FUSSBALL

Der große TV-Auftritt der Simone Veeh

Den Bayerntreffer des Monats Oktober hat eine Spielerin des FC Gollhofen erzielt. In der Sendung „Blickpunkt Sport“ wurde sie ausgezeichnet: für ein wirklich kurioses Tor.
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Hatten gut lachen in der Sendung „Blickpunkt Sport“ des Bayerischen Fernsehens: Bayerntreffer-Torschützin Simone Veeh (vorne, mit Mikrofon) und die Fußballfrauen des FC Gollhofen mit Moderator Markus Othmer (rechts) und Ex-Bayern München-Star Mario Basler (rechts daneben). Foto: Foto: BFV

Unterfränkische Fußballer – egal ob männlich oder weiblich – scheinen in dieser Saison ein Füßchen für besondere Tore zu haben. Nachdem im Juli dieses Jahres bereits Vincent Held vom Männer-Landesligisten FC Geesdorf die Trophäe für den Bayerntreffer des Monats erhalten hatte, wurde dieselbe Ehre nun auch Simone Veeh zuteil. Die 23-jährige Angreiferin des Frauen-Bezirksoberligisten FC Gollhofen gewann die Abstimmung im Monat Oktober mit 33,8 Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit setzte sie sich deutlich gegen fünf Konkurrenten durch.

Der siegbringende Treffer war Simone Veeh am 26. Oktober beim 3:1-Erfolg gegen die SpVgg Adelsberg gelungen. Es stand 2:1 für Gollhofen und die 63. Spielminute brach an, als die Stürmerin in zentraler Position kurz vor dem Strafraum den Ball bekam. Sie zog ab und ihr strammer Schuss klatschte gegen die Latte. Anschließend flog der Ball in hohem Bogen in die Luft und entwickelte dort derart viel Drall, dass die Kugel im Herunterfallen hinter der Torlinie aufschlug. Ein Tor aus der Abteilung „Kuriositätenkabinett“.

Das bestätigt auch die Schützin selbst. „Das Tor war sicher kurios und es war viel Glück dabei;“ sagt Simone Veeh, die für den FC Gollhofen Fußball spielt seit sie zwölf Jahre alt ist. Sie habe unmittelbar nach dem Treffer aber gar nicht so richtig wahrgenommen, wie speziell der Moment war. Realisiert habe sie es erst, als sie sich das spektakuläre Tor später noch einmal im Video angesehen habe. Dieses schickte Gollhofens Sportleiter Bernd Koclir später an den Bayerischen Fußballverband, welcher den Bayerntreffer in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk ins Leben gerufen hat.

Mit den Folgen, die die Aktion nach sich zog, hätte die Gülchsheimerin indes nie gerechnet. „Ungewohnt, aber auch schön“ sei es, in diesen Tagen so viel öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Dabei denkt die 23-Jährige jedoch nicht nur an sich selbst, sondern hat auch ihren Sport als Ganzes im Blick. Vielleicht könne ihre Auszeichnung einen Beitrag dazu leisten, „dass der Damenfußball wieder etwas mehr in den Mittelpunkt rückt.“ „Wir spielen auch guten Fußball. Nicht nur die Herren“, wünscht sich Veeh mehr Wertschätzung für ihre Branche. „Damenfußball bedeutet nicht, dass elf „Zicken“ auf dem Platz stehen,“ räumt sie mit Vorurteilen auf. Die Gollhöfer Mannschaft sei eine homogene Einheit, die sich auf wie neben dem Platz super verstehe.

Diesen Zusammenhalt bewiesen die Spielerinnen, als sie sich am Sonntag fast geschlossen zur Preisverleihung nach München aufmachten. Nachdem Simone Veeh am Mittwoch zuvor telefonisch darüber informiert worden war, dass ihr Treffer die meisten Stimmen bekommen hatte, wurde flugs ein Bus organisiert, der den 25-köpfigen Tross in die bayerische Landeshauptstadt brachte.

Im TV-Studio von „Blickpunkt Sport“ angekommen, war dann keineswegs alles so perfekt durchgeplant, wie man vielleicht glauben mag. „Es war alles recht spontan,“ erinnert sich Veeh. Sie sei vorab nur grob über den Ablauf der Sendung informiert worden , habe aber weder gewusst, welche Fragen Moderator Markus Othmer stellen würde, noch, dass sie den Preis von Ex-Bayern München-Star Mario Basler überreicht bekommen würde.

Nach der Sendung sei noch Zeit für Fotos gewesen, ehe der Gollhöfer Tross den Abend auf der gemeinsamen Heimfahrt launig ausklingen ließ. „Dieser Abend wird uns immer in Erinnerung bleiben. Man tritt ja nicht jeden Tag im Fernsehen auf. Es war unglaublich aufregend und spannend. Einfach ein geiles Erlebnis, so einen Abend als Mannschaft mitzumachen,“ schwärmt Simone Veeh von dem Ehrungsabend. Ganz wichtig ist der Preisträgerin dabei der Teamgedanke: „Ich habe das meiner Mannschaft zu verdanken. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Wir sind ein super Team.“

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