-Rolle. Man kann nicht die Mitspieler kritisieren, und selbst vielleicht nicht gut spielen. Es war auch im Vorfeld mit dem Verein so kommuniziert, dass ich mich raushalte“, sagt er.

Den schwachen Start ob der vielen Verletzten schleppt Marktbreit-Martinsheim als Hypothek mit sich herum. Erst spät, mit vier Siegen im November, meldete sich die Mannschaft doch noch zurück. „Das wird die Frage sein, ob wir das erste Drittel der Runde noch aufholen können“, weiß Joachim Hupp.

Der Polizeibeamte, mittlerweile Familienvater, will sich mit seinen 34 Jahren eigentlich als Spieler etwas zurück nehmen. Beruflich absolviert er derzeit einen Lehrgang, die Wochenenden mit den weiten Auswärtsspielen will er nicht mehr dem Fußball opfern, sondern lieber für die Familie da sein. „Das hat eindeutig Priorität.“

Trotzdem ist er als Antreiber und Anführer „sehr wichtig, gerade für unsere jungen Leute. Joachim ist ein Typ, an dem sich die anderen hoch ziehen“, weiß Trainer Mache natürlich. Nach Hupp kommen mit Torwart Benjamin Stör und Stefan Walter (beide 28), Christoph Ott (27) einige aus dem mittleren Alter, nachdem Sebastian Wirsching im Sommer in Richtung München gezogen ist.

Im achten Jahr Bezirksliga sind kaum mehr Spieler dabei, die den Aufstieg einst noch mitmachten. Junge Kicker drängen aus der eigenen, guten Jugendarbeit nach, die der Verein auch braucht. „Der Umbruch läuft schon und muss auch stattfinden“, sagt Joachim Hupp.

Für den Klub, der als einziger aus dem Landkreis in der West-Bezirksliga übrig geblieben ist, wäre dieser auch in der Kreisliga vorstellbar. „Acht Jahre Bezirksliga ist für einen kleinen Verein, wie wir schon eine Marke, wenn man kein Geld investieren kann. Wir sehen es realistisch. Kreisliga wäre kein großer Beinbruch“, blickt Vorsitzender Hupp auf das Ganze.

Drin bleiben möchten er und Trainer Mache natürlich, wenn möglich, zumal wohl wieder Zuwachs aus dem Kitzinger Raum in die Liga kommen wird. „Sportlich willst du natürlich den maximalen Erfolg. Es ist auf jeden Fall alles möglich“, verweist Trainer Mache auf den geringen Abstand zum rettenden Ufer.

Diesen will die FG möglichst gleich im Heimspiel am Sonntag gegen den TSV Rottendorf weiter verkürzen. Die Rottendorfer gelten nicht gerade als Lieblingsgegner der Marktbreiter, die nicht nur dort in der Vorrunde unglücklich die Punkte beim 0:1 ließen. In den verbleibenden Spielen müsse man eh auf Sieg spielen, meint Hupp. „Wir wollen Gas geben. Ich bin optimistisch“, pflichtet ihm Daniel Mache bei.

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