Vor dem Finale gab‘s noch den ganz großen Auftritt: Die Spieler der FSG Wiesentheid und des VfL Kleinlangheim durften unter dem Applaus der Zuschauer gemeinsam mit ihren Trainer und Betreuern in der Sickergrundhalle auf das Feld einlaufen, wurde dabei einzeln vorgestellt von Hallensprecher Vincent Held.
"Während des Turniers hatten wir zeitweise gedacht, dass mehrere Teams für den Turniersieg in Frage kämen, aber am Ende setzte sich die beste Mannschaft durch", bewertete Organisator Horst Held, Jugendleiter beim SSV Kitzingen, das Ergebnis. Mit 4:0 setzten sich die Wiesentheider schließlich im Turnier, das, überraschend, ab dem Halbfinale ohne Kitzinger Mannschaften stattfand, durch.
Seit gut 20 Jahren veranstalten die Siedler nun den Hallenkick für die U11-Junioren. Durch den Verband ausgerichtete Kreismeisterschaften sowie die entsprechenden Vorturniere finden dagegen erst ab der U13 statt. "Die Terminfreiheit, die wir in der Anfangsphase noch genossen, ist heute nicht mehr vorhanden", berichtet Held. "Wir versuchen den Turnieren der anderen Landkreisvereine so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen, denn ihnen wollen wir nicht dazwischenfunken. Zudem können wir die Halle nur dann beanspruchen, wenn kein Handball stattfindet."
Gerne würden auch die Siedler einen Budenzauber in mehreren Teilen für die jüngeren Jahrgänge anbieten, doch die Möglichkeiten in der Sickergrundhalle sind beschränkt: "Die Vereine, die so etwas ausrichten, besitzen ganz andere Möglichkeiten als wir, denn zum Beispiel können sie für zwei Wochen eine Bande aufbauen. Das geht hier leider nicht." Früher hätte den Organisatoren ein komplettes Wochenende zur Verfügung gestanden, doch sei dies aufgrund der gestiegenen Auslastung nun kaum mehr möglich. Als Idealfall wünscht sich Held, "dass wir nach den Turnieren von Dettelbach, Wiesentheid und Iphofen die Halle in der dritten oder vierten Januarwoche für eine oder zwei Wochen durchgehend hätten." So aber müsste sich der SSV bei der Hallenbelegung eher hinten anstellen, wobei Held die Absprache mit den anderen Nutzern durchaus sehr schätzt: "Zum Glück arbeitet beispielsweise Werner May vom TV Etwashausen bei den Terminen sehr gut mit uns zusammen."
Dass sich aber dennoch nicht sämtliche Termin-Überschneidungen verhindern ließen, bittet er um Verständnis. Die meisten U11-Teams, die am Sonntag im Sickergrund aufliefen, beteiligen sich bereits seit vielen Jahren, informiert Held.
Der Aufwand im Vorfeld der Veranstaltung sei für ihn und seine Vereinskollegen überschaubar: "Im E-Mail-Zeitalter ist selbst das Versenden der Einladungen einfacher geworden. Doch es kann durchaus passieren, dass sich auf 20 Einladungen nur sechs Vereine melden, weil der Rest bereits andere Turniere eingeplant hat."
Dass das Turnier die Spieler, Trainer und mitgereisten Familien aber nur einen halben Tag beansprucht und der Wettbewerb der U13-Junioren nicht am gleichen Tag, sondern am 12. Februar stattfindet, sieht Held positiv: "Sicherlich haben beide Varianten ihre Vor- und Nachteile. Für uns hängt kein ganzer Tag an der Sache, dafür müssen wir eben zwei Mal ran. Für die Mannschaften ist es insofern besser, dass sie nicht schon früh um sieben Uhr ins Auto steigen müssen."
So rollte der Ball erst ab elf Uhr. Weil das Turnier an einem Sonntag ausgetragen wurde, waren die Resonanz bei den Mannschaften und der Zuspruch von den Zuschauer entsprechend erfreulich. "Als Veranstalter bemerkt man den Unterschied zwischen Samstag und Sonntag, denn sonntags kommen gleich ein paar Leute mehr zum Zuschauen in die Halle."
Gerade für die jüngeren Mannschaften, bei denen der Hallenfußball noch einen höheren Stellenwert genießt, erachtet es Held als wichtig, dass im Winter über längere Zeit Hallenturniere angeboten werden. "Bei den jüngeren Jahrgängen besteht die Winterpause nicht nur aus den ersten beiden Januarwochen, sondern dort zieht sie sich bis Mitte März oder teilweise sogar Anfang April. Insofern ist es gut, wenn Ende Januar oder Anfang Februar noch Turniere für die Kleinen stattfinden", sagt er.
Dass mit einer höheren Turnieranzahl die Teilnahmen geringer werden, fürchtet er indes nicht: "Vor allem in diesem Alter geht es doch vor allem um den Spaß am Spiel. Die Begeisterung ist bei den Kids ungebrochen." Gleiches stellte Sven Weichsel bei seiner Mannschaft fest: "So ein Turnier macht unseren Jungs viel Spaß", sagte Albertshofens U11-Trainer nach dem gewonnenen Spiel um Platz neun. Damit war er durchaus zufrieden, "nachdem wir in diesem Winter wegen des Hallenumbaus noch kein Hallentraining hatten."
Der sportliche Erfolg stand auch für Haci Saygili nur an zweiter Stelle: "Im Vordergrund steht, dass unsere Kinder Spaß haben, erst dann geht es ums Gewinnen." Dass seine Spieler mit vollem Engagement bei der Sache waren, beobachtete er vor und während des Turniers: "Die Anspannung am Anfang ist groß, welche Mannschaften dabei sind. Bei jedem Spiel rechneten die Jungs die Tabelle mit, ob wir Erster, Zweiter oder Vierter sind, falls die anderen Teams nun gewinnen oder verlieren."