LEICHTATHLETIK

Dominik Karl gewinnt den Lebkuchenlauf

Was bewegt 670 Sportler, am Sonntag zur Gottesdienstzeit durch den Wald zu hetzen? Für den Sieger des 21. Kitzinger Lebkuchenlaufs fällt die Antwort einfach aus.
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Die fünf schnellsten Männer des Kitzinger Lebkuchenlaufs: (von links) Dominik Karl, Lukas Storath, Rene Amtmann, Jakob Lauerer und Philipp Zabel. Foto: Foto: Hartmut Hess
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Für die schnellste Frau des 21. Kitzinger Lebkuchenlaufs war klar: „Eigentlich sind das nicht meine Temperaturen heute.“ Tatsächlich waren die Temperaturen knapp über der Nullgradgrenze nicht sonderlich angenehm. Aber Julia Skala dürfte im Ziel warm ums Herz geworden sein. Sie hatte bei ihrer ersten Teilnahme in Kitzingen den Lauf auf Anhieb gewonnen.

Volksläufer sind ja ein besonderes Völkchen, und so waren am Sonntag wieder insgesamt 670 Hobbysportler gekommen, um zur Gottesdienstzeit durch den Tännig-Wald zu hetzen. Die einen bevorzugen die geheizten Kirchenbänke, andere gehen nur mit Wintermantel, Mütze und Schal aus dem Haus, doch Läufer kennen da nichts. Leicht bekleidet gingen Hunderte von ihnen die Herausforderung auf dem Parcours des Trimm-Dich-Pfades an, manche nur in Lauf-Shirt und kurzer Hose. „Das passende Aufwärmen ist die Grundlage“, sagte ein Läufer lapidar. „Dann kann es losgehen, die Witterung wird zur Nebensache.“

„Das war zwar ein Wettkampf, aber zu dieser Jahreszeit eine gute Trainingseinheit.“
Dominik Karl, Sieger des Lebkuchenlaufs

Julia Skala mochte nicht in diesen Chor einstimmen, dennoch machte sie einen guten Job und landete für sich einen Favoritensieg. Sie gab sich hinterher jedenfalls nicht sonderlich überrascht von ihrer Spitzenplatzierung, obwohl sie erstmals beim Lebkuchenlauf am Start war. Die Sportlerin vom Team Intersport Wohlleben hatte einen Start-Ziel-Sieg errungen und im Ziel eine Minute Vorsprung vor Lea Cagol vom SV 05 Würzburg.

Dass nach zehn Kilometern im Wald Dominik Karl vom TV Ochsenfurt als Sieger einlaufen würde, verwunderte nicht. Der Polizeibeamte hat den Lebkuchenlauf schon mehrmals gewonnen, nur dieses Mal sorgte er für Konkurrenz aus dem eigenen Stall. Denn erst drei Tage vor dem Startschuss des Böllerschützen Thomas Stöckl hatte Karl seinen Berufskollegen Lukas Storath dazu animiert, seine läuferische Visitenkarte in Etwashausen abzugeben.

Dominik Karl dominierte das Rennen von der Spitze weg, verwaltete über mehrere Kilometer einen relativ sicheren Vorsprung, dann überschlugen sich in der Schlussrunde die Ereignisse. Denn Lukas Storath lieferte sich ein Gefecht mit seinen weiteren Verfolgern Rene Amtmann, Philipp Zabel und Jakob Lauerer und auf den letzten 600 Metern ein heißes Duell.

Sie überholten sich mehrmals gegenseitig, was dazu führte, dass Dominik Karl im Ziel nur noch fünf Sekunden vor Storath lag und die Läufer der anderen Fraktion binnen dreier Sekunden ebenfalls ins Ziel kamen. „Das war zwar ein Wettkampf, aber zu dieser Jahreszeit eine gute Trainingseinheit“, sagte der 28-jährige Polizeibeamte.

Neben Philipp Zabel als Fünftplatzierter überzeugte auch der Dettelbacher Weinmacher Sebastian Apfelba-cher. Der Lokalmatador im Trikot des ausrichtenden Laufteams der TG Kitzingen erreichte einen respektablen achten Platz und durfte sich als einer der „Lebkuchen-Preisträger“ aus der Lebküchnerei von Eva-Maria Will ausrufen lassen.

„Einen zweiten Schülerlauf erstmals mit Alters-Unterteilung anzubieten hat sich rentiert“, sagte Hartmut Gleß vom TGK-Laufteam. Insgesamt 670 Teilnehmer erreichten das Ziel, eine ansprechende Zahl – und der Kitzinger Sportreferent Manfred Marstaller zollte den Sportlern Respekt angesichts wirklich winterlicher Bedingungen. Der Preis für die größte Gruppe ging an die Riege der Marktbreiter Realschule, dahinter landeten der TSV Thüngersheim und das Laufwerk Würzburg. Der Preis als jüngster Sportler erhielt der 14-jährige Leon Zehnter.

Der älteste Teilnehmer nötigte mit seinem Alter Respekt ab. Er lebte seinen Namen, denn Fred Jung, der bei Philipp Zabel das Projekt „6.9“ in Anlehnung an den Krankenhauslauf nach Kräften bewältigt hatte, zeigte sich mit seinen 81 Jahren voll auf der Höhe.

Ergebnisse im Auszug

Hauptlauf Männer (10 Kilometer)

1. Dominik Karl (TV Ochsenfurt) 34:24

2. Lukas Storath (ohne Verein) 34,29

3. Rene Amtmann (TSV Thüngersheim) 34:30

4. Jakob Lauerer (SCMK Hirschau) 34:31

5. Philipp Zabel (RC am Schwanberg) 34:32

6. Jens Amthor (TV Ochsenfurt) 35:06

7. Maximilian Kolesch (TV Ochsenfurt) 35:16

8. Sebastian Apfelbacher (TG Kitzingen) 35:37

9. Christian Kunisch (VfL Sindelfingen) 35:48

10. Johannes Mahr (TSV Thüngersheim) 35:50

Hauptlauf Frauen (10 Kilometer)

1. Julia Skala (Team Intersport Wohlleben) 38:30

2. Lea Cagol (SV Würzburg 05) 39:25

3. Margrit Elfers (SC Kemmern) 41:11

4. Johanna Lotz (Laufstil Running Club) 41:32

5. Anika Oberbüchler (Erdinger Alkoholfrei) 42:31

6. Claudia Ernst (SV Würzburg 05 Triathlon) 44:05

7. Anja Bertleff (LG Erlangen) 44:12

8. Christine Karl (TV Ochsenfurt) 44:44

9. Hanna Edelmann (Team Schaeffler) 44:49

10. Tamina Preuß (ohne Verein) 44:51

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