Fußball-Landesliga

Der TSV Abtswind will es diesmal wissen

Nach Platz drei in der vergangenen Saison soll nun der Sprung in die Bayernliga gelingen
Artikel drucken Artikel einbetten
TSV Abtswind: Mit diesem Kader soll der Aufstieg geschafft werden (hinten von links): Michael Herrmann, Sven Gibfried, Adrian Graf, Cristian Alexandru Dan, Mathias Brunsch, Przemyslaw Szuszkiewicz, Peter Mrugalla, Sebastian Otto; (mittlere Reihe von links): Mannschaftsverantwortlicher Gerhard Klotsch, medizinischer Leiter Detlef Müller, Daniel Hämmerlein, Nicolas Wirsching, Carl Murphy, Ben Verberkt, Pascal Kamolz, Jürgen Endres, Torwarttrainer Timo Katzenberger, Co-Trainer Wolfgang Oddoy, Trainer Thorsten Götzelmann; (vorne von links): Jörg Otto, Tolga Arayici, Jonas Wirth, Malte Schulze-Happe, Eduard-Alin Wellmann, Florian Warschecha, Albert Fischer, Michael Seuling und Constantin Paunescu. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Neue Runde, bekannte Ziele beim TSV Abtswind. Die Konkurrenz weist dem Vorjahresdritten vor dem Saison-Eröffnungsspiel gegen die TG Höchberg (Donnerstag, 18.30 Uhr) klar die Favoritenrolle in der Landesliga Nordwest zu. Die Verantwortlichen, darunter auch Trainer Thorsten Götzelmann machen keinen Hehl daraus, dass diesmal der Aufstieg in die Bayernliga gelingen soll.

Diese Erwartungshaltung stört den 42-jährigen Polizeibeamten, der in seine zweite Saison im Kräuterdorf geht, nicht unbedingt. Es gehöre sich in Abtswind, nicht einfach nur irgendwo im Strudel mitzuschwimmen. „Natürlich wollen wir vorne mitspielen und aufsteigen. Das wollte der TSV Abtswind im Vorjahr auch. Ich komme nicht nach Abtswind, damit wir um Platz zehn spielen“, redet Götzelmann Klartext.

Bei den personellen Voraussetzungen könne er ja kaum als Ziel den Klassenerhalt ausgeben. „Mit dem Kader musst du ganz vorne mitspielen. Es will ja keiner Dritter werden.“ Vorige Runde hatte Abtswind das Pech, dass die 78 Punkte nicht genug für die Bayernliga waren. In allen anderen bayerischen Landesligen hätten sie zum Aufstieg gereicht, im Nordwesten standen jedoch Don Bosco Bamberg (88) und der FC Sand (85) noch besser da.

Damit in dieser Spielzeit mehr herausspringt, wurde der Spielerkader „punktuell aufgebessert“, wie es Götzelmann nennt. Mit Spielern, die bereits bei den Würzburger Kickers Regionalliga-Erfahrung sammelten. So stießen Cristian Alexandru Dan, Adrian Graf und Ben Verberkt zum Aufgebot. „Das sind alles Leute, die uns auch verstärken, die das Niveau heben. Das werden wir brauchen, weil die anderen Mannschaften auch nicht schlafen“, schildert Götzelmann seine Sicht der Dinge.

Nachgebessert hat Abtswind für beinahe jeden Mannschaftsteil. In Adrian Graf stieß ein Innenverteidiger hinzu. Ben Verberkt ist im Mittelfeld und auf Außen einsetzbar. Cristian Dan gilt als die erhoffte Alternative im Angriff neben Pascal Kamolz. In dem 28-jährigen Rumänen sieht sein Trainer einen klassischen Stoßstürmer, der nach einer langwierigen Verletzung noch nicht ganz bei einhundert Prozent Leistung ist. Im Vorjahr hatte Trainer Götzelmann über weite Strecken lediglich einen richtigen Angreifer zur Verfügung, weil Peter Mrugalla häufig verletzt ausfiel.

Dass die Neuen mehr sind, als personelle Alternativen, deuteten sie in der Vorbereitung nicht nur in den beiden Pokalrunden gegen die Bayernligisten Würzburger FV und Alemannia Haibach an. Vorbei sollen damit die Zeiten sein, in denen Götzelmann selbst ins Landesliga-Trikot schlüpfen musste, damit der TSV überhaupt drei Wechselspieler aufbieten konnte.

