SCHIESSEN: UNTERFRANKENLIGA

Die Marktstefter Schützen setzen auf Masse

Nach dem Abschied der kompletten Mannschaft im Sommer müssen die Marktstefter neu aufbauen. Wieso sie sich trotzdem für einen Start in der Unterfrankenliga entschieden haben.
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Sportlich geschiedene Leute: Marktstefts Trainer Rainer Bauer (li.) und sein ehemaliger Schützling Werner Vehe, der zur BSG Schweinfurt abgewandert ist. Foto: Foto: Hartmut Hess

In den vergangenen Jahren hatten die Luftgewehrschützen der SG Marktsteft Schlagzeilen geschrieben: Als die führende Mannschaft dieser Disziplin im Schützengau Kitzingen schafften sie es bis in die Bayernliga. Nach dem Abstieg in die Unterfrankenliga rumorte es aber in Marktsteft – und im Sommer wurde bekannt, dass sich die komplette erste Mannschaft in alle Himmelsrichtungen verabschiedet hat. Eine Riege aus ehemaligen Schützen der zweiten Mannschaft samt Schützenmeister Achim Krämer trat zur neuen Saison in der Unterfrankenliga an und ist dort nicht überraschend Tabellenletzter.

„Wir haben uns zusammengesetzt und beschlossen, das Startrecht in der Unterfrankenliga auszuüben“, sagt Trainer Rainer Bauer. „Denn wir wollten dort als Mannschaft und Verein präsent sein.“ Er ist sich bewusst, dass die Leistung kaum reicht, und sagt: „Wir wollen uns nicht an stärkeren Gegner orientieren, sondern daran arbeiten, dass sich besonders die jungen Leute verbessern und ihre Schnitte steigern können.“ Zudem wird erst ab der Unterfrankenliga in Duellen geschossen; dieser Reiz könnte ambitionierten Schützen in Zukunft den Weg nach Marktsteft ebnen, so die Hoffnung der Verantwortlichen.

Treffsicherster im Team ist Martin Dietz. Der 18-jährige Dettelbacher erzielte beim zweiten Wettkampftag gegen den SV Burglauer II 383 Ringe. Auch auf Nummer 2 kann sich Maximilian Stöhr (21) sehen lassen, der in der gleichen Begegnung 375 Ringe schoss. Mit einem ordentlichen Abstand kann dahinter bislang Natalia Schäffner 365 Ringe verbuchen, vor der mit 16 Jahren Jüngsten im Team, Lisa Faber mit 364 Ringen. Position 5 bekleidet Achim Krämer als Mannschaftssenior – wegen einer Verletzung Krämers musste aber schon mal Christian Pfeuffer aus der zweiten Mannschaft aushelfen. Ersatzfrau ist Bianca Krämer.

An den zwei bereits absolvierten Wettkampftagen gab es nur Niederlagen – wie erwartet auch gegen die BSG Schweinfurt, wo es Marktstefts ehemaligen Sportleiter Werner Vehe und seine Frau Tanja Vehe hin verschlagen hat. Während die Vehes mit Schweinfurt an der Tabellenspitze stehen, sind die Marktstefter mit 0:8 Punkten Letzter. Bei 2:18 Einzelpunkten hielten sich ihre Erfolgserlebnisse in bescheidenen Grenzen. Auch gegen den SV Faulbach mit den weiteren Ex-Marktsteftern Jan Löther und Lukas Kirchner gab es nichts zu erben, was Rainer Bauer nicht verwundert. „Mit diesen Mannschaften können wir nicht mithalten“, sagt er. Zudem stünden seine Schützlinge vor einem Lernjahr mit den ungewohnten Duellen.

Die sportliche Klasse hat Marktsteft verlassen, aber Masse ist noch vorhanden, denn der Verein tritt mit der zweiten Mannschaft in der Gauliga an und mit der dritten Mannschaft in einer Gruppenliga. Doch der Weg in die Bezirksliga wird kaum zu verhindern sein. „Wir arbeiten pragmatisch, vielleicht findet auch künftig wieder das eine oder andere Talent den Weg zu uns“, verdeutlicht Rainer Bauer seine derzeit alternativlose Strategie.

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