FUSSBALL: BAYERNLIGA

Der TSV Abtswind verfällt in Torschlusspanik

Auch im achten Spiel bleibt Mario Schindler mit seiner Mannschaft sieglos. Nach dem 0:2 gegen Don Bosco Bamberg spricht der Trainer von „Fußball in seiner grausamsten Form“.
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Mit laaaaaangem Bein versucht Bambergs Sayko Trawally den Abtswinder Max Hillenbrand vom Ball zu trennen.Foto (Ausschnitt): Alexander Rausch

TSV Abtswind – Don Bosco Bamberg 0:2 (0:0). Es ist mittlerweile das gewohnte Bild nach Spielen des TSV Abtswind: Die Spieler sitzen enttäuscht auf dem Rasen oder auf der Ersatzbank, können nicht fassen, was soeben geschehen ist. Oder stehen mit leerem Blick auf dem Feld auf der Suche nach den passenden Worten. Die muss Mario Schindler, Abtswinds Trainer, stets finden, selbst wenn es ihm in diesen – in seiner Trainerlaufbahn wohl schwersten – Tagen alles andere als leicht fällt. Denn die 0:2-Niederlage gegen die DJK Don Bosco Bamberg war am Samstag das achte sieglose Spiel in Folge.

„Das ist Fußball in seiner grausamsten Form“, sagte Schindler mit Blick auf die eben gesehenen 90 Minuten. Beim torlosen Remis in Karlburg hatte der Coach in der Woche zuvor noch einen Schritt nach vorne wahrgenommen. Erstmals in dieser Saison waren die Seinen da ohne Gegentor geblieben, hatten kaum Möglichkeiten der Hausherren zugelassen. Diese Defensivleistung wollten die Abtswinder gegen den nächsten Kontrahenten, der mit vier Toren die harmloseste Offensive der Liga stellte, bestätigen – und im Angriff endlich zu alter Treffsicherheit finden. Acht der bisherigen zwölf Saisontore fielen nämlich in den ersten Saisonpartien.

Doch von der Effizienz der ersten Spiele waren Schindlers Schützlinge auch gegen die robusten Bamberger meilenweit entfernt. In besten Abschlusspositionen befiel die Abtswinder Angreifer Torschlusspanik. Denn mehrmals hatten sie Bamberger Abwehr ausgehebelt, trafen dann aber alles. Nur nicht das Tor. Die Verunsicherung war greifbar, selbst bei den Erfahrenen.

Michael Dietl, der schon in der Regionalliga kickte, verfehlte allein vor Michael Edemodu den Kasten. Max Hillenbrand, ebenfalls schon mit einem Einsatz im Schweinfurter Trikot in der vierten deutschen Spielklasse im Einsatz, zögerte zu lange und ließ sich das Leder vom Fuß nehmen, ehe eher kurz vor der Pause aus 15 Metern aufs Tornetz schoss. Philipp Hummel verfehlte Michael Herrmanns perfekte Flanke gänzlich. „Uns fehlt aktuell die Qualität, Tore zu erzielen. Wir haben momentan einfach keinen Knipser“, resümiert Schindler ernüchtert.

Denn auch im zweiten Durchgang ließen seine Schützlinge reihenweise gute Gelegenheiten aus. Nicolas Wirschings Kopfball ging drüber, Hillenbrand verfehlte knapp. Die Abtswinder mühten sich, hatten die Partie weitestgehend im Griff, trafen aber nicht. Das taten dann nach gut einer Stunde die Bamberger: Simon Allgaier setzte sich vehement gegen Adrian Graf durch und wuchtete das Leder in die Abtswinder Maschen. Bereits im ersten Durchgang war Allgaier der agilste Gäste-Angreifer gewesen und hatte mit seinem Lattenknaller und einem knapp verzogenen Distanzschuss ein Raunen im Publikum ausgelöst, das nach dem Rückstand – wie Abtswinds Spieler – geschockt wirkte.

Doch die schüttelten sich und probierten es weiter. Jürgen Endres und der eingewechselte Severo Sturm blieben zu ungenau. Sturms abgefälschten Schuss hielt Edemodu gerade noch. Immer wieder offenbarten die Bamberger Lücken im Defensivverbund, doch die Abtswinder nutzten sie nicht. Auch Igor Mikic, der in den vergangenen Jahren für Lengfeld zuverlässig getroffen hatte, blieb sein Premierentreffer verwehrt. Stattdessen konterten die Gäste kühl. Sayko Trawally setzte sich links durch, gab zu Geovannie Lake, und der schob locker ein. Fast hätte Lake nach einem kapitalen Fehlpass der TSV-Abwehr gar das 0:3 erzielt. Der Pfosten rettete die Heimelf.

„Der Unterschied war heute, dass sie die Tore gemacht haben“, meinte Schindler lapidar. Er setzt nun darauf, dass seine Jungs die Situation annehmen und sich gemeinsam aus dem Tief herausziehen. Nach acht Spielen mit nur einem Punkt keine leichte Aufgabe.

Abtswind: Reusch – Graf (70. Dußler), Wolf, Herrmann, Lenhart, Christian Steinmetz, Wirsching, Endres, Dietl, Hillenbrand (78. Mikic), Hummel (62. Sturm).

Bamberg: Edemodu – Slawik, Esparza, Jessen, Allgaier, Fippl, Wunder (82. Baumgärtner), Kettler, Geyer (64. Bergmann), Rosiwal (52. Lake), Trawally.

Schiedsrichter: Herbert (Schwarzbach). Zuschauer: 170. Tore: 0:1 Simon Allgaier (62.), 0:2 Geovannie Lake (86.).

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