Fußball-Landesliga Nordwest

Die Bayern kultivieren ihre Auswärtsserie

Die „mit Abstand schlechteste Leistung" sieht Gerolzhofens Trainer Romeis von seiner Mannschaft. Und so geht dieses 1:2 gegen die auswärts weiter schwungvollen Kitzinger Bayern vollauf in Ordnung.
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Sicherheitsabstand: Gerolzhofens Daniel Haub (links) hält den Kitzinger Stefan Güntner auf Distanz. Foto: Foto: Guido Chuleck

Udo Romeis war bedient. „Die mit Abstand schlechteste Leistung meiner Mannschaft in dieser Saison“ hatte der Trainer des FC Gerolzhofen von seiner Mannschaft gesehen, und so ging dieses 1:2 (0:1) am Samstag gegen Bayern Kitzingen vollauf in Ordnung. Ohne sich großartig anstrengen zu müssen, hatten die Gäste auf fremdem Platz im Stil einer Heimmannschaft Spiel, Ball und Gegner laufen lassen und waren als überlegener Sieger vom Rasen gegangen.

Die Gerolzhöfer hatten zu keinem Zeitpunkt ein probates Mittel gefunden, um Kitzingen Paroli zu bieten. Sie wirkten überfordert und hilflos. Trauriger Höhepunkt bei den Gastgebern war die Rote Karte für FC-Abwehrspieler Florian Heimerl (83.) für sein ruppiges und unnötiges hartes Einsteigen auf Höhe der Mittellinie. In den ersten 15 Minuten hatten sich beide Teams abwartend gezeigt.

Die Gerolzhöfer suchten eine Lücke, die Kitzinger schauten sich dieses Bemühen in aller Ruhe an. Beide tasteten sich langsam Richtung gegnerischen Strafraum, aber an dessen Grenze war Feierabend. Erst nach und nach gab es so etwas wie Torschüsse, Andreas Schröer schaffte es auch gelegentlich, sich der Kitzinger Doppelbewachung zu entziehen. Aber als es um den Abschluss ging, fehlte es ihm an Entschlossenheit.

Ohne dass die Gäste den Druck erhöhen mussten, wurde Gerolzhofen nach 20 Minuten nervös. Schon im Spielaufbau schlichen sich Fehler ein. Die Bayern rückten vor und kamen dadurch zu Torgelegenheiten. Kurioserweise nutzten die klein gewachsenen Gäste nicht die klaren Einschussmöglichkeiten, sondern wurstelten sich durch die FC-Abwehr. Wie in der 24. Minute, als der Ball über gefühlte zehn Stationen bei Kitzingens Jörg Otto landete. Der bugsierte den Ball irgendwie zu Shawn Hilgert, der ihn irgendwie annahm und ihn im Fallen artistisch über die Linie zum 1:0 für die Gäste drückte. Danach war die Gerolzhöfer Abwehr völlig verunsichert. Das 0:2 lag in der Luft, fiel aber nicht.

Nach der Halbzeit dominierten die Kitzinger noch deutlicher. Von der sicheren Abwehr über das kompakte Mittelfeld bis zu den schlagkräftigen Stürmern waren sie dem FC in jeder Hinsicht überlegen. Hohe Abschläge von FC-Torhüter Valentin Roth auf seine Stürmer Andreas Schröer und Julian Geck, sonst immer eine hochgradige Gefahr für die Gegner, kamen nicht mehr an, das Aufbauspiel geriet mehr und mehr ins Stocken, und im Mittelfeld häuften sich die Fehlpässe.

Einziger Lichtblick war der Ausgleich. Johannes Wittenberg ließ in der 74. Minute auf der rechten Angriffsseite zwei Gegenspieler einfach stehen, er schoss den Ball scharf und flach in den Strafraum. Schröer nahm ihn an und wurde von den Beinen geholt. Den Strafstoß verwandelte am Ende der eingewechselte Daniel Haub sicher zum 1:1

Die Kitzinger spielten weiter, als sei nichts gewesen – und keine fünf Minuten später führten sie wieder. Fünf Angreifer waren durch die düpierte Abwehr vor Valentin Roth spaziert, der Ball flitzte wie eine Flipperkugel zwischen ihnen hin und her, und Agron Ibrahimi beendete das Spielchen mit einem für Roth unhaltbaren Torschuss (78.). Udo Romeis sah die Niederlage kommen, er schickte Florian Eschenbacher als dritten Stürmer auf den Platz. Der kam in der 85. Minute auch zu einem Schuss aus 20 Metern, aber Kitzingens Torwart Florian Nöth lenkte den Ball per Flugeinlage sicher zur Ecke.

„Unsere Niederlage war verdient“, sagte Romeis. „Ich habe von Anfang an gemerkt, dass das nicht gut gehen würde, so wie wir aufgetreten sind.“ Kitzingens Trainer Wolfgang Schneider trauerte nur den vergebenen Torchancen nach. „Meine Spieler waren von Anfang an hochkonzentriert bei der Sache, und sie haben sich auch durch den Ausgleich nicht aus der Ruhe bringen lassen“, so seine zufriedene Bilanz.

Statistik zum Spiel

FC Gerolzhofen – Bayern Kitzingen 1:2 (0:1)

Gerolzhofen: Valentin Roth; Fabian Mack, Stefan Rothenanger, Florian Heimerl, Daniel Geck, Johann Wittenberg, Julian Goebel, Max Seuferling (62. Florian Eschenbacher), Alexander Kneißl-Bedenk (50. Tino Pabst), Julian Geck (55. Daniel Haub), Andreas Schröer.

Bayern Kitzingen: Florian Nöth; Philipp Schlarb, Christopher Lenhart, Marcel Geitz (79. Florian Warschecha), Julian Schuhmann, Stefan Güntner, Jörg Otto, Stefan Schöderlein (59. Simon Pauly), Shawn Hilgert (65. Oliver Stark), Tolga Arayici, Agron Ibrahimi.

Schiedsrichter: Niko Mäusbacher (Kronach).

Zuschauer: 200.

Rote Karte: Florian Heimerl (Gerolzhofen, 83., grobes Foulspiel).

Tore: 0:1 Shawn Hilgert (24.), 1:1 Daniel Haub (74., Foulelfmeter), 1:2 Agron Ibrahimi (78.).

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