FUSSBALL: A-KLASSE

Der SV Tückelhausen legt eine Bruchlandung hin

Vorige Saison knapp am Aufstieg gescheitert, wollten die Tückelhäuser nun den nächsten Schritt gehen. Warum dieser Schuss nach hinten losging.
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Nur noch bis Saisonende hat Bernd Wenkheimer als Trainer die Deutungshoheit in Tückelhausen. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach

Wie im Rausch erlebte der SV Tückelhausen/Hohestadt weite Teile der vergangenen Saison in der Würzburger A-Klasse 2. Von Ende September bis Anfang Mai erzielte die Spielgemeinschaft in 16 Partien sagenhafte 15 Siege und ein Unentschieden. Zum Sprung in die Kreisklasse reichte es trotzdem nicht, weil die Hypothek des schwachen Saisonstarts aus Sicht des SV zu groß war. So musste die Truppe von Trainer Bernd Wenkheimer schließlich dem TSV Frickenhausen und dem SV Gaukönigshofen den Vortritt lassen. Kein Beinbruch, denn die Chancen standen gut, in dieser Spielzeit einen neuen Angriff zu starten. Der Kader war zusammengeblieben und das Selbstvertrauen turmhoch – entsprechend viel hatte sich das Team aus dem Ochsenfurter Gau vorgenommen.

Doch statt eines neuerlichen Höhenflugs hat Wenkheimer mit seinen Schützlingen eine Bruchlandung hingelegt. Dreizehn Punkte aus zwölf Partien und Tabellenplatz zehn sind von den eigenen Ansprüchen jedenfalls meilenweit entfernt. Der Trainer gibt sich denn auch gar keine Mühe, irgendetwas schönzureden. „Indiskutabel“ sei das bisherige Abschneiden, stellt er ehrlich fest und betont, dass man sich viel mehr vorgestellt habe. Zumal „wir für A-Klassen-Verhältnisse eine sehr gute Vorbereitung hatten,“ wie Wenkheimer anmerkt.

Aufs Feld transportieren konnte die Mannschaft das positive Gefühl nicht. Schon im ersten Saisonspiel, als sie gegen den SV Kleinochsenfurt eine spektakuläre 4:5-Pleite kassierte, zeichnete sich die Misere aus Tückelhäuser Sicht ab. „Wir machen viel zu viele individuelle Fehler, aus denen regelmäßig Gegentore resultieren,“ sagt der Coach.

Ein Ausfall nach dem anderen

Übertüncht werden sollten diese Probleme durch eine treffliche Offensive. Doch fiel Wenkheimer im Verlauf der Hinrunde eine Korsettstange nach der anderen weg. Felix Meinzinger brach sich bei der Niederlage in Ippesheim Ende September das Schlüsselbein und Kevin Heß kurz darauf bei einem Trainingsunfall die Hand. Julian Fries hat aufgrund seines in der vergangenen Saison erlittenen Kreuzbandrisses in dieser Runde noch gar kein Spiel bestritten. Auch Mittelfeld-Antreiber Marcel Kreußer musste verletzungsbedingt zwischenzeitlich passen.

Welchen Wert dieses Quartett für Tückelhausen hat, zeigt ein Blick auf die Statistik: 57 von insgesamt 72 Toren in der vorigen Saison gehen auf das Konto dieser vier Akteure. „Der ergebnistechnische Einbruch“, wie es Wenkheimer nennt, ist also begründbar. Dennoch sagt er klipp und klar: „In der A-Klasse auf den letzten fünf Plätzen herum zu dümpeln ist nicht unser Anspruch.“ Der einzige Abstiegsplatz, den der TSV Gnodstadt besetzt, ist nur sechs Zähler entfernt. Sorgen, den Abwärtsstrudel nicht aufhalten zu können, macht sich der Kitzinger Wenkheimer allerdings nicht. „So viel Selbstvertrauen sollten wir schon noch haben, dass es reicht, um nicht ganz nach hinten durchzurutschen“, sagt der Trainer mit Blick auf die Qualität seiner Jungs.

Saisonziel ist längst korrigiert

Dass das ursprüngliche Saisonziel, um den Aufstieg mitzuspielen, allerdings schon längst nicht mehr zu halten ist, dessen ist sich auch Wenkheimer bewusst. „Wir mussten unser Ziel korrigieren, und ich habe jetzt ausgegeben, wenigstens in der Rückrundentabelle unter den ersten Drei zu landen.“ Auch diese Mission hat keinen guten Anfang genommen. Tückelhausen verlor das erste Rückrundenspiel vergangenen Sonntag zu Hause gegen den SV Fuchsstadt mit 2:5. Wenkheimer hofft, die Kurve spätestens im neuen Jahr noch zu bekommen.

Schließlich will er Tückelhausen durch die Vordertüre verlassen. Im kommenden Mai endet seine Amtszeit im Ochsenfurter Gau. „Wenn es nur um den Verein und das Umfeld ginge, müsste ich eigentlich noch zehn Jahre bleiben. Aber die Mannschaft braucht nach drei Jahren mal eine andere Ansprache“, sagt Wenkheimer, der offen für eine neue Aufgabe ist.

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