Fußball-Regionalliga

Der Ton wird rauer beim FC 05 Schweinfurt

Trainer Gerd Klaus ist nach der 1:3-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg II enttäuscht
Artikel drucken Artikel einbetten
Halt, hiergeblieben: Schweinfurts Steffen Krautschneider (rechts) im Zweikampf mit Nürnbergs David Spies. Foto: Foto: Marion Wetterich

Vielleicht hilft ein Blick in das Lehrbuch der griechischen Mythologie. Stichwort: Knoten, gordischer. Beim Fußball-Regionalligisten FC 05 Schweinfurt kam man sich nach dem 1:3 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg II am Dienstagabend nämlich so vor, als wäre man eine Ansammlung aller tragischen griechischen Helden auf einmal. Über weite Strecken gut gespielt, Chancen herausgearbeitet, doch am Ende jubelte Rot-Schwarz statt Grün-Weiß. Der gordische Knoten des Misserfolgs vor dem Tor, er wird nicht zerschlagen.

Die Niederlage gegen die Profi-Reserve aus dem Mittelfränkischen wäre an sich kein Beinbruch, doch bedeutet sie zweierlei: Erstens nach drei Niederlagen am Stück einen kapitalen Fehlstart in die restliche Rückrunde, der die Aufbruchstimmung im Verein nach den Neuwahlen und der Weichenstellung mit Dieter Kurth als neuem Sportdirektor konterkariert. Zweitens ist das Team von Trainer Gerd Klaus, das in der Vorrunde Hoffnung auf eine sorgenfreie Runde hatte, in akuter Abstiegsgefahr. Als Zwölfter mit 27 Punkten hat man zwar acht Punkte Vorsprung auf Seligenporten auf dem ersten Abstiegsplatz und drei auf den Fünfzehnten Garching auf dem ersten Relegationsplatz. Doch alle hinter Schweinfurt stehenden Konkurrenten haben ein Spiel weniger, der Tabellenletzte Bamberg sogar zwei – sollte er beide gewinnen, hätte er nur drei Punkte Rückstand auf Schweinfurt.

Der Abstiegs-Knoten im Sachs-Stadion ist ganz schön fest angezogen. Es hilft wenig, dass der FC 05 im Vergleich zur vergangenen Spielzeit sieben Punkte mehr zum gleichen Zeitpunkt hat. Abstiegskampf bleibt Abstiegskampf, das weiß Klaus, der die Zügel anzieht. Während das Team beim Abklatschen mit den Fans aufgemuntert und mit wohlwollendem Beifall bedacht wurde – kämpferisch war es völlig in Ordnung, spielerisch über weite Strecken – nahm Klaus gerade Führungsspieler nicht in Schutz. Nach dem Burghausen-Spiel war Stürmer Tom Jäckel wegen seiner schlechten Chancenverwertung öffentlich gescholten worden, nun traf es Daniel Mache wegen seines Stellungsfehlers vor dem Ausgleich. „Das darf nicht passieren, das sind Schülerfehler. Es fehlte uns die Zielstrebigkeit und die machen zwei Tore aus dem Nichts.“

Zwei Tore, die binnen fünf Minuten Mitte der zweiten Hälfte das Spiel drehten, dessen Momentum sich begann auf Seite der Schnüdel zu drehen. Deswegen war Gerd Klaus angefressen, wusste er doch wie Kevin Fery, dass man gegen diesen Gegner hätte gewinnen können: „Es war total unnötig, Nürnberg war nicht stärker“, befand der Mittelfeldspieler. Daniel Mache war sich seines Fehlers bewusst, „es ist bitter, ich verschätze mich, es steht 1:1, wir geben das aus der Hand. Der berühmte Knoten muss jetzt platzen und wir wieder in die Spur finden.“ Alexander der Große zerschlug den gordischen Knoten einfach mit seinem Schwert. Vielleicht ist es das: Nicht nachdenken vor dem Tor, sondern schießen. Am besten gleich in Würzburg beim Derby ausprobieren.

Schweinfurt: Pfeiffer – Mache (84. Rugovaj), Janz, Man. Müller, Pigl – Fery, Krämer – Häcker, Kraus (72. Mar. Müller), Krautschneider (79. Yetkin) – Jäckel. Nürnberg: Stephan – Zwerschke, Bihr, Weber, Pachonik (84. Pötzinger) – Knezevic, Spies (64. Mendler), Theisen, Wolf (64. Erras) – Wießmeier, Lux. Tore: 1:0 Krautschneider (48., Elfmeter), 1:1, 1:2 Wießmeier (68., 72.), 1:3 Knezevic (90.). Schiedsrichter: Julian Kreye (Warmensteinach). Zuschauer: 1185.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.