Kitzingen

Die Angst der Spieler vor dem Abpfiff

Aufsteiger SG TSV Hohenfeld/Rot-Weiß Kitzingen hat Tabellenführer Bibergau den einzigen Punktverlust beschert und wartet immer noch auf den ersten Dreier. Es gibt Gründe.
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Trainer Stefan Knauer ist mit den Leistungen seiner Kicker zufrieden. Nur die Ergebnisse passen bisher noch nicht. Gegen Schwarzach soll es mit dem ersten Sieg klappen.

Bis zur 88. Minute lag am vergangenen Sonntag für die Fußballer der Spielgemeinschaft TSV Hohenfeld/RW Kitzingen der erste Saisonsieg in der Luft. Der Aufsteiger führte bei der Reserve der SG Buchbrunn-Mainstockheim mit 3:2. Drei Minuten später hieß es 4:3 für die Heimelf, und die Elf von Stefan Knauer stand erneut mit leeren Händen da. Diese Schlussphase zeigt exemplarisch das aktuelle Dilemma des Neulings. Er ist in der Liga angekommen, hält mit, holt aber nicht die nötigen Punkte. Dabei spielt der Kopf dem Fuß häufiger einen Streich.

Es könnte so schön sein. Die im Frühjahr 2017 aus der Taufe gehobene Spielgemeinschaft, die nach den Worten ihres Vorsitzenden Vitali Klein alle Erwartungen erfüllt hat und kommende Spielzeit in ihre dritte Saison gehen wird, stieg bereits im Premierenjahr in die A-Klasse auf. Trotz einer kurzen Schwächephase nach der Winterpause sicherten sich die Schützlinge von Stefan Knauer souverän den Vizemeistertitel in der B-Klasse 3 Würzburg hinter dem SV Hüttenheim.

Dennoch gab es für die Wanderer zwischen den Klassen – sowohl für die Hohenfelder als auch die Kitzinger ging es in den vergangenen Jahren mehrmals rauf und runter – nur ein Ziel: eine Mannschaft hinter sich lassen. „Das einzige, was für uns zählt, ist der Klassenerhalt. Weitere Erwartungen haben wir nicht“, blieb Vitali Klein, Sportleiter der Spielgemeinschaft, von vornherein realistisch. Auch Übungsleiter Stefan Knauer blies ins gleiche Horn. Hauptsache in der Liga bleiben.

Und das ließ sich in den ersten Spielen – mit drei Aufstiegsaspiranten einem wahren Hammerprogramm zum Auftakt – ganz gut an. Gegen Markt Einersheim verlor der Neuling zwar mit 0:3, war aber nicht ganz chancenlos. Dem absoluten Titelfavoriten aus Bibergau rangen die Knauer-Mannen sogar einen Punkt ab – als bisher einzige Mannschaft der Liga. „Natürlich waren sie besser und überlegen, aber wir haben an diesem Tag clever verteidigt“, erinnert sich Klein. Gegen den anderen Absteiger aus Seinsheim und Nenzenheim schnupperte die Spielgemeinschaft in der Schlussphase ebenfalls am Unentschieden, unterlag aber knapp mit 1:2.

Ein Punkt stand also nach drei Spielen auf dem Konto, dazu drei ordentliche Leistungen. Der Neuling schien in der Liga angekommen und hatte gegen Bibergau ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Doch das ultimative Erfolgserlebnis in Form eines Sieges blieb dem Aufsteiger bis heute verwehrt. Zwar stimmen die Darbietungen weiterhin, und Spielertrainer Stefan Knauer zeigt sich mit diesen einverstanden, nur die Punkte fehlen: „Ich konnte bisher selten etwas Negatives sagen. Die Jungs zeigen ordentlichen Fußball.“ Bestätigung erhält der ehemalige Sulzfelder und Marktbreit-Martinsheimer Kicker von Vitali Klein. Die Zuschauer seien zufrieden, kämen gerne zu den Spielen, ebenso wie die Verantwortlichen. Infrage sei Knauers Arbeit bisher nie gestellt worden.

Denn auch der Sportleiter sieht, woran es vornehmlich mangelt: Nämlich am Glück und mittlerweile auch am Selbstbewusstsein. Lediglich gegen Mitaufsteiger TSV Gnodstadt und die zweite Mannschaft des SV Sickershausen gelangen weitere Unentschieden. Ansonsten setzte es ausschließlich Niederlagen, obwohl die Chancen zu mehr jeweils vorhanden waren. Gegen die kleinen Siedler reichte trotz Überlegenheit ein langer Ball, um die SG-Abwehr zu überlisten. In Buchbrunn setzten zwei individuelle Fehler in den Schlussminuten die Knauer-Elf schachmatt. „Sie hatten keine vier Möglichkeiten, machen aber vier Tore. Wir werden gnadenlos bestraft. Das ist unser eigenes Unvermögen“, konstatiert der Übungsleiter, dessen Team mindestens sechs-siebenmal hätte treffen müssen.

„Das ist auch eine Kopfsache. Die Jungs werden nervös, wenn es auf das Ende zugeht“, glaubt Klein. Dabei bräuchten sie das gar nicht. Denn der Sportleiter und Knauer haben großes Vertrauen in ihre Mannschaft, die aus beider Sicht am Sonntag gegen die Schwarzacher Reserve „endlich den Bock umstößt“ und den ersten Sieg einfährt. Denn noch ist es nicht zu spät. Die Konkurrenz ist weiterhin in Reichweite und damit auch das selbst gesteckte Ziel Klassenerhalt.



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