Fußball

Die Bayern mit perfektem Konterfußball

Simon Pauly verhilft den Bayern mit zwei Toren zu einem 2:0-Sieg bei der FT Schweinfurt. „Ich habe immer wieder vor Kitzingen gewarnt“, sieht sich FTS-Trainer Gehling nachher bestätigt.
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Den Gegner abgeschüttelt: Kitzingens Benedikt Straßberger (rechts) läuft dem Schweinfurter Marcel Hartmann davon. Foto: Foto: Marion Wetterich

Planlos, pomadig, peinlich. „Eine verdiente Niederlage gegen einen guten Gegner.“ Beschönigen konnte und mochte Trainer Ernst Gehling nach der 0:2 (0:0)-Niederlage seiner FT Schweinfurt gegen Aufsteiger Bayern Kitzingen nichts. „Das war eine mäßige Leistung von uns“, sagte er. Ob seine Mannschaft die Bayern unterschätzt habe? „Ich zumindest nicht. Ich habe immer wieder vor Kitzingen gewarnt.“ Aber die Spieler scheinen nicht zugehört zu haben. So kamen die Bayern dank zwei Treffern Simon Paulys nach der Halbzeit zum zweiten Saisonsieg im dritten Spiel.

Natürlich hatten die Schweinfurter deutlich mehr Ballbesitz. Die Bayern machten die Räume eng und mit zwei Viererketten geschickt hinten dicht. Und den Turnern fiel dagegen auch rein gar nichts ein. Kaum eine herausgespielte Torchance besaßen sie. Viel zu unflexibel und ungenau das Spiel war von hinten heraus, viel zu unbeweglich verhielten sich die Offensivkräfte. Bald konnten die Zuschauer den Eindruck gewinnen, da wollte keiner bei der FTS wirklich den Ball haben.

Ein einziges Mal musste Kitzingens Torhüter Malte Schulze-Happe Kopf und Kragen riskieren, als ein als Flanke gedachter Ball Marcel Hartmanns immer länger wurde: Mit Mühe vermochte ihn der Torwart noch über die Latte zu lenken (27.). Kurz vor der Pause hatte Hartmann noch einmal im Strafraum freie Schussbahn, aber er schlug ein kapitales Luftloch (40.). „Viel zu schlampig“, schimpfte Trainer Gehling.

Auf der anderen Seite boten sich erst Agron Ibrahimi (2.), dann Shawn Hilgert (35.) die Chancen, die Gäste in Front zu schießen. „In der ersten Hälfte war es ein offener Schlagabtausch“, fand Bayerns Trainer Wolfgang Schneider. Er hatte die Turner beim 2:3 in Karlburg studiert und anscheinend die richtigen Schlüsse gezogen, wie die FTS am besten zu knacken ist. „Wir wussten, dass Schweinfurt uns die nötigen Räume geben wird.“

Entsprechend zeigten die Bayern nach dem Wechsel beinahe perfekten Konterfußball. Während sich die Hausherren weiter ideenlos festrannten, wurde es ein ums andere Mal gefährlich vor dem Tor der FTS. „Letztlich waren wir noch gut bedient“, sagte Gehling. Wissend, dass sein Torwart Dominik Biemer zwei Alleingänge Shawn Hilgerts (58., 61.) und einen von Jörg Otto (69.) noch stoppte. Stefan Güntner traf nur den Pfosten (51.).

Gegen Simon Pauly, den besten Mann auf dem Platz, war er aber bei weiteren Kontern zweimal machtlos (49. und 73.). „Wir wollten in der zweiten Halbzeit Druck machen, aber da kam gar nichts“, kommentierte Gehling die laue Luft, die sein Team ausströmte. Eine gute Chance gab es doch für die Turner: Als Kitzingens Torwart Schulze-Happe sich aus seinem Gehäuse locken ließ, hatte Florian Heller nur noch einen Verteidiger und das leere Tor vor sich. Warum der Stürmer da nicht aus zehn Metern drauf hielt, sondern meinte, quer spielen zu müssen, weiß nur er selbst (75.).

Nach der zweiten Niederlage wird das Derby am Freitag in Bergrheinfeld für die FTS schon zum Schicksalsspiel. „Wenn wir da wieder verlieren, ist der Abstand zur Spitzengruppe schon so groß, dass er kaum aufzuholen ist und uns ganz früh eine Null-acht-fünfzehn-Saison droht“, so Gehling.

Das Spiel in der Statistik

FT Schweinfurt – Bayern Kitzingen 0:2 (0:0)

Schweinfurt: Dominik Biemer; Sebastian Ziegler, Tony Stenzinger, Dominik Ebert (58. Thilo Wilke), Patrick Geißler, Florian Riegel, Benjamin Freund, Danny Djalek, Michael Mantel, Florian Heller, Marcel Hartmann (67. Paul Karg).

Kitzingen: Malte Schulze-Happe; Oliver Stark, Benedikt Straßberger, Christopher Lenhart, Philip Schlarb, Shwan Hilgert (62. Jörg Otto), Stefan Güntner, Thorsten Götzelmann, Stefan Schöderlein (89. Florian Warschecha), Agron Ibrahimi (69. Mario Schmidt), Simon Pauly.

Schiedsrichter: Stephan Aufschläger (Wunsiedel).

Zuschauer: 150.

Tore: 0:1 Simon Pauly (49.), 0:2 Simon Pauly (73.).

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