FUSSBALL: KREISLIGA

Die dritte Mission des Thorsten Selzam

Überraschend stark ist die SG Buchbbrunn/Mainstockheim in die Saison gestartet. Doch Trainer-Rückkehrer Selzam weiß den Erfolg richtig einzuordnen.
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Zum dritten Mal ist Thorsten Selzam Trainer der SG Buchbrunn/Mainstockheim. Seine bisherigen Missionen führten in die Bezirksliga. Foto: Foto: Hans Will

Nun gut: Dass der SC Schwarzach nach drei Spieltagen in der Kreisliga 1 Würzburg an der Spitze des Feldes steht, kommt wahrlich nicht aus heiterem Himmel. Immerhin hat der Sportclub in der Sommerpause personell noch einmal gut zugelegt. Schon deswegen zählt er zum engsten Kreis der Aufstiegsanwärter.

Der Name des ersten Verfolgers mutet da deutlich überraschender an: Die SG Buchbrunn/Mainstockheim – Tabellensiebter der vergangenen Spielzeit – mischt in der Frühphase der Saison im Konzert der Großen in der Liga mit und hat mit drei Siegen aus drei Spielen eine hervorragende Basis gelegt.

So ist SG-Trainer Thorsten Selzam denn auch glücklich angesichts der Maximalausbeute seiner Mannschaft in der noch jungen Spielzeit. 5:2 in Estenfeld, 3:1 gegen Maidbronn und 2:0 in Geroldshausen: Die Resultate der SG lassen aufhorchen. Doch ein verantwortungsbewusster Coach wie Selzam wäre vermutlich fehl am Platze, ließe er sich in euphorisiertem Zustand von den Erfolgen blenden und machte er nicht auf das eine oder andere Manko aufmerksam. Denn der Übungsleiter weiß: Es ist noch längst nicht alles Gold, was glänzt bei seinem Team.

„Ergebnistechnisch ist es natürlich überragend, was wir bisher abgeliefert haben“, sagt Selzam. Aber er fügt gleich hinzu: „Wir hatten in den drei Spielen das eine oder andere Mal Glück.“ Dabei denkt er vor allem an das Heimspiel gegen Maidbronn, als der Gegner ebenfalls zu guten Torchancen gekommen sei und ein Unentschieden gerecht gewesen wäre. Auch zuletzt in Geroldshausen habe sein Team nicht den besten Tag erwischt.

Nach drei Spieltagen ohne Punktverlust dazustehen hätte der 42-jährige Waigolshäuser sich kaum träumen lassen. Denn was die Trainingsbeteiligung und die Leistungsbereitschaft einiger Spieler angeht, verlief die Vorbereitung durchwachsen, wie der Coach sagt. Doch ließen sich aus den bisherigen Auftritten noch keine klaren Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf der Saison ziehen. „Nach drei Spieltagen tue ich mir schwer damit, eine Bewertung abzugeben“, sagt Selzam. „Damit sollten wir noch einige Partien warten.“

Angesichts der kommenden Kontrahenten aus Eibelstadt und Schwarzach könnte sich schon bald offenbaren, welches Leistungsvermögen tatsächlich in der Mannschaft steckt. „Schwarzach gehört sicher zu den Meisterschaftsfavoriten, und auch Eibelstadt ist deutlich besser, als das ihre bisherigen Ergebnisse ausdrücken. Da warten zwei richtige Brocken auf uns“, sagt Thorsten Selzam mit Blick auf diese Herausforderungen.

„Es gibt genügend Mannschaften mit anderen Ambitionen, als wir sie haben.“
Thorsten Selzam, Trainer SG Buchbrunn/Mainstockheim

Ohnehin sei die Liga in dieser Saison „richtig stark“, findet der Coach, der seinem Klub deswegen die Rolle des Underdogs zuschreibt. „Es gibt genügend Mannschaften in der Klasse mit ganz anderen Ambitionen, als wir sie haben“, erklärt Selzam unter anderem mit Blick auf die kommenden beiden Gegner. Selbst wolle man die Favoriten so lange wie möglich ärgern und sich nicht wie zeitweise in der vergangenen Saison dem Druck aussetzen, Punkte gegen den Abstieg holen zu müssen.

„Ich bin weit davon entfernt zu sagen, wir sind da ganz vorne dabei in der Liga“, stellt Selzam klar. Und das, obwohl er jenes Gefühl nur allzu gut kennt. Der 42-Jährige ist aktuell bereits zum dritten Mal Coach der SG. Bei seinen vorherigen beiden Einsätzen führte er den Klub jeweils in die Bezirksliga. 2011 und 2016 war das. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass das Gastspiel von Buchbrunnern und Mainstockheimern in Unterfrankens höchster Spielklasse in beiden Fällen nach einem Jahr wieder zu Ende war. Mit diesem Schicksal sei die SG nicht alleine. „Man sieht, wie schwer sich die Aufsteiger aus der Kreisliga in den vergangenen Jahren in der Bezirksliga getan haben.“

Ob der Kreisliga-Dinosaurier – von den letzten vierzehn Jahren brachte er ganze zwölf in dieser Klasse zu – noch einmal in den Genuss kommen wird, sich eine Etage höher zu beweisen? „Ich weiß nicht, ob der Verein oder ich das noch mal erleben“, gibt sich Thorsten Selzam mit Blick auf solche Zukunftsfragen unschlüssig. Was für ihn zählt, ist die Gegenwart. Und die sieht für die SG ja auch recht rosig aus.

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