Das Jahr ist gelaufen für Melanie „Melle“ Meyer. Zumindest sportlich, denn die seit dieser Saison beim Handball-Drittligisten ESV Regensburg spielende Kitzingerin hat sich an den Kreuzbändern im Knie verletzt, so ziemlich das Schlimmste, was einer Sportlerin passieren kann. Jetzt muss sie operiert werden. Fehlen wird sie den auf Platz sieben liegenden ESV-Frauen nicht nur in den verbleibenden vier Spielen dieser Saison, sondern wohl auch in der Vorrunde der im September beginnenden neuen Spielzeit.

Passiert ist das Malheur bei der 26:28-Heimniederlage ihrer Regensburgerinnen im Spiel gegen Ketsch, etwa Mitte der zweiten Halbzeit. „Ich wollte mich von der Gegnerin lösen und in eine andere Richtung drehen. Da bin ich zur Seite weggeknickt. Es war eine Berührung da, aber die Gegnerin hatte keine Schuld“, schildert die 24-Jährige die für sie fatale Situation. Ziemlich schnell habe sie begriffen, dass im Knie etwas kaputt sein müsse. Das sollte sich später bei einer Untersuchung bewahrheiten. „Das vordere Kreuzband ist gerissen. Auf den Röntgenbildern ist nicht genau zu erkennen, was mit dem Meniskus ist, aber er dürfte auch beschädigt sein“, gibt sie Auskunft über die Diagnose.

Das Kreuzband soll nun im Mai in Würzburg operiert werden, dazu hat sich die einstige Bayernliga-Torjägerin entschlossen. Wolle sie weiterhin Handball spielen, gehe das wohl nur mit einem operativen Eingriff, so die Meinung der Mediziner. Und dass sie weiterspielen wird, steht für die Vollblut-Sportlerin außer Frage. Als erstes vorsichtiges Ziel hat sie sich gesetzt, zur Rückrunde Anfang 2015 wieder auf dem Parkett zu stehen. „Ich habe gesagt, ich möchte mindestens eine Saison in Regensburg spielen. Das waren erst zwei Drittel, also werde ich nächstes Jahr wieder eingreifen“, sagt Meyer.

In Regensburg gut integriert

In ihrer ersten Saison in Regensburg war es für sie ganz ordentlich gelaufen. Sie absolvierte 19 Spiele, in denen sie 51 Tore erzielte. Zwischenzeitlich hatte ihre Mannschaft sogar auf Platz drei gestanden in der dritthöchsten deutschen Liga, derzeit besetzt der ESV Rang sieben. Die Mannschaft habe sie bestens aufgenommen. „Ich bin dort richtig gut angekommen und verstehe mich wirklich gut mit allen“, sagt sie über ihren sportlichen Schritt, den sie im Sommer nach langem Überlegen gewagt hatte.

Im gleichen Spiel wie Meyer hat sich übrigens auch Regensburgs Neuzugang Steffi Subke verletzt, ebenfalls am Knie. Die 200-fache österreichische Nationalspielerin, die bei Olympia 2000 dabei war, hatte sich nach einer Pause ab Februar bereit erklärt, für Regensburg zu spielen. Auch Subke fällt zunächst einmal aus, wie lange, ist laut der ESV-Internetseite noch ungewiss.

Für die von klein auf mit Handball und Sport befasste Melle Meyer bedeutet die Zwangspause im Moment eine harte Geduldsprobe. Das Knie sei noch geschwollen, so dass sie sich gerade mit Schiene und Krücken fortbewegen muss. „Der Handball fehlt einem schon. Jetzt bin ich sieben Tage die Woche daheim statt vier Tage mit Handball unterwegs“, beschreibt sie ihren Alltag. Seit dieser Woche arbeitet sie wieder in ihrem Job als Versicherungskauffrau. „Sonst werde ich ja irre! Sechs Wochen nur zu Hause zu sitzen und nichts zu tun geht nicht. Ich werde ja nach meiner Operation noch mal sechs Wochen krank geschrieben und bin dann daheim“, sagt sie. Während dieser „Schonzeit“ wird sie sich eine andere Beschäftigung suchen müssen. Vorerst zumindest.