Das Mehr an Konkurrenz, das auch durch manchen entsteht, der nach einer Verletzung wieder ins Aufgebot zurückkehrt, wird den Kader sicherlich beleben. 16 bis 18 Feldspieler standen in der Vorbereitung zur Verfügung. „Das ist genau das, was unser Ziel war. Sie sollen sich gegenseitig motivieren.“ Dass der eine oder andere vielleicht enttäuscht sein werde, wenn er nicht in der ersten Elf stehe, könne durchaus passieren. Die Spieler wüssten, auf was sie sich einließen, wenn sie zum TSV Abtswind wechselten, meint der im Nachbarort Rüdenhausen wohnhafte Übungsleiter.

Außerdem hat der ambitionierte Klub sein Umfeld mit Co-Trainer Wolfgang Oddoy und dem bundesliga-erfahrenen Physiotherapeuten Detlef Müller (Frankfurt, Stuttgart) besser aufgestellt. Sichtlich verbessert wurden auch das Spielfeld und die Auswechselbank. „Ich kann mich nicht beschweren. Das hat alles Hand und Fuß“, urteilt der Trainer.

Im sportlichen Bereich werde es kein Selbstläufer, dessen ist er sich bewusst. Mit Co-Trainer Oddoy als Unterstützer werde und müsse er sich stets fragen, an welchen Schrauben man innerhalb des Kaders noch drehen könne. Schließlich erwartet Götzelmann noch mehr Gegenwehr der Konkurrenz. „Gegen uns wird jeder alles geben, bis unter die Haarspitzen motiviert sein.“ Wer die Mitbewerber um den Platz an der Spitze sein könnten, müsse man erst einmal sehen. „Ich rechne mit Ansbach und der Zweiten von Kickers Würzburg. Auch die Schweinfurter Reserve war nicht schlecht“. Die weiteren Neuen wie Absteiger Memmelsdorf, oder Ebensfeld vermag Götzelmann nicht einzuschätzen.

Zum Auftakt erwartet der TSV Abtswind mit dem Vierten der Vorsaison, der TG Höchberg, gleich einmal einen Prüfstein. Es folgt die Partie am Mittwoch in Karlburg, ehe als im dritten Spiel die SpVgg Ansbach beim TSV antritt. Spätestens nach der vierten Partie bei der Reserve des FC Schweinfurt 05 kann die erste Zwischenbilanz beim designierten Favoriten aufgestellt werden.

TSV Abtswind

Abgang: Shawn Hilgert (FVgg Bayern Kitzingen). Zugänge: Cristian Alexandru Dan, Adrian Graf, Ben Verberkt (alle FC Würzburger Kickers II).
Spielerkader, Tor: Malte Schulze-Happe, Florian Warschecha. Abwehr: Mathias Brunsch, Sven Gibfried, Adrian Graf, Michael Herrmann, Carl Murphy, Przemyslaw Szuszkiewicz. Mittelfeld: Tolga Arayici, Jürgen Endres, Albert Fischer, Daniel Hämmerlein, Fabian Mauderer, Jörg Otto, Constantin Paunescu, Ben Verberkt, Nicolas Wirsching, Jonas Wirth. Angriff: Cristian Alexandru Dan, Pascal Kamolz, Michael Seuling. Inaktiv: Oliver Döring, Peter Mrugalla, Sebastian Otto, Tobias Werner (alle verletzt bis voraussichtlich

Ende 2015).
Trainer: Thorsten Götzelmann (2. Saison).
Meistertipp: SpVgg Ansbach.
Saisonziel: Aufstieg.
Internet: www.tsv-abtswind.de

Saisoneröffnungsspiel: TSV Abtswind – TG Höchberg (Donnerstag, 16. Juli, Anpfiff: 18.30 Uhr)

Das meinen die Trainer

Thorsten Götzelmann (TSV Abtswind): Die TG Höchberg besitzt sowohl von den Spielern als auch vom Trainer her sehr viel Qualität. Das haben sie uns bei ihrem 1:0-Rückrundensieg gezeigt. Pascal Bloemer ist ein sehr guter Strafraumstürmer, der nur wenige Chancen für ein Tor braucht. Ich habe gehört, dass er verletzt sein soll. Weil ich aber immer mit dem Schlimmsten rechne, gehe ich davon aus, dass er spielt.

Anton Kramer (TG Höchberg): Abtswind ist für mich der Topfavorit auf die Meistershaft. Die hatten schon eine hervorragende Mannschaft und haben sich noch einmal hervorragend verstärkt. Wir sind absoluter Außenseiter, freuen uns aber darüber, dass wir das Eröffnungsspiel bestreiten dürfen und werden alles in die Waagschale werfen. Pascal Bloemer wird aufgrund einer Knieverletzung, die noch aus der vergangenen Saison resultiert, fehlen.

Bisherige Ergebnisse

14/15: Abtswind – Höchberg 3:0, Höchberg – Abtswind 1:0.

13/14: Höchberg nicht in der Landesliga.

12/13: Abtswind – Höchberg 2:2, Höchberg – Abtswind 2:0.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.