HANDBALL: BEZIRKSOBERLIGA

Die Mainfranken rätseln über ihr Leistungsvermögen

Das eigene Turnier verloren Mainfrankens Männer ebenso wie ein Pokalspiel. Und dass keine Tests gegen höherklassige Teams zustande kamen, hat einen ganz speziellen Grund.
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Auf Denis Motscha vertraut Mainfranken im Angriff. Foto: Foto: Hartmut Hess

Gerade in körperlich anspruchsvollen Sportarten wie Handball kommt vielen Mannschaften das Saisonende eigentlich ganz gelegen, um sich von den Strapazen einer langen Runde zu erholen. Die Männer der HSG Mainfranken hätten gegen eine Verlängerung der abgelaufenen Spielzeit aber wohl nichts einzuwenden gehabt. Schließlich hatten sie in der Bezirksoberliga einen Lauf und waren in Topform. Nur eine einzige Partie – gegen Meister Michelfeld – verlor die HSG in der gesamten Rückserie. Nach der durchwachsenen Hinrunde landete sie damit als Aufsteiger noch auf dem achtbaren vierten Tabellenplatz.

An diese Leistungen der vergangenen Rückserie möchte der Verein, bestehend aus den früher eigenständigen Klubs Kitzingen, Mainbernheim und Etwashausen, in der nun beginnenden neuen Spielzeit anknüpfen. Doch glaubt man HSG-Trainer Norbert Senft, wird das nicht leicht. Mit dem Stand der Vorbereitung ist Senft nicht wirklich glücklich. „Sehr zäh“ sei der Sommer für seine Mannschaft verlaufen. Das größte Problem, das er derzeit sieht: Seinem Team fehle der Spielrhythmus.

Will keiner mehr spielen?

„Wir haben kaum Trainingsspiele bestreiten können.“ Senft kann nicht verstehen, dass sich kein höherklassiger Klub bereit erklärte, ein Testspiel gegen die Mainfranken auszutragen. Offenbar wolle niemand mehr Handball spielen, moniert der Coach, der seine Jungs gern auf höherem Niveau gefordert gesehen hätte. In den Vergleichen mit unterklassigen Gegnern gingen sie zwar als Sieger vom Feld, ein Gradmesser für die Saison waren diese Begegnungen für Senft jedoch nicht.

Selbstvertrauen sammeln konnten die Mainfranken weder beim eigenen Vorbereitungsturnier, bei dem sie ohne Sieg geblieben waren, noch bei der 21:34-Niederlage im Pokal gegen Ligakonkurrent Volkach. Sie mussten personell teilweise aber auch arg geschwächt antreten. Damit tappen die Verantwortlichen um Norbert Senft vor dem Saisonauftakt weitestgehend im Dunklen, was das Leistungsvermögen der Mannschaft angeht. „Ich weiß gerade gar nicht, wo wir stehen. Wir können nur von Spiel zu Spiel schauen“, sagt der Trainer, der seine Mannschaft derzeit als Wundertüte sieht.

Chance für den Nachwuchs

Immerhin konnte er die Abwesenheit von Leistungsträgern in der Saisonvorbereitung dazu nutzen, jüngeren Akteuren eine Chance zu geben. In Fabian Kaiser, Armrit Dhillon und Torwart Niklas Wegmann sind Kräfte aus dem eigenen Nachwuchs dazugestoßen, die es nun zu integrieren gilt. Sie sollen helfen, die Abgänge von Kreisläufer Benno Gattenlöhner und Torwart Christian Teske zu kompensieren.

Ein Selbstläufer wird die Saison für die HSG jedoch nicht – zumal sich Rückraumspieler Lukas Uhl nach gerade auskuriertem Kreuzbandriss in der Vorbereitung nun am Meniskus verletzte und erneut länger ausfallen dürfte. Petrick Kräutner hat die Laufbahn nach dem dritten Kreuzbandriss derweil sogar beendet. Auch aufgrund solch ungünstiger Vorzeichen bleibt Senft in Sachen Saisonziel eher vorsichtig. Man peile den sechsten Platz an.

Das Hauptaugenmerk des Trainers galt in der Vorbereitung der Abwehrarbeit. Hier gelte es variabler zu werden und neben der klassischen Formation der 6:0-Deckung auch noch andere Varianten aus dem Effeff zu beherrschen. Der Angriff soll weiterhin von Denis Motscha getragen werden, dem Torschützenkönig der vergangenen Saison. Der Auftakt dieser Runde mit zwei Auswärtsspielen in Lohr und Volkach wird bereits erste Aufschlüsse liefern, ob die Rechnung aufgeht.

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