Fußball-Relegation

Effeldorf liegt geschlagen am Boden

Das Team von Achim Schiffmaier verwirkt gegen Biebelried seine letzte Aufstiegschance
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Bild für das Fairness-Lehrbuch: Biebelrieds Andreas La Rosa (oben) tröstet Effeldorfs Spielertrainer Achim Schiffmaier. Foto: Foto: Michael Kämmerer

Im Augenblick des Sieges dachte Andreas La Rosa nicht nur an sein eigenes Wohl. Biebelrieds Angreifer suchte, nachdem er seine Mitspieler umarmt hatte, die Nähe zum Verlierer. La Rosa beugte sich über den im Rasen liegenden Effeldorfer Achim Schiffmaier, um sich nach dessen Befinden zu erkundigen. La Rosa und Schiffmaier waren in der zweiten Halbzeit unselig mit den Köpfen zusammengeschlagen. Effeldorfs Spielertrainer tropfte selbst nach dem Schlusspfiff das Blut über den Mund. An der Lippe klaffte ein Loch. „Der ganze Kopf brummt, aber die Zähne sind noch vorhanden“, stellte der 42-Jährige fest.

Weniger die körperlichen Schmerzen als die Enttäuschung über die Niederlage dürften Schiffmaier unmittelbar nach dem 0:1 gequält haben. Erneut hatten es die Effeldorfer nicht vermocht, den entscheidenden Sieg zu landen, der sie über die Relegation von der A-Klasse in die Kreisklasse befördert hätte. Am Pfingstmontag war das Team aus dem Dettelbacher Ortsteil dem SV Gelchsheim mit 0:2 unterlegen gewesen. Im finalen Qualifikationsduell gegen Biebelried hätten ebenso die Effeldorfer den Platz als Sieger verlassen können. Schiffmaiers Elf beging in der Abwehr kaum Fehler, agierte mit großem Einsatz und brachte es doch wieder einmal nicht fertig, den Ball im gegnerischen Gehäuse einschlagen zu lassen.

„Biebelrieds Sieg war beim besten Willen nicht verdient“, fand Achim Schiffmaier: „Wir waren schließlich die klar bessere Mannschaft.“ Ein schwacher Moment im Defensivverhalten verursachte den Misserfolg, ausgelöst durch ein Eigentor Sebastian Maags in der 74. Minute. Zustande gekommen war der unglückliche Treffer nach einer Flanke des Biebelrieders Sebastian Singer. Statt bei Andreas La Rosa landete der Ball auf dem Kopf des Effeldorfers, der der Hereingabe den relevanten Impuls verlieh. Selbst Biebelrieds Spielertrainer Carsten Breunig fand für den Gegner anerkennende Worte: „Effeldorf war richtig gut aufgestellt“, sagte der 35-Jährige: „Aber dann entscheidet wie so häufig ein kurioses Tor.“

Dem Kreisklassen-Klub fiel es vor knapp 700 Zuschauern schwer, aus dem laufenden Spiel heraus Chancen zu kreieren. Biebelried benötigte Standardsituationen, um gefährlich zu werden. Burkard Kleinschrodt setzte nach zehn Minuten mit voller Kraft und vollem Risiko einen Freistoß ab. Allein wenn es um Eckbälle ging, verzeichnete die Elf von Carsten Breunig eindeutige Vorteile: 12:2 lautete die Bilanz am Ende. „Alles, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte der Biebelrieder Trainer, „hat nicht funktioniert.“

Breunig hatte seinen Masterplan für die Partie danach ausgerichtet, die passenden Moment die Lücke im Effeldorfer Deckungsverbund zu finden und mit einem steilen Zuspiel in die Spitze den Abschluss zu suchen. Doch Effeldorf hielt Ordnung, und so mussten die Biebelrieder mit vertikalen Pässen den Aufbau verschleppen – was die spielerische Qualität der von Spannung genährten Partie immer wieder minderte. Das Plus an Möglichkeiten, etwa durch Max Niedermeyer, Matthias Feineis, Markus Apfelbacher und Michael Döring, brachte Effeldorf dagegen keinen Erfolg. „Wir sind betrübt“, sagte Achim Schiffmaier, nachdem sein Team auch die letzte Chance auf den Aufstieg verwirkt hatte: „In ein paar Tagen werden wir aber zu der Erkenntnis zu kommen, dass wir doch eine hervorragende Saison gespielt haben.“

Die Statistik des Spiels

TSV Biebelried – DJK Effeldorf 1:0 (0:0)

Biebelried: Oliver Schmitt; Patrick Weigand, Tobias Rüger, Christian Kraus, Mathias Winzenhörlein, Sebastian Singer, Carsten Breunig, Burkard Kleinschrodt (24. Christian Schömig), Alexander Strnad (90. Alexander Breunig), Roman Wright, Andreas La Rosa (86. Klaus Weberbauer).

Effeldorf: Philipp Will; Achim Schiffmaier, Stefan Böhm, Elmar Erk, Andreas Apfelbacher (78. Michael Döring), Sebastian Maag, Matthias Feineis, Markus Apfelbacher (82. Pascal Kehl), Max Niedermeyer, Philipp Niedermeyer, Armin Schiffmaier.

Schiedsrichter: Julian Greß (TSV Duttenbrunn).

Zuschauer: 665 (beim SSV Kitzingen).

Gelbe Karten: Winzenhörlein, Alexander Breunig – Markus Apfelbacher.

Rote Karte: Max Niedermeyer (Effeldorf, 90.+5, Notbremse).

Tor: 1:0 Sebastian Maag (74., Eigentor).

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.