Eine Art Sonder-Trainingseinheit legten dieser Tage Spieler des FC Reupelsdorf ein. Nicht auf dem Sportplatz, aber anstrengend dürfte es trotzdem gewesen sein. Einige halfen und packten kräftig mit an, als Torjäger Serkan Sarioglan umzog. Ein Betreuer war mit dem Kleinlastwagen gekommen, um Möbel zu transportieren. „Das ist das schöne bei dem Verein, wenn du Hilfe brauchst, versuchen sie auch zu helfen, wo es geht. Der ganze Verein, der Vorstand, alle Leute, die sind echt bombig“, zählt Spielertrainer Özkan Sarioglan ein Beispiel auf, was ihm am FC Reupelsdorf so gefällt.

Ansonsten steht die Vorbereitung auf das am Sonntag anstehende Spitzenspiel der auf Tabellenplatz drei lauernden Reupelsdorfer gegen den momentanen Tabellenführer Nordheim/Sommerach für Özkan Sarioglan unter einem eher schlechten Stern. Der türkische Spielertrainer klagt über eine Vielzahl an Verletzten, die seinem Spielerkader bereits in den letzten Wochen zusetzte.

Der 34-Jährige zählt Neuzugang Eugen Müller auf, der erst ein Spiel bestritt. Julian Rasp und Marvin Eigner fallen aus, Thomas Hümmer pausiert, Martin Bader wird diesmal fehlen, dazu hat Sarioglan manchen angeschlagenen Akteur im Kader. So müsse im Moment eben der eine oder andere ran, der weniger trainiert. „Das sind keine guten Voraussetzungen, aber es klappte auch ohne sie“, sagt Sarioglan.

Bei einem Reupelsdorfer Sieg würde der FC dem Überraschungs-Tabellenführer bis auf einen Punkt auf die Pelle rücken. „Wir probieren es und werden unser Bestes geben. Wenn wir keine drei Punkte holen, ist das auch nicht schlimm“, fasst der Trainer zusammen. Er setzt auf die Rückrunde, wo die zuvor aufgezählten Spieler wieder mit dabei sein sollen. Dann will Sarioglan mit Reupelsdorf noch einmal zum Angriff auf die Tabellenspitze ansetzen.

Dieses Jahr bremste Anfang September ein Durchhänger mit drei Niederlagen in Folge den FC, der damit erst einmal ins Mittelfeld rutschte. „Wir haben schlecht angefangen, dachten, es geht so weiter wie in der letzten Runde. Dann habe ich die Mannschaft etwas defensiver eingestellt, wir haben uns gefangen und die Punkte geholt“, erzählt Sarioglan rückblickend.

In der vergangenen Saison verpasste Reupelsdorf als Dritter nur knapp den Sprung nach oben. Ob die Kreisliga überhaupt Sinn gemacht hätte für den Dorfverein, der keine Jugendmannschaft und auch keine Reserve hat? So ist der FC auf Auswärtige angewiesen, nicht nur auf die Sarioglan-Brüder, auch weil dem FC der Nachwuchs fehlt. „Das ist natürlich ein Problem. Es ist immer noch schwierig, Spieler nach Reupelsdorf zu holen. Das wäre auch in der Kreisliga nicht leichter gewesen“, gibt Sarioglan zu. Im Umkreis seien viele zugkräftige höherklassige Vereine, die interessantere Perspektiven böten, als der FC.

Dass an Özkan Sariogan einiges hängt, weiß er. Ob man auf Dauer Spieler wie seinen jüngeren Bruder Serkan (24) in der Kreisklasse halten kann? „Wenn ich dabei bin, schon. Er ist ein sehr guter Spieler, der jedes Jahr Angebote bekommt. Aber er hat noch viel Zeit vor sich“, sieht er es gelassen. Alles in allem würde sich der Spielertrainer zutrauen, mit dem Verein Kreisliga zu spielen. „Das Potenzial ist da. Einerseits wollen wir hoch, andererseits fehlen die Leute“, schildert er die Zwickmühle. Er selbst hat wieder die Fußballschuhe angezogen, aber nicht nur wegen des knappen Personals.