Auch nach 180 Saisonminuten wartet Bayern Kitzingen durch das 0:0 gegen den SV Pettstadt auf sein erstes Tor, ließ aber ebenso noch kein Gegentor zu. „Wir haben aus zwei Spielen zwei Punkte, vier wären verdient gewesen“, stellte Kitzingens Trainer Wolfgang Schneider das zweite torlose Unentschieden in Folge dem geleisteten Aufwand gegenüber. Für ihre spielerische Überlegenheit, eine angesichts der hohen Temperaturen läuferisch beeindruckende Leistung, für die Mehrzahl an Torgelegenheiten und die stabil stehende Abwehr, die über die gesamte Dauer nur drei brenzlige Situationen des Gegners zuließ, belohnten sich die Kitzinger Bayern nicht, da ihnen im Abschluss die entscheidende Zutat fehlte: ein Tor.

„Was die Kitzinger bei diesen mörderischen Temperaturen an Tempo spielten, verdient allergrößten Respekt. Was sie geleistet haben, war überragend“, ordnete Pettstadts Trainer Manfred Schmitt das Unentschieden aus seiner Sicht entsprechend als glücklich ein. Vor allem in der ersten Halbzeit bestimmten die Gastgeber das Geschehen am Bleichwasen. Daniel Endres scheiterte, bedrängt durch den eigenen Mitspieler, aus kurzer Entfernung nach einer Viertelstunde am gegnerischen Torhüter Oliver Ochs. Der agile Ahmed Bakare schoss wenige Minuten später aus zweiter Reihe weit über das Tor. Auch nach der Trinkpause Mitte der ersten Halbzeit bestimmten die Bayern das Bild. Christopher Lenhart schlug lang nach vorne, Joachim Hupps Rückgabe auf Daniel Endres wurde zur sicheren Beute von Ochs. Auch an allen Szenen vor dem Seitenwechsel waren Bakare und Hupp als zentrale Mittelfeldspieler beteiligt, doch die Versuche ihrer Mitspieler streuten zu weit um das gegnerische Gehäuse. „Wir haben uns zu sehr auf das Zentrum verlassen. Es wäre ein Schlüssel gewesen, dass wir noch mehr über die Außen hinter die Abwehr kommen und eine einfache Situation vor dem Tor provozieren, die wir durch die Mitte nicht bekamen“, stellte Schneider fest.

Pettstadt reagierte zu träge, wenn Kitzingen schnell und direkt nach vorne spielte, hatte dabei Probleme in der Rückwärtsbewegung und ließ dem Gegner pro Mann gut einen Meter Platz, den Ball anzunehmen und weiterzuleiten, was den Bayern wiederum ein schnelleres und direktes Spiel ermöglichte. Erst am Strafraum verteidigten die Oberfranken konsequenter. So begann auch die zweite Halbzeit, als Jannik Feidel von links in den 16-Meter-Raum stürmte, doch Ochs den Rückpass zum Mitspieler fing. Bakares Schüsse aus der Halbdistanz näherten sich dem Tor an, schlugen aber knapp daneben in der Bande ein. Nach einer Stunde konterte Pettstadt erstmals aussichtsreich über den schnellen Sven Wenzel, stellte seine Offensive um und brachte Kitzingen ein zweites Mal in Bedrängnis. Pettstadts Spielführer Mario Meth, der jeden Schritt gut überlegte, agierte ab Mitte der zweiten Halbzeit in der Spitze als Ballverteiler auf die schnellen Außen.

Die Chancen häufigen sich aber weiterhin auf der Gegenseite. Der eingewechselte Johannes Dürr brachte einen bereits abgewehrten Ball erneut auf das Tor, doch auch ihm stand Ochs im Weg. Die Bayern besannen sich zum Ende hin auf die Brechstange, indem Lenhart den Ball mehrmals hoch und weit nach vorne hebelte. Hupp als Abnehmer köpfte aus kurzer Distanz auf das Lattenkreuz. Daniel Endres schien überrascht, als er nach einem Freistoß von rechts am langen Pfosten plötzlich freistand, und Lenhart selbst verfehlte aus zentraler Position gegen eine Ein-Meth-Mauer nur knapp das Ziel.

„Es bleibt nichts Negatives hängen, außer dass wir unsere Chancen nicht nutzten“, befand Schneider. Die Befürchtung, dass seine Mannen das selbst vorgegebene hohe Tempo nicht durchhalten würden, hatte er nicht. Seine Mannschaft befinde sich in einer sehr guten konditionellen Verfassung. „Sie haben alles probiert und hätten bei unserer letzten Aktionen fast noch Pech gehabt“, pflichtete Schmitt seinem Kollegen bei. Er war zufrieden über das auswärts erreichte Unentschieden bei der Unausgewogenheit von Spiel und Ergebnis bei und bezog sich auf Pettstadts Konter in der Nachspielzeit, als Wenzel mit letzter Kraft die Grundlinie erreichte, doch der zentral mitgelaufene Michael Rausch im letzten Moment am Schuss gehindert wurde. Für Bayern Kitzingen war das Unentschieden freilich eine ungenügende Ausbeute. Ihr Spiel hatte alles, was zum Gewinnen nötig war – bis auf das eine: „Den Abschluss müssen wir verbessern, um uns beim nächsten Mal für unseren hohen Aufwand zu belohnen“, fordert Wolfgang Schneider.

Die Statistik zum Spiel

Bayern Kitzingen – SV Pettstadt 0:0

Kitzingen: Mario Bodendörfer, Marcel Geitz, Joachim Hupp, Ahmed Bakare, Christopher Lenhart, Julian Schuhmann, Felix Strassberger, Marco Endres, Oliver Koch (76. Marcel Reuther), Daniel Endres, Jannik Feidel (67. Johannes Dürr).

Pettstadt: Oliver Ochs, Oliver Riley, Simon Friedrich, Thomas Görtler (61. Sebastian Thomann), David Friedrich, Manuel Schwarm, Fabian Baumüller (61. Bernd Audenrieth), Mathias Rupp, Sven Wenzel, Erkan Esen, Mario Meth (89. Michael Rausch).

Schiedsrichter: Thomas M. Raßbach (Lehrberg).

Gelbe Karten: Lenhart (Kitzingen); Wenzel (Pettstadt).

Zuschauer: 100.

Tore: Fehlanzeige.