Ein Punkt ist besser als gar nichts, dachten viele der Dettelbacher Spieler und Zuschauer nach dem 1:1 (0:1) im Derby gegen die SG Buchbrunn/Mainstockheim. Ob das Resultat einem der Rivalen entscheidend weiterhilft, um die Ziele Klassenverbleib (Dettelbach) und Aufstieg (Buchbrunn) zu erreichen, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen.

Genüsslich ließen sich Dettelbachs Akteure samt Trainer Jürgen Walter weit nach Spielende noch eine Bratwurst und ein Bier schmecken. Auch Torschütze Julian Deinlein, Spitzname „Schinken“, biss in die Wurst. Seinen früher bereits kräftigen Beinen verdankt der Angreifer übrigens seinen Namen. Deinlein hatte dafür gesorgt, dass die Dettelbacher am Mittwoch nach drei Niederlagen in Folge nicht wieder mit ganz leeren Händen dastanden.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts, als die Gastgeber sichtlich lebendiger wirkten als in der ersten Hälfte, traf Julian Deinlein in typischer Torjäger-Manier. Michael Wagenhäuser hatte einen Freistoß fast von der Außenlinie mit Schnitt in Richtung Tor gezirkelt, der Ball passierte Freund und Feind, aber nicht Deinlein. „Ich bin einfach mal Richtung langer Pfosten gelaufen. Benni Schraud hat den Ball schön durchgelassen, da musste ich ihn nur noch eindrücken“, schilderte Deinlein seinen neunten Saisontreffer, der in der 55. Minute das 1:1 bedeutete.

Dieses Tor vertrieb sportlich weitere düstere Wolken am Dettelbacher Himmel. Das Gewitter blieb an diesem Abend also aus – dafür hatte es an Ostern gewaltig gedonnert, wie Trainer Jürgen Walter bestätigte. Nicht nur die Art der 1:2-Niederlage bei der Reserve Bayern Kitzingens hatte dem erfahrenen Übungsleiter dermaßen die Laune verdorben, dass er seinen Rücktritt angeboten hatte. Seine Warnungen, Dettelbach sei noch lange nicht gesichert, wollte keiner hören. „Es hieß, der Verein bekommt in der neuen Runde drei Landesligaspieler. Da wurde schon über die Trikotnummern diskutiert und darüber gesprochen, dass man nächstes Jahr Favorit in der Kreisliga sei.“ Walter gingen die Träumereien zu weit. „Wenn ihr nicht aufpasst, werdet ihr vielleicht Kreisklassen-Meister, habe ich zu ihnen gesagt.“

Erst auf Bitten der Klubspitze und dem Zureden der Familie habe er sich entschlossen, weiterzumachen. Seither scheinen die Spieler Dettelbachs bedrohliche Lage erkannt zu haben. Jedenfalls stimmten diesmal Kampf und Leidenschaft – vor allem in der zweiten Hälfte. Zunächst waren die ersatzgeschwächten Gäste aus Buchbrunn/Mainstockheim bei der allerersten gefährlichen Situation in Führung gezogen. Markus Pfeufers Kopfball nach Ecke von Brenneis fand mit Hilfe von ein, zwei Dettelbachern ins Tor (19.).

Danach kontrollierte die SG dank der im Zentrum zunächst sehr präsenten Brenneis und Koch das Spiel. Dettelbach brauchte Zeit, den Rückstand zu verkraften. Es entwickelte sich ein umkämpftes Spiel mit wenig Torgefahr auf beiden Seiten. Samba Jallow hätte es nach 39 Minuten besser alleine versuchen sollen statt abzuspielen, das war's im ersten Durchgang. Danach legte Dettelbach einen Gang zu. Mit dem Ausgleich bekam die Elf mehr Mut. Zwei, drei brenzlige Situationen besaßen die Gastgeber, während die SG mehr und mehr den Faden verlor. Gefahr blieb eher selten. „In der ersten Halbzeit lief es, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die zweite Hälfte, das war teilweise Harakiri“, meinte SG-Spielertrainer Dominik Hochrein, der wegen einer Reizung der Achillessehne fehlte. Seine SG liegt nun gleichauf mit dem SSV Kitzingen und Reichenberg an der Tabellenspitze, hat aber als Handicap einiges Verletzungspech für die entscheidenden Wochen, wie Hochrein befürchtet.

Bei Dettelbach will Trainer Walter seine Zeit gut zu Ende bringen. Er hat sich mehr erhofft, wie er zugibt. „Es ist das selbe Schema wie in der Vorrunde, wir haben uns zurückgelehnt und uns zufriedengegeben.“ Zu früh, wie man sah. Zwei Siege werden seiner Rechnung nach noch nötig sein, um sicher in der Kreisliga zu bleiben. „Das“, so Walter, „werden wir auch schaffen.“

Das Spiel in der Statistik

Dettelbach und Ortsteile – Buchbrunn/Mainstockheim 1:1 (0:1)

Dettelbach: Bastian Ringelmann; Daniel Barth, Simon Thomaier, Johannes Dorsch, Christian Graber, Lukas Bock, Bernd Biedermann (33. Benedikt Schraud), Michael Wagenhäuser, Julian Deinlein, Moritz Hirth, Samba Jallow.

Buchbrunn/Mainstockheim: Tobias Karl; Daniel Schmillen, Martin Hopfengart, Bernd Weidenbach (83. Daniel Kübler), Tobias Förster, Patrick Brenneis, David Kopping (46. Dominik Wachter), Oliver Koch, Felix Hartmann, Martin Burger (65. Marco Sattes), Markus Pfeufer.

Schiedsrichter: Adriano Ravalli (TSV Eisingen).

Gelbe Karten: Bock; Burger, Brenneis, Sattes.

Zuschauer: 150 (geschätzt).

Tore: 0:1 Markus Pfeufer (19.), 1:1 Julian Deinlein (55.).