FUSSBALL: BAYERNLIGA

Der TSV Abtswind tritt auf der Stelle

Der Treffer von Neuzugang Michael Dietl sichert das 1:1 gegen den ATSV Erlangen. Warum TSV-Coach Mario Schindler mit dem Unentschieden gut leben kann.
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Abtswinds Torschütze Michael Dietl (rechts) im Zweikampf mit dem Erlanger Kevin Guerra, im Bild links ATSV-Keeper Michael Kraut. Foto: Foto: A. Stöckinger

Der TSV Abtswind musste sich im Heimspiel gegen den ATSV Erlangen mit einem 1:1 (0:1) begnügen. Nach der enttäuschenden 0:1-Niederlage unter der Woche in Cham verpasste die Elf von Trainer Mario Schindler damit eine deutlich bessere Position im Vorderfeld der Tabelle, was diesen nicht so sehr zu stören schien. Zielsetzung sei eh eine andere, „wir können mit dem Punkt leben und wollen weiter fleißig Zähler sammeln“. Nach dem Spiel gab Manager Christoph Mix bekannt, dass die Abtswinder mit Leon Heppt einen neuen Spieler verpflichtet haben. Der 19jährige Haßfurter spielte zuletzt bei den Junioren der Würzburger Kickers und dient als Alternative im Angriff.

Genau dort klemmte es im Spiel gegen Erlangen, was Trainer Schindler auch auf die vielen aktuell fehlenden Spieler schob. Gerade die offensiven Alternativen seien nicht da. Mit Neuzugang Igor Mikic hatte er zwar einen Angreifer auf dem Platz, doch der blieb über 90 Minuten recht blass.

Das einzige Tor für die Abtswinder gelang mit Michael Dietl einem weiteren Neuen, der erst von der DJK Ammerthal zum TSV gekommen war. Der 25jährige gelernte Erzieher studiert in Würzburg Sonderpädagogik, kickt dort in der Uni-Mannschaft, wo mit Adrian Dußler und Max Wolf auch zwei weitere Abtswinder spielen. Vor seinem Wechsel nach Abtswind musste er fast ein Jahr wegen eines Kreuzbandrisses pausieren. Erstmals traf Dietl jetzt für den neuen Klub. „Ein schönes Gefühl! Die Mannschaft hat mich super aufgenommen, es ist sehr familiär und herzlich hier. Ich war vorher in Ammerthal, das ist auch auf dem Dorf. Vielleicht fühle ich mich deshalb so wohl hier“, sagte er nach Spielschluss.

Eine Halbzeit zum Vergessen

Nach einer ersten Abtswinder Halbzeit zum Vergessen hatte der 1,75 Meter große Dietl per Kopf einen scharf nach innen getretenen Ball von Jürgen Endres nach 57 Minuten mit dem Kopf ins Tor zum 1:1 verlängert. Endres, einer der wenigen Aktivposten der Abtswinder, musste wenig später vom Feld, was manchen Zuschauer etwas verwunderte. Trainer Schindler begründete es später damit, dass er umstellen wollte. Zudem habe Endres im Training zuletzt gefehlt.

Ein wenig aus heiterem Himmel war Abtswinds Ausgleich zu diesem Zeitpunkt gefallen, für das zuvor Gezeigte hatte nicht nur Torschütze Dietl eine deutliche Meinung. „Die erste Halbzeit war gar nichts von uns.“ „Zu pomadig. Schlafwagen-Fußball!“, umschrieb Trainer Schindler später das Abtswinder Spiel in Durchgang eins. In der zweiten Halbzeit wurden seine Kicker um Michael Dietl griffiger und erarbeiteten sich die ein oder anderen Chance. „Das 1:1 ist okay, mit ein bisschen Glück gewinnen wir sogar. Wenn man eine Leistung abliefert, wie wir in der ersten Halbzeit, dann hat man das nicht verdient“, fasste der Mittelfeld-Akteur die Partie treffend zusammen.

Zum Sieg hätte vor allem Adrian Graf die Abtswinder schießen können. Der Abwehrmann tauchte nach einem Ballgewinn samt Querpass vom erst in der Schlussphase erstarkten Adrian Dußler ganz allein vor Erlangens Torwart Kraut auf. Graf entschied sich für die schwierigste Variante, den Lupfer, und scheiterte (89.). Im Gegenzug zeigte sich TSV-Torwart Felix Reusch auf dem Posten, als er einen Fallrückzieher von Bastian Herzner so gerade noch aus dem kurzen Eck fischte (90.+1). Zu erwähnen ist auf Abtswinder Seite noch ein Kopfball von Igor Mikic aus bester Position (60.), der über den Balken ging.

Erlangen geht die Puste aus

Die Gastgeber wurden erst stärker, als den Erlangenern etwas die Puste auszugehen schien. Im ersten Abschnitt hatte der Gast die allererste richtig gute Aktion des Spiels gleich zur Führung genutzt. Auf Zuspiel von Lucas Markert ließ Daniel Geißler seinen Gegenspieler Karl Ekollo mit einem Haken ziemlich alt aussehen und traf zum 1:0 (36.). Fast vom Anstoß weg verpasste Markert einen weiteren Treffer. Direkt vor der Halbzeit war erneut Markert wohl zu überrascht, als er nach einem Bock von Abtswinds Torwart Reusch an den Ball kam, die Großchance aber vergab (45.+1). Ärgerlich, wie Erlangens Trainer Shqiprim Skeraj später meinte.

Auf Abtswinds nächsten Versuch zu punkten, freut sich übrigens einer ganz besonders. Dann geht die Fahrt zu Michael Dietls vorherigem Klub nach Ammerthal.

Die Statistik des Spiels

Fußball: Bayernliga Nord

TSV Abtswind – ATSV Erlangen 1:1 (0:1) Abtswind: Reusch – Steinmetz, Graf, Ekollo (80. Ruft) – Schmitt, Dußler, Hillenbrand, Lehmann (13. Thomann), Dußler, Endres (67. Lenhart) – Mikic. Erlangen: Kraut – Maksimovic, Krämer, Mandelkow, Guerra – Markert, Melelo, Geißler (83. List), Daoud (64. Lindner), Herzner – Bajic. Schiedsrichter: Klerner (Lichtenfels). Zuschauer: 200. Gelbe Karten: Dietl, Dußler, Mikic, Steinmetz – Daoud, Guerra. Tore: 0:1 Geißler (36.), 1:1 Dietl (57.).

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