„Bitter, einfach bitter.“ SSV-Trainer Raimund Eichelbrönner suchte am Sonntag nach passenden Worten für die zweite 0:1-Niederlage binnen vier Tagen. Nachdem seine Schützlinge bereits gegen Sulzfeld zu Hause unglücklich verloren hatten, wiederholte sich ihr Schicksal gegen den Stadtrivalen von Bayern Kitzingen.
 

Erst wenige Minuten waren vorüber, als Steffen Metz auf Vorlage Nico Eichelbrönners die erste und für lange Zeit einzige Chance der Partie für die Gastgeber vergab. „Wenn wir in Führung gehen, treten wir ganz anders auf“, war sich Eichelbrönner sicher. Die Partie spielte sich in der Folge zwar auf hohem Niveau, aber zumeist zwischen den Strafräumen ohne weitere Torgelegenheiten ab, weil beide Mannschaften um Ordnung und Sicherheit im eigenen Spielaufbau bemüht waren. Die Bayern standen wie Sulzfeld wenige Tage zuvor defensiv kompakt, hielten zunächst geduldig den Ball in den eigenen Reihen, ehe sie den Vorstoß nach vorne wagten.

Klafkes richtige Schlüsse

Bayern-Trainer Erwin Klafke hatte den vorherigen Gegner am Siedler-Platz beobachtet und daraus Schlüsse gezogen. „Wir wollten möglichst schnell hinter dem Ball stehen. Diese Marschroute ist aufgegangen“, freute sich Klafke. Kompakt, konzentriert, kompromisslos lautete Klafkes Credo, nachdem vor dem mit 3:6 verlorenen Hinspiel „alles andere wichtiger gewesen war als das Spiel selbst“.

Als die Siedler sich am eigenen Strafraum in der Vorwärtsbewegung einen Abwehrfehler erlaubten, schaltete der nach einer halben Stunde für den kurzfristig berufenen Stefan Güntner eingewechselte Florian Gaubitz gedankenschnell um. Er passte den Ball zum auf rechts gestarteten Marcel Reuther, der mit einem überlegten Schuss ins linke untere Eck in der vorletzten Minute der ersten Halbzeit die Führung der Gäste erzielte. „Wir wurden brutal für unseren einzigen Fehler der ersten Halbzeit bestraft und kassierten zum ungünstigsten Zeitpunkt das Gegentor“, so Eichelbrönner.

Nach der Pause waren die Siedler dann gezwungen, auf den Ausgleich zu drängen. Sie verstärkten ihre Bemühungen in der Offensive, und dadurch ergab sich ein offeneres Spiel mit sichtlich mehr Strafraumszenen. Die spielten sich aber meist vor dem Gehäuse Mario Bodendörfers ab, der sich in der Schlussphase als Siegbringer auszeichnete, als er einen Schuss von Dominik Held aus kurzer Entfernung parierte. „Zum Schluss hatten wir es ihm zu verdanken, dass wir gewonnen haben“, lobte Klafke seinen Schlussmann.

Die Bayern hätten nicht bis zuletzt um den Auswärtserfolg bangen müssen, hätten sie einen Konter erfolgreich zu Ende gespielt. Beim aussichtsreichsten Gegenstoß scheiterte Reuther an Michael Kümmel. „Wir haben gegen einen sehr starken Gegner ein gutes Spiel gezeigt“, erklärte Eichelbrönner, und er machte klar, dass Spielverlauf und Ergebnis aus seiner Sicht erneut nicht übereinstimmten. „Uns fehlt der Befreiungsschlag. Vor dem Tor haben wir aber bei der entscheidenden Aktion eine Blockade. “ Schon im dritten Spiel nacheinander erzielten die Siedler kein Tor. In der Tabelle mussten sie dem Konkurrenten aus Reichenberg vorbeiziehen lassen. Dort treten sie am nächsten Sonntag zum Spitzenspiel an.

Bayern Kitzingen steht in der Tabelle zwar an achter Stelle, ist aber noch nicht gesichert. „Das ist eine irre Liga. Wir haben ein Spiel mehr gewonnen als verloren“, sagte Klafke, „und stecken weiterhin im Abstiegskampf.“ Nächsten Samstag erwartet die Bayern am heimischen Bleichwasen ein weiteres Nachbarschaftsduell gegen die SG Buchbrunn/Mainstockheim. Mit einem Sieg könnten sie wiederum den Siedlern einen Gefallen tun.

Die Statistik zum Spiel

SSV Kitzingen – Bayern Kitzingen 0:1 (0:1)

SSV Kitzingen: Michael Kümmel; David Bartsch, Fabian Sillig, Felix Scheider, Marko Renner, Lukas Pauluhn, Christopher Soldner, Florian Rumpel, Steffen Metz (62. Dominik Held), Dennis Ketturkat (85. Christopher Hornung), Nico Eichelbrönner (62. Robert Dillmann).

Bayern Kitzingen II: Mario Bodendörfer; David Ryba, Tom Reiner, Stefan Schöderlein (72. Jerome Brandtner), Marco Endres, Marcel Reuther (88. Marcel Döblinger), Tolga Arayici, Stefan Güntner (32. Florian Gaubitz), Florian Warschecha, Benedikt Straßberger, Felix Straßberger.

Schiedsrichter: Sven Hahm (Uettingen).

Gelbe Karten: Pauluhn, Sillig; Ryba, Gaubitz, Arayici.

Zuschauer: 250.

Tor: 0:1 Marcel Reuther (44.).