FUSSBALL: KREISKLASSE

Der SV Gaukönigshofen in der Gewinnzone

Nach Startproblemen hat sich der Aufsteiger in der Kreisklasse eingerichtet. Für eine Saison ohne Zittern soll ein Quintett sorgen, das vom Nachbarn Bütthard gekommen ist.
Artikel drucken Artikel einbetten
So erfrischend ein Aufstieg über die Relegation sein kann, Tobias Werner würde sich das Zittern in Gaukönigshofen gern ersparen. Foto: Foto: Alexander Rausch

Zwei unglückliche Niederlagen zu Saisonbeginn im August, und schon war der Fehlstart des SV Gaukönigshofen perfekt. Der Aufsteiger bekam in den beiden Begegnungen mit Gülchsheim und Iphofen gleich einen Eindruck von der deutlich raueren Luft in der Kreisklasse und verlor jeweils 1:2. Im dritten Spiel kam der Motor der Mannschaft dann ins Laufen, und beim jüngsten 8:1 gegen Marktbreit/Martinsheim II schnurrte er wie geölt. Doch erst die kommenden Etappen werden zeigen, in welche Richtung die Reise wirklich geht und ob es eine Reise ohne Zittern wird.

Die misslungenen ersten Auftritte erinnerten ein wenig an die wichtigen Partien der vergangenen Saison. Das Potenzial der Mannschaft war ersichtlich, abrufen konnte sie es nicht. Zu gehemmt wirkten die von Tobias Werner und Oliver Döring betreuten Schützlinge. Sie waren nicht frei im Kopf, setzten sich selbst zu sehr unter Druck – wie etwa im wegweisenden Duell der vorigen Saison gegen den TSV Frickenhausen. Erklären konnte sich Trainer Döring diesen Leistungseinbruch im Vergleich zu den gelungenen Test- und Pokalspielen der Vorbereitung nicht: „Wir haben sehr gut gearbeitet und hatten uns mehr ausgerechnet.“

„Die oberste Priorität ist, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“
Oliver Döring, Trainer SV Gaukönigshofen

Der gute Eindruck festigte sich vor allem in den Pokalrunden mit Siegen gegen Tückelhausen/Hohestadt und Bütthard und der nur knappen Niederlage gegen den Bezirksligisten SSV Kitzingen. Und auch die Neuzugänge hatten sich mühelos integriert. Alleine fünf der sechs Neuen waren dabei vom SV Bütthard gekommen. „Einige hatten eine Vergangenheit hier im Verein, sie spielten in der Jugend hier und kommen aus der Umgebung. Zudem gab es in Bütthard einige Veränderungen, so dass sie sich gemeinsam uns anschlossen“, sagt Döring über den überraschenden Zuwachs vor der Saison.

Das Quintett hat nicht nur den Kader gefüllt, sondern auch Qualität gebracht. Denn Hendrik Pregitzer, Max Endres und Niklas Karl waren vergangene Saison tragende Säulen der Büttharder Kreisliga-Elf. Lukas Steinmetz und Kristian Schwab waren ebenfalls zu regelmäßigen Einsätzen gelangt. „Es freut uns natürlich, dass sie nun bei uns spielen“, erklärt Döring. „Sie passen einfach super rein.“ Dennoch weiß auch er, dass es seine Zeit dauern werde, bis sich die neuformierte Mannschaft gefunden hat und nötige Automatismen greifen. Auch dieser Faktor spielte in den ersten zwei Saisonpartien eine Rolle.

Schließlich kam mit dem 1:1 gegen Hoheim der erste Punkt aufs Konto. Deutlich besser griffen danach die Rädchen ineinander, defensiv wie offensiv. Denn während Joseph Nagl im Tor zweimal die Null hielt, gelangen den Kollegen vorne elf Treffer, acht alleine jüngst gegen die in allen Belangen überforderte Reserve von Marktbreitern und Martinsheimern. „An diesem Tag hat nahezu alles geklappt und wir haben es geschafft, sehr effektiv zu sein“, so der 30-jährige Döring, der selbst dreimal traf.

An diese Leistung und eine ähnliche Trefferquote möchten die Gaukönigshöfer in den kommenden Wochen anknüpfen. Mit der Chancenverwertung war Döring nämlich in den ersten fünf Partien alles andere als zufrieden. Natürlich freute er sich darüber, dass die Seinen sich Torgelegenheiten erarbeiteten, aber sie seien zu fahrlässig damit umgegangen.

So etwas dürfe ihnen gegen mutmaßliche Spitzenteams wie Willanzheim, Hopferstadt oder Gelchsheim nicht passieren, wenn sie dort Punkte mitnehmen und sich auch die nächsten Wochen im sicheren Mittelfeld der Liga aufhalten wollen. „Die oberste Priorität ist, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Das Potenzial, dort zu landen, wo wir derzeit stehen, hat die Mannschaft auf jeden Fall“, sagt Döring.

Zudem wäre es schön, ergänzt der Trainer, eine Spielzeit ohne Verlängerung zu beenden, also ohne den Weg in die Relegation, wie ihn der Klub in den vergangenen zwei Jahren gehen musste – zittern bis zum Ende inbegriffen. Auf dem richtigen Pfad scheinen die Gaukönigshöfer zu sein. Sie müssen ihn bloß konsequent weiterverfolgen.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren