Es war nur scheinbar ein bedeutungsloser Treffer. Daniel Endres, Offensivkraft der FG Marktbreit/Martinsheim, drosch den Ball in Schräglage an den Innenpfosten. Von dort sprang die Kugel mit etwas Glück hinter die Linie – zum 1:2-Anschluss in der 88. Minute. Am Erfolg des FC Eibelstadt im unmittelbaren Duell gegen den Abstieg rüttelte dies am Sonntagnachmittag nicht mehr. Aber der letzte Schuss der Begegnung könnte noch immense Wirkung haben. Vor dem finalen Spieltag an diesem Wochenende ist Eibelstadt nach Punkten mit Marktbreit gleichgezogen. Wäre die Saison beendet, hätten sich beide Teams für ein weiteres Jahr in der Bezirksliga qualifiziert, aber ihr Vorsprung vor der Konkurrenz ist zu gering.

 

Eibelstadt wie Marktbreit können noch in die Abstiegszone abgleiten. Falls es dazu kommt und ihre Punktausbeute selbst nach Abschluss der Runde identisch bleibt, entscheidet in diesem Jahr der direkte Vergleich – und nicht wie bislang ein weiteres Aufeinandertreffen auf neutralem Platz.

In der Hinrunde gewannen die Marktbreiter 4:2, weshalb nach dem 1:2 am Sonntag die Bilanz zu ihren Gunsten ausfällt. „So bekommt das Gegentor einen unangenehmen Beigeschmack“, sagte Eibelstadts Trainer Karl-Heinz Zehnder. „Wer weiß, wie eng es wird“, mutmaßte der Marktbreiter Coach Andreas Süßmeier. Immerhin können beide Klubs an diesem Sonntag den Klassenverbleib aus eigener Kraft vollziehen: Eibelstadt in Keilberg und Marktbreit zu Hause gegen Mönchberg. Süßmeiers Mannschaft hätte dies bereits in Eibelstadt schaffen können. Sogar ein Unentschieden hätte ausgereicht, um sich von sämtlichen Sorgen zu befreien. Es half wenig, dass der Marktbreiter Trainer ein Remis für das Ergebnis hielt, das den Kräfteverhältnissen im Verlauf der Partie am besten entsprochen hätte.

Seine Elf war im Spiel nach vorne allerdings erst aktiv geworden, als sie schon in Rückstand lag – was wiederum Lücken in der Verteidigung mit sich brachte. Gefallen war Eibelstadts 1:0, als Marco Eck von der rechten Seite nach innen bog, den Ball am Strafraumstrich querlegte und Daniel Bender nahezu aus dem Stand unter die Latte schoss (52. Minute). Marktbreit erkannte daraufhin den Ernst der Lage, forcierte seine Angriffe und bekam die Gelegenheit, die gegnerische Platzhälfte zu vereinnahmen. Eibelstadt staffelte sich vor dem eigenen Tor zu tief, um öfters entlastende Wirkung herzustellen. Zumindest mit den zwei eingewechselten Offensivkräften Frank Schmitt und Achim Rügemer setzten die Hausherren in dieser Phase noch Impulse.

Rügemer hätte früh für mehr Sicherheit und Ruhe sorgen können: In der 66. Minute täuschte er gegen Marktbreits Hintermannschaft mehrfach Schüsse an, um sich den Weg im Strafraum zu bahnen. Als der Eibelstädter dann frei vor dem Tor stand, setzte er das Leder leichtfertig über das Gestänge. Erst Johannes Wegmann brachte es fertig, zum 2:0 abzuschließen. Erneut hatte Marco Eck quergeschoben, ehe Wegmann aus sechzehn Metern ins entfernte Eck traf (82.). Inzwischen besaß Marktbreit mehrmals die Möglichkeit zum Ausgleich – durch Tobias Lechner und zweimal Christian Volkamer.

Im ersten Durchgang hatten sich beide Mannschaften noch von taktischen Leitlinien prägen lassen. Und so geschah es, dass 45 Minuten lang so gut wie nichts passierte. Die Konzentration galt den Defensivlinien, die kein Durchkommen erlaubten. Marktbreit versäumte es jedoch, seine flüssigen Spielzüge mit Pässen in den Strafraum zu veredeln. Stattdessen landeten etliche Distanzschüsse über oder neben Eibelstadts Tor. „So ist eben Abstiegskampf“, sagte Karl-Heinz Zehnder nach der in spielerischer Hinsicht dürftigen Begegnung.

Neun Zähler Rückstand auf den Relegationsrang hatte seine Elf noch im Winter, ehe sie eine Aufholjagd mit acht Spielen in Serie ohne Niederlage startete. „Es wäre um so ärgerlicher, wenn wir am letzten Spieltag die Koffer packen müssten“, sagte Zehnder, der darauf baut, dass der Aufschwung und das Selbstvertrauen seine Spieler nochmals für das Saisonfinale beflügeln.

Marktbreit folgt dem Trend derweil in entgegengesetzter Tendenz: Vor kurzem hatte es danach ausgesehen, als sei das Team gesichert. Andreas Süßmeier, der nächste Saison seinen Heimatverein TSV Sulzfeld trainieren wird, hat über ein mögliches Szenario bereits gegrübelt. „Es wäre äußerst unglücklich, sich mit einem Misserfolg zu verabschieden“, sagte der 31-Jährige. „Es würde dann keine Rolle spielen, wie die Mannschaft in dieser Saison sich entwickelt hat. Am Ende würde allein der Abstieg in Erinnerung bleiben.“ Noch ist es nicht so weit.

Das Spiel in der Statistik

FC Eibelstadt – FG Marktbreit/Martinsheim 2:1 (0:0)

Eibelstadt: Maximilian Geißendörfer; Thorbjoern Köhne, Christian Aloia, Michael Wegmann, Thomas Hornung, Eugen Hatzenbühler, Daniel Bender, Marco Eck, Johannes Wegmann (90.+2 Roland Pawellek), Merlin Herbarth (46. Achim Rügemer), Rodolfo Ramos (71. Frank Schmitt).

Marktbreit/Martinsheim: Benjamin Stör; Stefan Walther (86. Maximilian Zink), Felix Hofmann (71. Christoph Ott), Martin Schwab, Zink), Tobias Lechner, Joachim Hupp, Sebastian Wirsching, Christian Volkamer, Stefan Knauer, Daniel Hack, Daniel Endres.

Schiedsrichter: Matthias Rehm (TSV Grombühl).

Zuschauer: 320.

Gelbe Karten: Michael Wegmann, Eck; Volkamer, Hupp, Wirsching.

Tore: 1:0 Daniel Bender (52.), 2:0 Johannes Wegmann (82.), 2:1 Daniel Endres (88.).