Vom Erfolg verwöhnt waren beide Bezirksligisten aus dem Landkreis Kitzingen in den vergangenen Wochen nicht. Die gastgebende FG Marktbreit/Martinsheim hatte zuletzt fünf Mal und der SSV Kitzingen sogar sechs Mal nicht mehr gewonnen. Das Ergebnis vom Sonntag brachte aber nur den Siedlern Linderung. Durch den 1:0 (0:0)-Auswärtssieg haben sie eine turbulente Woche beendet, die eine Woche vorher mit dem überraschenden Rücktritt von Trainer Raimund Eichelbrönner begonnen hatte.



„Da kommst du gerade aus dem Urlaub, und kurz danach ist kein Trainer mehr da“, wunderte sich auch der in dieser Woche als Interimscoach eingesetzte Jürgen Ketturkat, der beim SSV auch dritter Vorsitzender ist. Wichtiger als das Ergebnis sei für ihn daher gewesen, auf dem Feld eine intakte Mannschaft zu erkennen.

Doch mussten die Kitzinger erneut personell geschwächt im Landkreisderby antreten. Im Vergleich zum 1:1 des Hinspiels fehlten diesmal in der Startaufstellung neben Torwart Michael Kümmel der gesperrte Christopher Soldner und die verletzten Florian Rumpel und Dennis Ketturkat. Marktbreit hatte – bis auf Christoph Ott für Tobias Lechner – die gleiche Mannschaft wie am ersten Spieltag aufgeboten. Angesichts der jüngsten Resultate übten sich beide Seiten zunächst in offensiver Zurückhaltung. „Wir waren nervös“, stellte Ketturkat schnell fest. Spielfluss kam nur selten zustande, meist wurde er durch Zweikämpfe oder durch Fehlpässe unterbrochen.

Etwa fünf Minuten vor der Pause erlebte das Spiel seinen ersten Höhepunkt, als Kitzingens Innenverteidiger Daniel Tausch stolperte und den Ball im Strafraum an Steffen Barthel verlor. Der gefährlichste Marktbreiter verlud Torhüter Marco Bischoff und hatte nur noch das leere Tor vor sich und scheiterte am Pfosten. „Mit etwas Glück konnten wir diesmal vermeiden, durch einen Abwehrfehler ein Gegentor zu kassieren, das uns vor der Pause wieder nach unten gezogen hätte“, atmete auch Ketturkat auf.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am zerfahrenen Spielverlauf wenig. Auch die zweite nennenswerte Chance gehörte nach einer Stunde den Marktbreitern: Barthel verpasste nach einem Zusammenspiel Rainer Radlingers und Christian Volkamers eine Hereingabe von links am Fünfmeterraum nur um Zentimeter. Die Siedler kamen nicht über Ansätze hinaus. „Kitzingen kämpfte, lief sehr viel, investierte aber wenig ins Spiel“, stellte Jäger fest. Dominik Held, der nach seiner Einwechslung die Offensive belebte, verpasste nach David Bartschs Hereingabe mit Schuss und Kopfball das gegnerische Tor, in dem Benjamin Stör ein eher geruhsames Spiel erlebte.

Hektischer wurde es in der Schlussphase dagegen vor seinem Kitzinger Kollegen Marco Bischoff. In höchster Not klärte Außenverteidiger Bartsch vor dem frei stehenden Marius Ambrosch, dem der Ball vom Gegner selbst aufgelegt worden war. Keine Minute später flog Barthels Schuss um Haaresbreite am langen Pfosten vorbei. Ketturkat folgerte, dass bei den Gästen zum Ende hin Kondition und Konzentration spürbar schwanden. „Wir hatten einige gute Chancen, wurden aber am Ende dafür bestraft, dass wir sie nicht auch genutzt haben“, beklagte Jäger zwei Minuten vor Schluss die spielentscheidende Szene.

Als Valentin Gebert nahe der Außenlinie den Ball an den beherzt nachsetzenden Dominik Held verlor, hatte der zentral in Stellung gelaufene Steffen Metz nach Helds Querpass einfaches Spiel, das Tor des Tages zu erzielen. „Einzelne kleine Fehler werden bei uns gnadenlos bestraft. Davon dürfen wir uns aber nicht runterziehen lassen“, erklärte Marktbreits Spielertrainer Jäger in aufmunternden Worten. Die richtete er vor allem an zwei seiner Spieler: „Steffen und Valentin sind wichtige Leistungsträger. Beide sind enttäuscht, aber sie spielen insgesamt eine überragende Saison.“

Geduld sei gefragt, um die aktuelle Ergebnisflaute zu überwinden: „Wir haben unverdient verloren, trauern aber diesen drei verlorenen Punkten nicht nach. Wir wollen nicht zurück, sondern nach vorne schauen.“ Diese Richtung schlagen auch die Siedler ein. „Wir werden alles daran setzen, zur Winterpause über dem Strich stehen“, formulierte Ketturkat nach seinem gelungenen Einstand nun das nächste Etappenziel. Wie lange er die Position als Interimstrainer begleite, sei angesichts derzeit laufender Gespräche offen. Die zentrale Botschaft, die er verkündete: „Der neue Trainer wird eine intakte Mannschaft übernehmen.“

Die Statistik zum Spiel

FG Marktbreit/Martinsheim – SSV Kitzingen 0:1 (0:0)

Marktbreit/Martinsheim: Benjamin Stör; Steffen Barthel, Tobias Jäger, Valentin Gebert, Martin Schwab (62. Joachim Barthel), Christian Volkamer, Rainer Radlinger, Sebastian Wirsching, Stefan Knauer (76. Marius Ambrosch), Christoph Ott, Eric Köhler.

Kitzingen: Marco Bischoff; Steffen Metz, Felix Scheider (55. Marco Müller), Florian Soldner (55. Christopher Hornung), Maximilian Heß, Daniel Tausch, Bernd Keilholz, Fabian Sillig, David Bartsch, Lukas Pauluhn, Aljoscha Keßler (69. Dominik Held).

Schiedsrichter: Steffen Ehwald (Geldersheim).

Gelbe Karten: Scheider; Wirsching.

Zuschauer: 150.

Tor: 0:1 Steffen Metz (88.).