Sport-Tagebuch

Ein Schiedsrichter am Boden

Wenn ein Unparteiischer beim Kabinenbesuch am Boden liegt, muss nicht immer gleich etwas passiert sein. +++ Wenn Jugendliche feiern gehen, muss am nächsten Tag nicht immer alles schief gehen.
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Sport-Tagebuch: In der Sauna mit Rafael Nadal

SONNTAG

Mit einwöchiger Verspätung folgen die versprochenen erfolglosesten Fußballmannschaften unseres Verbreitungsgebietes. Stand 14. Oktober sind dies, weil sieglos: Rot-Weiß Kitzingen II (B-Klasse 5 Würzburg) und, weil nur mit einem Sieg: SV Kirchschönbach/Prichsenstadt (Kreisliga Schweinfurt), SV Kirchschönbach/Prichsenstadt II (A-Klasse Schweinfurt 4) und TSV Goßmannsdorf II (B-Klasse Würzburg 4).

MONTAG

Stellen Sie sich einmal Folgendes vor: Sie sind für uns bei einem Fußballspiel und wollen sich vor dem Anpfiff in der Schiedsrichterkabine die Aufstellungen besorgen. Weil's schneller geht, abfotografieren. Und wie reagiert der Unparteiische? Er lehnt es ab. Aus datenschutzrechtlichen Gründen. Das müssen wir so hinnehmen, ob wir wollen oder nicht. Gegeneinander statt Miteinander? Aber auf dieses Spiel lassen wir uns gar nicht ein. Wir haben kürzlich die Schiedsrichterneulinge der Gruppe Kitzingen/Ochsenfurt in Wort und Bild veröffentlicht, wenngleich wir natürlich auch problemlos datenschutzrechtliche Gründe hätten anführen können. Wollen wir aber nicht! Vergessen wir es doch einfach!

Ganz anders hat sich Schiedsrichter Matthias Hille verhalten, obwohl er unserem Mitarbeiter Andreas Stöckinger zunächst einen gehörigen Schrecken eingejagt hat. Beim Spitzenspiel der A-Klasse Würzburg 4 zwischen Effeldorf und Mainsondheim versuchte auch Stöckinger in der Schiedsrichterkabine die Aufstellungen beider Mannschaften zu bekommen. Als er den Raum betrat, lag der Schiedsrichter am Boden.

Unfall? Anfall? Konzentrationsschlaf? Nichts von alledem. „Rückenschule“, erklärt Hille in Bodenlage dem verdutzten Reporter. Der übrigens auch für die Gruppe Kitzingen/Ochsenfurt pfeifende Sohn des ehemaligen Bezirksspielleiters Christof Hille hatte in jüngster Zeit derartige Probleme mit seinem Rücken, dass er zwei Wochen völlig pausiert hat. Sein Physiotherapeut hat ihm ein paar Übungen gezeigt, mit denen er seinen Rücken kräftigen kann. Und weil er das Spitzenspiel der A-Klasse 4 ordnungsgemäß über die Bühne bringen wollte, hat er sich eben an den Rat des Fachmanns gehalten und sich intensiv vorbereitet. Möglicherweise intensiver als so mancher Spieler?

DIENSTAG

Eine Vorbereitung der ganz speziellen Art haben die A-Junioren-Handballer der SG Kitzingen/Mainbernheim auf ihr Sonntags-Spiel in Stadeln betrieben. Markus Reinhart, einer von zwei Mainbernheimern in der Mannschaft der Spielgemeinschaft, wurde 18 Jahre alt und hat seinen Geburtstag quasi als Spielvorbereitung mit einigen Sportfreunden am Samstag gefeiert. Besser gesagt, die Feier begann am Samstag und endete wohl erst am nächsten Tag. Berichterstatter Thomas Schneider und auch Trainer Michi Burger schwante vor dem Anpfiff um 14 Uhr Fürchterliches. Das Schlafdefizit bei einigen Akteuren war jedenfalls unübersehbar. Doch mit dem Anpfiff war die durchzechte Nacht Vergangenheit. Selbst mit zunehmender Spieldauer kehrte die Müdigkeit nicht zurück. Im Gegenteil: Die Spielgemeinschaft baute ihren Vorsprung sogar noch aus.

Tja, wenn man jung ist . . .

MITTWOCH

Eine Anmerkung in eigener Sache: Ja, es ist ein anderes Bild. Ja, ich bin es wirklich.

Einstimmig hat der Familienrat beschlossen, dem Sport-Tagebuch ein neues Foto zuzuordnen. Und weil ich der Besitzerin dieser einen Stimme künftig ersparen will, beim Frühstück weiterhin einen Schrecken zu bekommen und mir einen schnippischen Kommentar wegen des griesgrämigen Konterfeis, kam es zur Veränderung.

Der Inhalt des Sport-Tagebuchs – das ist versprochen – bleibt gleich.

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