Punkte und Prozente spielen am Sonntag eine wichtige Rolle für Martin Geißler. Zum einen hofft der Vorsitzende des FC Eibelstadt darauf, dass seine Fußballer im Spiel gegen Bayern Kitzingens Reserve Zählbares im Weinort behalten zu können. Zum anderen ist Geißler als Kandidat bei den Kommunalwahlen daran interessiert, möglichst viele Prozente für den Stadtrat zu bekommen.

Trotz des Wahlsonntags will Geißler als Zuschauer am Sportplatz sein, um zu sehen, ob der FC weitere Zähler zum Unternehmen Klassenerhalt beisteuern kann. „Die Zeit nehme ich mir schon, um zuzuschauen“, blickt er voraus. Zum Auftakt nach der Winterpause sah er vergangene Woche einen 6:2-Erfolg seiner Mannen in Kirchheim, durch den die Eibelstädter ihre Serie seit Ende Oktober auf nunmehr sieben Spiele ohne Niederlage ausdehnten.

Damals im Herbst darbte der FC mit drei Zählern auf dem letzten Tabellenplatz dahin. „Ja, wir hatten definitiv auch an einen Abstieg gedacht zu der Zeit“, gibt Geißler zu. Der Verein hatte mit Jürgen Lindner bereits einen Trainer für die neue Runde in der Hinterhand, der auch in der Kreisklasse übernommen hätte. Schließlich hatte der im September eingesprungene Erwin Markert bereits von vorne herein deutlich gemacht, dass er nur bis Saisonende zur Verfügung stehe.

Trainerfuchs Markert mobilisierte in der Folge einige Kräfte, um sich gegen den Abstieg zu stemmen. Mit der Zeit bekam er als Steuermann das beinahe auf Grund gelaufene Schiff tatsächlich wieder flott. Die Misere zu Beginn habe einfach an zu vielen Verletzten gelegen, nicht an der schlechten Stimmung, meint Geißler. „Das konnte keiner kompensieren“, räumt der 40-jährige Versicherungsmakler und Winzer im Nebenerwerb ein. Im Vergleich zu seinem Vorgänger Karl-Heinz Zehnder habe Markert auch nicht viel verändert. Nur eben seien beim ersten Sieg nahezu alle wieder fit gewesen, sagt der Vorsitzende.

Ausschließlich an der Person von Erwin Markert will Geißler den Aufschwung in der Mannschaft aber nicht fest machen. Er habe etwas Bedenken gehabt, ob ein 64-jähriger Trainer den Draht zu den jungen Spielern finde, gibt Geißler zu. Das zerstreute sich schnell. „Sie verstehen seine Ansprache, er bringt das gut rüber. Die Jungs glauben an sich, es läuft“. Das Menschliche und die Kameradschaft seien Markerts Stärke. Dazu bilde er mit Co-Trainer Fabian Gärtner ein tolles Duo. „Dass es so gut läuft, hätten wir nicht gedacht“, ist Geißler heute zufrieden.

In der Winterpause legte Eibelstadt beim Personal nach. Sechs neue Kräfte zog der FC ans Land, darunter auch die Rückkehrer Maximilian Geißendörfer (Post SV Sieboldshöhe) und Johannes Wegmann (TSV Kleinrinderfeld). Beide schafften bei ihren Klubs auch wegen Verletzungen nicht so recht den Durchbruch und entschlossen sich zur Rückkehr. Dazu überzeugte Trainer Markert den einen oder anderen zum Wechsel nach Eibelstadt. Insgesamt sei der Zuwachs an Personal auch dringend nötig gewesen, so Geißler. In der Vorrunde habe sich der Verein häufig schwer getan, überhaupt zwei Mannschaften ins Rennen zu schicken. „Jetzt haben wir wieder 16, 17 Mann beim Training, da ist Zug drin“, freut sich Geißler.

Vieles sieht beim FC wieder besser aus, doch bis zum Klassenerhalt sind noch einige Hürden zu meistern, weiß der Vorsitzende. Sieben, acht Siege werde man wohl noch benötigen, lautet seine Rechnung. In der Zukunft will Eibelstadt junge Talente aus dem eigenen Nachwuchs einbauen, die nach oben drängen. „Das ist eine Truppe, die Fußball spielen kann. Aber nur mit Einheimischen und nur mit Jungen werde es nicht funktionieren“, betrachtet Geißler das Ganze kritisch. Mit einem wesentlich besseren Gefühl allerdings als noch im Herbst.