Fußball-Totopokal

Dettelbach freut sich auf besonderen Reiz

Erste Pokal-Hauptrunde auf bayerischer Ebene: Warum Kreisligist Dettelbach sich für Abtswind entscheidet und gegen den Traditionsklub FC Schweinfurt 05.
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In gespannter Erwartung: Dettelbachs Trainer Stefan Schöderlein vor dem Treffen mit Abtswind. Foto: Foto: Stöckinger

Die erste Pokal-Hauptrunde auf bayerischer Ebene beschert an diesem Mittwochabend ein Landkreis-Derby, das manchen Reiz birgt. So entschied sich Fußball-Kreisligist Dettelbach und Ortsteile kürzlich bei der Auslosungszeremonie im Nürnberger Frankenstadion für den Landesligisten TSV Abtswind und gegen den Traditionsklub FC Schweinfurt 05, der ebenfalls noch im Pott gewesen wäre.

Weil sich der Kreisligist bessere Chancen ausrechnet? Nein, das nicht unbedingt, wie Trainer Stefan Schöderlein sagt. Er und seine Spieler Oliver Stark oder Marcel Geitz freuen sich auf ein Wiedersehen mit vielen ehemaligen Mannschaftskameraden. Es ist noch nicht lange her, da traten sie bei Bayern Kitzingen gemeinsam gegen den Ball, heute tragen etwa ein Tolga Arayici, Mathias Brunsch oder Florian Warschecha das Abtswinder Trikot. Jetzt auf sie zu treffen, „das ist schon ein besonderer Reiz“, so Schöderlein.

Natürlich hat Dettelbachs Trainer auch zu Abtswinds Trainer Thorsten Götzelmann ein besonderes Verhältnis, weil dieser damals als Co-Trainer bei den Bayern wirkte. „Ich schätze Thorsten sehr: fachlich und auch als Mensch“, stellt Schöderlein fest. Den Abtswinder Co-Trainer Wolfgang Oddoy kennt der 34jährige von Berufs wegen, die beiden waren lange Kollegen als Sportlehrer am Gymnasium in Gaibach.

Schöderlein ist bewusst, dass der Gast und Landesligist – trotz seines missglückten Saisonstarts mit Platz 16 nach sechs Spielen – der klare Favorit für das Spiel ist (Anpfiff in Dettelbach ist 18.15 Uhr). „Die Abtswinder haben ganz andere Voraussetzungen, eine ganz andere Qualität im Kader als wir. Sie wollen einen Befreiungsschlag schaffen, sich Selbstvertrauen holen für die weiteren Aufgaben in der Liga. Der TSV ist bisher seinen Ansprüchen nicht gerecht geworden und wird sicher nicht vor Selbstvertrauen strotzen“, so schätzt Schöderlein den Gegner und die Situation ein.

Seine Dettelbacher verloren nach dem 4:2 zum Auftakt gegen Reichenberg zuletzt 0:2 im Punktspiel bei der Höchberger Reserve. So weiß Schöderlein im Moment nicht recht, wo seine Mannschaft steht. Zum Pokal, den er als „absolutes Bonusspiel, eine Zugabe“ sieht, muss der Kreisligaklub zwar auf Akteure wie Christian Graber (in Brasilien), Bastian Schimmer (Mittelfuß angebrochen), Tim Reiner (Urlaub) oder Michael Lohr (Muskelprobleme) verzichten. Das aber stört Schöderlein nicht, denn er hat einen breiten Kader und kann seinen Reservisten die Möglichkeit bieten, sich zu präsentieren.

So lange wie möglich möchten die Dettelbacher eine ordentliche Figur abgeben, so lautet Schöderleins Maßgabe. Elfmeterschießen hat er nicht eigens üben lassen. „Damit habe ich mich nicht befasst, ich glaube nicht, dass es so lange offen bleibt.“ Gegen eine rasche Entscheidung hätte man im Abtswinder Lager natürlich nichts einzuwenden. „Kreisliga gegen Landesliga, da lässt sich nicht leugnen, dass wir Favorit sind“, sagt TSV-Pressesprecher Michael Kämmerer. Abtswind möchte sich für die kommenden Aufgaben „ein Stück weit Selbstvertrauen holen. Wir dürfen aber die Dettelbacher nicht unterschätzen, sie wissen, dass wir angeschlagen sind, und hoffen, dem Favoriten ein Bein zu stellen.“ Die nächste Runde wird schon eine Woche später (19. August) ausgetragen.

Die Begegnung wird in Dettelbach gespielt und nicht wie zunächst geplant in Euerfeld. Das dortige Sportgelände könne wegen der anhaltenden Trockenheit nicht mehr bewässert werden. „Der Platz ist sehr trocken, in Dettelbach haben wir aktuell bessere Verhältnisse“, sagt Schöderlein.

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