Mit der letzten Aktion ist Bayern Kitzingen nach einer überlegen geführten zweiten Halbzeit noch der Treffer zum 2:2 (0:2) gegen den TSV Kleinrinderfeld gelungen. „Einer geht noch“, hatte Kitzingens Trainer Wolfgang Schneider gerufen – und es ging noch einer: Nach Flanke Benedikt Jandls köpfte Felix Straßberger zum späten Tor. Unmittelbar danach war Schluss.

Schneider hatte seine Anfangself nach dem 2:1 der Vorwoche in Kahl nicht geändert. Doch kam der zuletzt mit zwei Treffern erfolgreiche Jannik Feidel auf der linken offensiven Seite nicht an die zuletzt gezeigte Leistung heran. So konnte der Kleinrinderfelder Bastian Götzfried immer wieder ungestört flanken. Drei Minuten waren vergangen, als Kitzingens Johannes Dürr an der Latte scheiterte. Nach einer Viertelstunde reklamierten die Hausherren ein Handspiel des Gegners im Strafraum, doch der Schiedsrichter hatte den Tatort außerhalb gesehen und gab Freistoß, den Dürr an das Außennetz setzte.

„Für mich ein klarer Handelfmeter“, so Schneider. „Er hat die Situation gesehen und leider falsch interpretiert.“ Er wunderte sich über dessen weitaus freigiebigere Auslegung auf der Gegenseite. Denn als Jandl seinen Größenvorteil gegenüber Magel beim Kopfball ausspielte, erkannte der Unparteiische auf Foulspiel Jandls, und er deutete auf Strafstoß. Mario Christ traf zum 0:1. „Die Entscheidung hat mich überrascht, ich hatte da kein Foul gesehen“, sagte Schneider.

Unstrittig war, dass Kitzingens linke Seite im Abwehrverhalten lahmte. Götzfried konnte sich deshalb ungehindert in der gegnerischen Hälfte bewegen, bediente schon einmal vor dem Gegentor mit einer präzisen Hereingabe Sandro Kramosch, aber dessen Kopfball flog vom Innenpfosten zurück ins Feld. Kitzingen ließ nach dem Rückstand im Verteidigen nach, Maximilian Haags Querpass über das halbe Feld erreichte Marcel Böhm, dessen Schuss landete erneut am Aluminium, prallte aber vom Pfosten ins Tor. Auf mehreren Positionen hatten die Bayern ihren Gegnern zu lange Aktionszeiten am Ball gelassen.

„Die Rückwärtsbewegung der linken Seite gefiel mir nicht“, adressierte Schneider seine Kritik. Feidels beste Szene ergab sich zwei Minuten vor der Pause: Daniel Endres behauptete auf Zuspiel Straßbergers den Ball und legte zentral auf, Kitzingens Außenstürmer aber wurde vor der Linie am Schuss gehindert. „In der ersten Halbzeit lagen wir verdient in Führung“, sagte Gästetrainer Harald Funsch und sah, dass sich nach Seitenwechsel nicht nur die Spielrichtung, sondern auch das Spiel änderte.

Zwar besaßen die Gäste eine erste Gelegenheit, als Haag den Ball akrobatisch im Fallen per Kopf vorlegte, Kramoschs Schuss aber verfehlte das Tor. Dann rutschte Dürrs Freistoßball über Philipp Christs Scheitel zum 1:1 ins Netz – ein Eigentor des Kleinrinderfelders –, und Kitzingen drängte in der letzten halben Stunde auf den Ausgleich. Endres bot sich die größte Gelegenheit, als er nach Hupps Anspiel vor Marco Reidelbach den Abschluss wählte, aber Kleinrinderfelds Torhüter parierte glänzend. Der mitgelaufene Julian Schuhmann hätte ins leere Tor schieben können, wäre er nur angespielt worden. Auch Jandl scheiterte eine Viertelstunde vor dem Ende an Reidelbach. Lenhart schlug eine Handvoll Freistöße und Flanken zentimetergenau vor das gegnerische Tor, welche die Mitspieler doch verpassten.

„In der zweiten Halbzeit hatten wir eine unglaubliche Zahl an Gelegenheiten, ohne dass wir defensiv die Ordnung verloren. Deshalb ist dieses Ergebnis mehr als verdient“, stellte Schneider nach bangem Warten auf den Ausgleich fest. Zuvor hatten die aufgerückten Philipp Schlarb nach Flanke Straßbergers sowie Jandl nach einem Eckball Dürrs die Vorlagen um Haaresbreite versäumt. „Wenn man Kitzingens Spielanlage sieht“, sagte Funsch, „steckt hier hervorragende Arbeit des Trainers dahinter. Für die Konsequenz am Platz sind die Spieler selbst zuständig.“

Als zwei Minuten Nachspielzeit fast abgelaufen waren, schlug Jandl noch einen Ball in den Strafraum, Straßberger vollendete die Hereingabe zum Ausgleich. „Wir haben das Spiel in der zweiten Hälfte kontrolliert und zwei unserer vielen Torchancen erfolgreich zu Ende gebracht“, sagte Schneider. „Wir müssen in den drei letzten Spielen hellwach sein. Unsere Situation hat sich nicht verändert. Wir sind weiterhin gefordert.“

Die Statistik zum Spiel

Bayern Kitzingen – TSV Kleinrinderfeld 2:2 (0:2)

Kitzingen: Mario Bodendörfer; Philipp Schlarb, Benedikt Jandl, Joachim Hupp, Ahmed Bakare, Christopher Lenhart, Johannes Dürr, Julian Schuhmann, Felix Straßberger, Daniel Endres, Jannik Feidel (69. Marco Endres).

Kleinrinderfeld: Marco Reidelbach; Philipp Günder (71. Kevin Klisch), Philipp Christ, Bastian Götzfried, Mario Christ, Manuel Jäger, Simon Sommer, Artem Magel (82. Philipp Hellwich), Sandro Kramosch, Marcel Böhm (69. Julian Meyer), Maximilian Haag.

Schiedsrichter: Andreas Wörtmann (Wülflingen).

Gelbe Karten: Daniel Endres, Hupp; Meyer.

Gelb-Rot: Manuel Jäger (Kleinrinderfeld, 86., wiederholtes Foulspiel).

Zuschauer: 156.

Tore: 0:1 Mario Christ (26., Foulelfmeter), 0:2 Marcel Böhm (29., nach Querpass von Maximilian Haag), 1:2 Philipp Christ (53., Eigentor nach Freistoß von Johannes Dürr), 2:2 Felix Straßberger (90.+2, Kopfball nach Flanke von Benedikt Jandl).