Handball

Deutsche Junioren berufen Florian Schneider

Mit seinen 16 Jahren gehört Florian Schneider nicht gerade zu den Riesen in der B-Jugend der SG Kitzingen/Mainbernheim. Das sportliche Talent hat dem 1,74 Meter kleinen Linkshänder aber erst kürzlich eine Einladung zum fünftägigen Sichtungslehrgang des Deutschen Handball-Bundes verschafft.
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Eine Bank in der deutschen Juniorenauswahl: Handballer Florian Schneider. Foto: Foto: Andreas Stöckinger
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Mit seinen 16 Jahren gehört Florian Schneider nicht gerade zu den Riesen in der Handball-B-Jugend der SG Kitzingen/Mainbernheim. 1,74 Meter misst der Schüler nach eigenen Angaben. Das sportliche Talent hat dem Linkshänder aber erst kürzlich eine Einladung zum fünftägigen Sichtungslehrgang des Deutschen Handball-Bundes (DHB) in der Sportschule Ruit bei Stuttgart verschafft.

Schneider hielt sich dort gemeinsam mit elf weiteren Jungs aus Bayern dort auf, um nicht nur beim Spiel mit dem kleinen Ball seine Fähigkeiten zu zeigen. „Wir hatten auch Tests im 30-Meter-Sprint oder mussten beweisen, wie hoch und wie weit man springt, welche Wurfgeschwindigkeit man erreicht und so weiter“, schildert der Kitzinger Wirtschaftsschüler das abwechslungsreiche Trainingsprogramm.

Eigens für den Lehrgang wurde der Zehntklässler, der dieses Jahr seinen Abschluss macht, für drei Tage von der Schule freigestellt. Keine Geringeren als Nationaltrainer Martin Heuberger, die Handball-Größe Heiner Brand oder der Ex-Nationalspieler und derzeitige Nachwuchs-Bundestrainer Christian Schwarzer brachten den jungen Sportlern dabei Tricks und Kniffe bei. „Das motiviert einen natürlich. Wenn man sieht, dass solche Leute einem zuschauen, da will man natürlich weiterkommen“, sagt Florian.

Er begann einst mit sechs Jahren bei der TG Kitzingen, wo früher auch Vater Thomas und aktuell noch sein Bruder Alexander Handball spielen, mit dem Sport. Florians Talent fiel schnell auf, ab der D-Jugend stellte sein Trainer Michael Burger den flinken Flitzer auf die Rechtsaußenposition. Dort kann der 16-Jährige, der nicht nur wegen seiner körperlichen Voraussetzungen mehr mit Technik als mit Kraft spielt, seine Stärken ausspielen. Dreher, Heber, dazu flinke Finten, sind sein Metier. „Auf Außen kann man eher die Tricks zeigen, das schaut nicht nur schöner aus, sondern macht auch viel Spaß“, erklärt Florian die Besonderheiten seiner Position.

Mit der Zeit wurden andere auf ihn aufmerksam. So führte ihn seine handballerische Begabung im C-Jugend-Alter in die Unterfrankenauswahl, schließlich bis zur Bayernauswahl. Zweimal Training die Woche ist das normale Pensum bei seinem Heimatverein, zudem ist er einmal monatlich im Handball-Nachwuchsstützpunkt in Coburg. Wenn es die Zeit erlaubt, macht er auch beim freiwilligen Training mit, das freitags im Stützpunkt in Erlangen angeboten wird.

Mit den Kitzingern ist er vor dieser Runde in die Landesliga aufgestiegen. Dort besetzt die SG derzeit Platz sechs – nicht schlecht, aber verbesserungswürdig, wie Florian sagt. Vielleicht spiele seine Mannschaft nach der Runde um die Qualifikation für die Bayernliga. Höhere Ambitionen hat der begeisterte Handballer derzeit nicht. Ein Wechsel wäre mit viel Aufwand an Fahrten verbunden. Zudem will er erst einmal abwarten, wie es nach der Mittleren Reife für ihn weiter geht.

Nicht nur in der Schule hat er Hausaufgaben zu machen, für ihn steht auch beim Sport ein regelmäßiges Übungsprogramm zu Hause an. Kräftigungsübungen, Ausdauerläufe, Liegestützen – das alles beinhaltet der Plan, den die Trainer für ihn zusammengestellt haben. An der Kraft müsse er noch arbeiten, wurde ihm gesagt. „Ich bin einer der Leichtesten und Kleinsten in der Auswahl“, sagt er lächelnd.

Mit der Auswahl geht es für ihn im April weiter, wenn das Bezirksturnier in Coburg ansteht. Dann geht es zur Nord-Süd-Sichtung des DHB, wo in zwei Lehrgängen die sechzehn besten Spieler gesucht werden. „Wenn man viel trainiert, kann man es schaffen“, sagt Florian ehrgeizig. Vielleicht mal Jugend-Nationalmannschaft oder in der Bundesliga spielen, das wäre sein Wunsch. Mit 16 hat man schließlich noch Träume.

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