Handball-Bayernliga Männer

Die Lohrer fühlen sich reif für den Titel

Sie haben sich viel vorgenommen beim TSV Lohr – womöglich zu viel. „Vielleicht haben wir uns ja ein Ziel gesetzt, das größer ist als unsere Möglichkeiten. Aber wir wollen am Ende ganz vorne stehen“, sagt Trainer Frantisek Fabian.
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Sie haben sich viel vorgenommen beim TSV Lohr – womöglich zu viel. „Vielleicht haben wir uns ja ein Ziel gesetzt, das größer ist als unsere Möglichkeiten. Aber wir wollen am Ende ganz vorne stehen“, sagt Frantisek Fabian. Der Trainer des Handball- Bayernligisten TSV Lohr macht klar, dass sein Team nach drei dritten Plätzen in Folge endlich den Titel erringen und damit die dritte Liga erklimmen möchte.

Für dieses Vorhaben haben sie ihre Mannschaft zusammengehalten und dazu zwei Neue verpflichtet: Torwart Peter Pcola (SG Pforzheim-Eutingen) und den Allrounder Denny Purucker, der schon während der vorigen Saison von Großwallstadts Bundesliga-Nachwuchs zum TSV gestoßen war. Zudem ist Max Wirth vom Großwallstadter Jugend-Leistungszentrum zurückgekehrt. Er soll ein Doppelspielrecht für A-Jugend und erste Mannschaft erhalten, wird aber für einige Wochen gesperrt sein. Und sie haben in Lohr härter denn je gearbeitet, wie Frantisek Fabian vor seinem vierten Jahr beim TSV Lohr sagt: „Wir haben in der Vorbereitung so viel gemacht wie noch nie.“ Training, Testspiele, Turniere.

Dabei üben neuerdings die Brüder Lars und Tom Spieß, Yannick Bardina sowie Denny Purucker, die vergangene Saison wegen eines Doppelspielrechts im Großwallstadter Bundesliga-Nachwuchs nur einmal die Woche in Lohr weilten, regelmäßig mit dem Team. Während Purucker und Bardina ganz nach Lohr gewechselt sind, besitzen die Spieß-Brüder weiter ein Doppelspielrecht bei Großwallstadts A-Jugend-Bundesliga. „Anders als in der vergangenen Saison hat aber bei Terminüberschneidungen der TSV Lohr Priorität“, wie Abteilungsleiter Ludwig Scheiner sagt. Ferner ist der Kader mit 17 Spielern so breit besetzt, dass der Coach nahezu auf jeder Position gleichwertige Alternativen aufbieten kann.

Bereits vorige Runde stand Fabians Team an der Tabellenspitze, es verlor die Position aber nach Niederlagen gegen direkte Konkurrenten als auch gegen vermeintlich „kleine Gegner“. „Das können wir uns nicht noch einmal erlauben. Aber ich glaube, dass die Mannschaft gelernt hat“, sagt der Trainer. „Unsere Aufgabe ist es, jede Woche mehr als hundert Prozent abzurufen.“ Denn der 55 Jahre alte promovierte Pädagoge aus der Slowakei weiß, dass seine Spieler in der beginnenden Saison großem Druck ausgesetzt sein werden. Schließlich hat fast die ganze Bayernliga die Lohrer zum Meisterschaftsfavoriten erkoren. Für Fabian kein Problem: „Das ganze Leben gibt es Druck. Wir sind Favorit, und wir müssen mit dieser Situation klarkommen.“

Aber auch da ist der Trainer zuversichtlich, dass sein Team gelernt habe. Voran Lars und Tom Spieß, die im Juli mit der deutschen Jugend-Nationalmannschaft in Österreich Europameister wurden und in engen Spielen viele kritische Situationen zu überstehen hatten. Wenn die Saison an diesem Samstag gegen Unterhaching beginnt, will Fabian keine Leichtfertigkeit im Team. „Da kommt ein starker Aufsteiger, der in der ganzen letzten Saison nur ein Spiel verloren hat und sich gute Leute geholt hat.“ Mit einer Niederlage möchte schließlich keiner in Lohr ins „Unternehmen dritte Liga“ starten.

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