FUSSBALL: KREISKLASSE

Der Trend spricht für Marktbreit/Martinsheim

Im Schneckenrennen um den Abstiegs-Relegationsplatz sah es zuletzt so aus, als würde Biebelried auf der Strecke bleiben. Kann sich die Mannschaft noch einmal aufraffen?
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Marktbreits Trainer Erhard Zink kann im Endspurt der Saison zuversichtlich sein. Foto: Foto: Hans Will

In die entscheidende Phase geht an den letzten beiden Spieltagen das Schneckenrennen um den Abstiegsrelegationsplatz in der Würzburger Kreisklasse 2. Von einst vier Kandidaten sind noch zwei übrig. Der TSV Mainbernheim rettete sich mit einer fulminanten Rückrunde frühzeitig, Aufsteiger Dettelbach II steht bereits als Absteiger fest. Somit balgen sich nur noch der TSV Biebelried und die zweite Mannschaft der FG Marktbreit/Martinsheim um die Chance, die Liga in einem Entscheidungsspiel zu halten. Den Ausschlag könnten die Formkurven der beiden Teams geben.

Bereits im Vorjahr hatte der TSV Biebelried lange um den Klassenverbleib gekämpft und diesen mit einem imposanten Schlussspurt (vier Siegen aus fünf Spielen) sogar auf direktem Weg geschafft. Dass die Situation in dieser Spielzeit noch einmal prekärer werden könnte, hatten die Biebelrieder Verantwortlichen nicht erwartet, doch nach den Abgängen vor der Saison litt die Mannschaft unter chronischem Personalmangel. Im Winter, als die Hoffnungen auf einen ähnlichen Punkterausch mit dem gleichen Resultat noch intakt waren, zog sich auch noch 13-Tore-Stürmer Philipp Eckart aus beruflichen Gründen zurück.

Nur noch einmal hat sich der Angreifer seither das TSV-Trikot übergestreift: Er traf doppelt und trug maßgeblich zum Sieg gegen Schlusslicht Dettelbach und Ortsteile II bei. Dies sind die bislang einzigen Punkte seit Jahreswechsel. Spielertrainer Michael Müller hat sich verletzt und musste sein Amt wegen einer neuen Arbeitsstelle zudem an Bastian Kaiser abgeben, den vormaligen Trainer der Biebelrieder Reserve. „Wir hatten immer wieder Ausfälle, die wir mit unserem dünnen Kader nicht kompensieren konnten“, sagt Abteilungsleiter Michael Matura.

Dabei hatte die zweite Saisonhälfte annehmbar begonnen mit knappen Niederlagen gegen die Spitzenteams. Meist fielen die entscheidenden Tore erst in der Schlussphase, und Biebelried bot im Rahmen seiner Möglichkeiten Paroli. Engagement und Einstellung stimmten. Die Mannschaft war intakt. Zuletzt gab es allerdings deutliche Klatschen: erst gegen Sommerhausen (4:8), danach in Hopferstadt (1:9). Es fehlte schlicht an der Qualität.

Dennoch haben es die Biebelrieder noch immer selbst in der Hand. „Wir wollen unbedingt die Klasse halten und werden dafür alles tun“, erklärt Matura kämpferisch. Schon im vorigen Jahr war sein Team nach einem 0:8 in Estenfeld abgeschrieben gewesen und dann zurückgekommen. Ein neuerliches Comeback des TSV würde auch Gökhan Yilmaz gefallen, der zur kommenden Saison Trainer am Autobahnkreuz sein wird und vom SC Lindleinsmühle kommt. Auch einige Spielerverpflichtungen stehen bereits fest.

Doch auch die Reserve aus Marktbreit/Martinsheim macht sich trotz einer ähnlich schwachen Runde wie Biebelried noch Hoffnungen auf den Klassenverbleib. Ein Punkt trennt die Elf von Trainer Erhard Zink derzeit vom Kontrahenten, der jedoch den direkten Vergleich für sich entschieden hat. Besonders die aufsteigende Formkurve seit der Winterpause zeigt die Liga-Tauglichkeit des Vorletzten. Fast immer hielten die Blau-Weißen in ihren Spielen lange Zeit mit, ehe die Kräfte nachließen. Dennoch waren sie phasenweise gegen Teams wie Willanzheim oder Sulzfeld die bessere Mannschaft, hatten spielerische Vorteile.

Am Ende setzte sich stets der Gegner durch – mal glücklich, mal verdient. Erst gegen Schlusslicht Dettelbach und Ortsteile II ist Ende April auch bei den Ergebnissen der Knoten geplatzt. Und nur eine Woche später in Sommerhausen hätte ein zweiter Sieg folgen müssen, doch der eigene Chancenwucher und der späte TSG-Ausgleich verhinderten einen vollen Erfolg und den damit verbundenen Sprung auf den Relegationsplatz. Es mangelte wie so oft wieder am nötigen Spielglück.

Trainer Zink, der im Abstiegskampf der Kreisklasse schon vieles erlebt hat in den vergangenen Jahren, glaubt weiterhin fest an den Ligaverbleib, denn seine Mannschaft hat Charakter und die Stimmung ist intakt. Der jüngste Trend hat das gezeigt und könnte im Abstiegskampf der womöglich entscheidende Faktor werden.

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