Kitzingen

Der SSV freut sich auf „geile Kreisliga“

Obwohl sie in der Relegation kein Spiel verloren haben, ist für die Kitzinger der Traum vom Aufstieg geplatzt. Warum sich die Enttäuschung trotzdem in Grenzen hält.
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Kopf an Kopf auf dem Weg in die Bezirksliga: Am Ende hatte Uettingens Peter Endres (rechts) leichten Vorsprung vor dem Kitzinger Alexander Schmidbauer.

Keines der beiden Spiele der ersten Relegationsrunde hat der SSV Kitzingen verloren und doch hat der Klub den Aufstieg in die Bezirksliga verpasst. Die Siedler umgab nach dem 1:1 (1:0) im Rückspiel beim TSV Uettingen, das wie das Hinspiel (2:2) unentschieden endete, ein seltsames Gefühl. Eigentlich waren sie wieder die überlegene Mannschaft gewesen, hatten sie erneut eine engagierte wie couragierte Leistung geboten. Doch wieder machten sie aus ihrem Chancenplus zu wenig. Die Auswärtstorregel kostete sie letztlich den Einzug in die zweite Runde, in der nun Uettingen steht.

„Ich bin sehr stolz. Die Jungs haben alles rausgehauen.“
SSV-Trainer Jürgen Brettmann nach dem Aus in der Relegation

Die Enttäuschung nach dem Hinspiel war bei den Kitzingern greifbar gewesen. In der Nachspielzeit hatten sie noch den Ausgleich zum 2:2 kassiert. Lukas Weimer hatte den Kreisligisten mit seinem Treffer einer besseren Ausgangsposition beraubt. So benötigte die Mannschaft von Trainer Jürgen Brettmann, der erneut seinen urlaubenden Kollegen Thomas Beer an der Seitenlinie vertrat, einen Sieg, um in die zweite Runde einzuziehen. Die Gastgeber konnten hingegen abwarten und wie bereits in Kitzingen defensiv agieren. So entwickelte sich eine Partie, in der die Siedler früh die Initiative übernahmen. Uettingen erwartete sie tief in der eigenen Hälfte und setzte auf schnelle Nadelstiche über Lukas Weimer, der mit 21 Toren bester TSV-Schütze der Saison geworden war.

Doch die Kitzinger fanden immer wieder Lücken im nicht sattelfesten TSV-Abwehrverbund. Johannes Spedas Flugkopfball strich dabei ebenso über das Gehäuse wie ein Schuss Alexander Schmidbauers aus 20 Metern. Der SSV hatte mehr vom Spiel und er mühte sich redlich, besonders Leander Greubel wurde immer wieder gesucht. Doch die Uettinger, die in der ersten halben Stunde bis auf Manuel Schellers Distanzschuss nichts vorzuweisen hatten, blieben ruhig, und sie nutzten den ersten Abwehrfehler der Gäste kühl. Spedas unnötigen Querpass rund 40 Meter vor dem eigenen Tor erlief Kevin Ille, der den startenden Kai Schlessmann bediente – und der lupfte den Ball über Fabian Zehn ins SSV-Tor.

Die Führung spielte dem Bezirksligisten in die Defensivstrategie. Dennoch hatte Dennis Ketturkat den Ausgleich auf dem Fuß. Ille klärte noch auf der Torlinie (38.). Fast hätte sich die fehlende Effizienz erneut gerächt. Jens Leibolds wuchtiger Kopfball sprang aber von der Latte zurück ins Feld.

Beim Spielstand von 0:1 brauchten die spielerisch überlegenen Kitzinger mindestens zwei Tore, um weiterzukommen. Daran hätte vor allem Alexander Schmidbauer entscheidenden Anteil haben können. Mehrmals traf er in Tornähe den Ball nicht richtig, und so ließ er die Chance zum mögli-chen Ausgleich, der mittlerweile verdient gewesen wäre, liegen. Der Bezirksligist konzentrierte sich fast nur darauf, seinen knappen Vorsprung zu verteidigen. Nur selten brachte er das Tor des SSV in Gefahr.

Lediglich Jens Leibold hätte mit Schüssen aus etwa 30 Metern (52. Minute) und aus dem Strafraum (73.) die aufopferungsvoll kämpfenden Siedler treffen können. Ansonsten hatten die Kitzinger ihren Kontrahenten, voran Torjäger Lukas Weimer, sehr gut im Griff, was nichts an der Situation änderte, dass sie im-mer noch zwei Tore brauchten. Beim Heber Christopher Hornungs aus 25 Metern an die Latte fehlten nur wenige Zentimeter, ebenso wie bei Steffen Metz' Nachschuss, den Torhüter Marius Väth glänzend parierte (74.). Kitzingen drückte, aber dem Team lief die Zeit davon.

Erst sechs Minuten vor dem Ende nutzte Dennis Ketturkat ein Missverständnis in Uettingens Abwehr zum Ausgleich. Doch das Tor kam zu spät. Zwar probierten die Siedler noch einmal alles, Uettingens Torwart Marius Väth aber blieb die letzten Minuten Herr des eigenen Strafraums. „Ich bin sehr stolz. Die Jungs haben alles rausgehauen“, sagte Trainer Jürgen Brettmann zur Vorstellung des SSV. „Leider ist das Tor zu spät gefallen.“

Sein Klub hat die Aufstiegschance für dieses Jahr verspielt. Trotz aller Enttäuschung hätten die beiden Partien, in denen die Kitzinger jeweils die bessere Mannschaft waren, Lust gemacht, wie Dennis Ketturkat feststellte. „Die Kulissen waren toll. Jetzt freuen wir uns eben auf eine geile Kreisliga.“ In der nächsten Saison erwartet den SSV unter anderem das Duell mit Bayern Kitzingen.

Die Statistik des Spiels

TSV Uettingen – SSV Kitzingen 1:1 (1:0)
 
Uettingen: Väth – Fuchs, Geiger, Bieber, Ille, Endres, Fuchs, Scheller, Schlessmann (78. Mager), Leibold (87. Huller), Weimer (90.+3 Müller), Babl.
 
Kitzingen: Zehn – Köberlein (75. Sillig), Kuhmann, Hornung (77. Soldner), Speda (89. Rumpel), Metz, Ketturkat, Scheider, Schmidbauer, Greubel, Bartsch.
 
Schiedsrichter: Thoma (Oberstreu).
 
Zuschauer: 411.
 
Gelbe Karten: Ille, Endres; Schmidbauer, Kuhmann.
 
Tore: 1:0 Kai Schlessmann (30.), 1:1 Dennis Ketturkat (84.).


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