Fußball-Landesliga Nordwest

Die Bayern bieten Spaß und Spektakel

Was für ein Auftritt: Beim höchsten Landesliga-Heimsieg bleibt Bayern Kitzingen zum fünften Mal in Folge unbesiegt. Der neue Trainer Yigit warnt nach dem 6:1 vor Hochmut.
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Kitzinger Spaßduo: Shawn Hilgert (links) und Jannik Feidel wagen beim Heimsieg über Leinach ein Freudentänzchen. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach

Am letzten Spieltag der vergangenen Saison hatte Bayern Kitzingen mit dem 5:0 über Leinach den höchsten Heimsieg seit dem Aufstieg in die Landesliga vor etwas mehr als drei Jahren erzielt. Am Samstag setzte von Trainer Tamer Yigit noch einen drauf. Mit 6:1 (3:1) bezwang sie den weiterhin sieglosen Letzten der Landesliga Nordwest. Damit blieb sie bereits im fünften Spiel nacheinander ungeschlagen, bei zuletzt drei Siegen. Shawn Hilgert war im rechten offensiven Mittelfeld in die Anfangself der Bayern zurückgekehrt. Und rasch war klar, wohin sich das Spiel entwickeln würde.

Hatte Kitzingens Sebastian Stumpf eine Minute zuvor seine erste Gelegenheit vergeben, so traf der 19-Jährige innerhalb der ersten Viertelstunde zur Führung. Daniel Endres hatte ihm den Ball aufgelegt. Die Gastgeber hielten das Spiel in der Hand und erhöhten Mitte der ersten Hälfte ihren Vorsprung durch eine Einzelleistung Shawn Hilgerts. Er war von rechts ins Zentrum gezogen, traf aus siebzehn Metern unten links ins Tor. Fünf Minuten hielt Leinachs offene Abwehr dicht, bis Hilgert nach Stumpfs Anspiel mit einem kraftvollen Antritt zwei Verteidiger stehenließ und wieder unten links den erfolgreichen Abschluss wählte.

„Stehen wir tief, legen wir dem Gegner die Tore auf. Verteidigen wir hoch, werden wir von ihm in den entstehenden Räumen ausgespielt“, sagte Leinachs Trainer Berthold Göbel und zog die entsprechende Folgerung: „Die Qualität ist momentan bei jeder Mannschaft höher als bei uns.“

Erst in den letzten zehn Minuten vor der Halbzeit, als sich bei den so deutlich überlegenen Kitzingern zeitweise ein zu gutes Gefühl eingestellt hatte, kam Leinach nach Vorlage des sonst schwachen Daniel Bufe durch Alexander Weidner zu einem Treffer. Und mit der letzten Aktion vor dem Wechsel traf Fabian Lichtleins Schuss das Außennetz. Es blieb der einzige Moment, in dem Kitzingens vorgezeichneter Heimsieg noch einmal in Frage gestellt worden war.

„Wenn wir das Anschlusstor erzielen, wer weiß, wie das Spiel in der zweiten Halbzeit gelaufen wäre“, stellte Göbel fest. So mühten sich seine Schützlinge in der zweiten Spielhälfte zwar weiter, doch gefährlich wurden sie mit ihren Versuchen nicht. „Wir sorgten für zu wenig Entlastung. Wenn uns der Gegner versucht, im Spielaufbau zu stören, müssen wir aktiver bleiben“, erklärte Yigit und mahnte Handlungsbedarf an.

„Wir sind uns im Klaren darüber, dass wir immer noch einige Bereiche haben, in denen wir uns verbessern müssen. Deshalb finde ich es klasse, wenn die Jungs von sich aus sagen, dass sie noch besser werden wollen.“ Mit der Hereinnahme Julian Schuhmanns rückte Jannik Feidel auf der rechten Außenbahn in die Offensive und wurde wenig später von Hilgert mit einem Steilpass bedient, den der 19-Jährige wie selbstverständlich mit einem Flachschuss ins rechte Eck veredelte. „Danach gingen bei uns die Köpfe nach unten“, erkannte Göbel. In letzten zwanzig Minuten schaffte es seine Mannschaft kaum mehr, dagegenzuhalten.

Für Feidel kam Abdurrahman Marangoz, dessen erste Aktion in einen Alleingang auf Ruffert mündete. Aber statt sich das Tor selbst gutzuschreiben, legte er quer auf den mitgelaufenen Endres, der den Ball ins leere Tor schubste. Einen höheren Schwierigkeitsgrad besaß Endres' zweites Tor, doch mit Selbstvertrauen setzte sich der Stürmer von links kommend an der Grundlinie durch. Aus spitzem Winkel erzielte er das finale 6:1. Mit diesem Sieg haben sich die Kitzinger einen Zähler hinter den punktgleichen Kleinrinderfeld und Neustadt in der Tabelle oben festgesetzt.

„Wir sind zusammen eine echt gute Truppe und können unseren Zuschauern etwas bieten, haben mit siebzehn Toren derzeit die beste Offensive in der Klasse“, stellte Yigit fest, mahnte aber auch: „Zufrieden dürfen und werden wir nicht sein.“

Das Spiel in der Statistik

Bayern Kitzingen – FC Leinach 6:1 (3:1)

Kitzingen: Frank Landauer; Philipp Schlarb, Andre Hartmann, Benedikt Jandl, Ahmed Bakare, Johannes Dürr (78. Maximilian Wunder), Christopher Lenhart, Daniel Endres, Sebastian Stumpf (56. Julian Schuhmann), Jannik Feidel, Shawn Hilgert (71. Abdurrahman Marangoz).

Leinach: Mario Ruffert; Niclas Geißler, Marcel Hoh, Maximilian Schalling, Philipp Christ, Felix Öchsner (80. Moritz Ankenbrand), Benjamin Pickel, Alexander Weidner, Daniel Bufe, Fabian Lichtlein (62. Dave Rehde), Frederic Brendel (76. Oliver Pfenning).

Schiedsrichter: Manuel Doneff (Kunreuth)

Gelbe Karten: keine.

Zuschauer: 199.

Tore: 1:0 Sebastian Stumpf (13.), 2:0 Shawn Hilgert (23.), 3:0 Shawn Hilgert (28.), 3:1 Alexander Weidner (42.), 4:1 Jannik Feidel (70.), 5:1 Daniel Endres (73.), 6:1 Daniel Endres (84.).

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