FUSSBALL: BEZIRKSLIGA

Der SSV Kitzingen zahlt Lehrgeld

Der SSV Kitzingen unterliegt Rottendorf in einem rassigen Bezirksliga-Spiel mit 2:3. Warum zwei kuriose Treffer nicht zum Punktgewinn für die Heimelf reichen.
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TSV-Keeper Peter Trappschuh muss zuschauen, wie der Schuss von Kitzingens Dennis Kuhmann zur 2:1-Führung ins Tor rutscht, hinter ihm SSV-Spieler Florian Rumpel. Foto: Foto: Hans Will

Fast ein Dreivierteljahr lang hatte der SSV Kitzingen kein Punktspiel im Ligabetrieb mehr verloren. Am Samstag, im ersten Saison-Heimspiel in der Bezirksliga West gegen den TSV Rottendorf, war es doch mal wieder soweit. Ausgerechnet zur Kirchweih musste der SSV eine Niederlage hinnehmen. Das Resultat von 2:3 aus Siedler-Sicht ging am Ende aufgrund der höheren fußballerischen Qualität und der Mehrzahl an guten Tormöglichkeiten der Gäste aber in Ordnung.

Der TSV hatte in den ersten dreißig Minuten derart forsch agiert, dass man das Gefühl gehabt hatte, die Mannen von Trainer Martin Lang wollten die Hausherren einfach überrennen. Durch ihre aggressive Spielweise kamen sie im Mittelfeld immer wieder zu Ballgewinnen und schalteten in der Folge blitzschnell in die Offensive um. Allein die Chancenverwertung ließ in dieser Phase aus Sicht der Gäste zu wünschen übrig. Die Kitzinger hatten es ihrerseits ihrem glänzend aufgelegten Schlussmann Mathis Kempf zu verdanken, dass sie nach dem ersten Spieldrittel nicht schon höher als mit 0:1 in Rückstand lagen. Mit starken Paraden, unter anderem gegen Nicolas Schubert und Robin Busch, bewahrte Kempf die Seinen vor weiteren Gegentoren.

 

Bei Martin Hesselbachs Abschluss zum 0:1 war aber auch der SSV-Keeper machtlos. Nach einer Ecke hatte die Siedler-Verteidigung den Ball nicht aus der Gefahrenzone gebracht und Rottendorfs Flügelflitzer setzte den Abpraller technisch durchaus anspruchsvoll ins kurze Eck. (11.) „Die ersten dreißig Minuten waren wir richtig schlecht. Da hatten wir Glück, nicht höher in Rückstand zu geraten, blieb auch SSV-Coach Thomas Beer die anfängliche klare Überlegenheit Rottendorfs nicht verborgen.

Doch seine Elf berappelte sich mit zunehmender Spieldauer und bekam fortan besseren Zugriff auf den Gegner. Das Zutrauen in die eigene Stärke wuchs, was dazu führte, dass das Heimteam nun auch selbst offensiv gefährlich wurde. So hätten sowohl Steffen Metz als auch Aljoscha Keßler bei ihren Versuchen für den Ausgleich sorgen können. Doch kurz vor dem Seitenwechsel wurden die Platzherren noch für ihren Aufwand belohnt, auch wenn sich die Gäste – genauer TSV-Torwart Peter Trappschuh – den Ball beim Ausgleich fast selber ins Nest legten. Dennis Kuhmann hatte einen Freistoß aus vierzig Metern Richtung Fünfmeterraum geschlagen und Trappschuh am eigentlich harmlosen Ball vorbeigefaustet, worauf dieser im Netz landete. (44.)

So ging es mit einem insgesamt eher schmeichelhaften Remis für die Gastgeber in die Kabinen. Und kaum hatten sie ihren Pausentee getrunken, sorgte der SSV mit Beginn des zweiten Durchgangs für den nächsten Paukenschlag. Erneut nahm sich Kuhmann eines ruhenden Balls aus dem Halbfeld an und die Kugel segelte noch leicht abgefälscht zur 2:1-Führung in die Maschen. (48.). Gästecoach Martin Lang beunruhigte der Zwischenstand allerdings nicht, wie er später erklärte. „Wir hatten uns vorgenommen, die Hektik aus dem Spiel rauszunehmen und haben auch in der zweiten Halbzeit gezeigt, was wir können.“ Das traf insbesondere auf Nicolas Schubert zu, dessen direkter Freistoß zum 2:2 ein fußballerischer Leckerbissen war (68.). „So ist das in der Bezirksliga. Da entscheiden oft Kleinigkeiten und es gibt viele Situationen, in den wir uns cleverer anstellen müssen, monierte Thomas Beer unter anderem das aus seiner Sicht unnötige Foulspiel das zum Freistoß vor dem Ausgleich geführt hatte.

Nun wollte der SSV wenigstens den einen Zähler festhalten, doch machten ihnen die ausgebufften Rottendorfer, die aktuell ihre zehnte Saison in Folge in der Bezirksliga spielen, auch durch diese Rechnung einen Strich. Als nämlich der eingewechselte Daniel Ritter den Ball in den Lauf verlängert bekam, schubste er das Leder mit einem leichten Kontakt an Kitzingens Schlussmann Kempf vorbei zum 3:2-Siegtreffer ins Gehäuse und die Heimelf stand mit leeren Händen da. „Einen Punkt hätten wir aufgrund der kämpferischen Leistung gerne mitgenommen,“ sagte Trainer Beer abschließend. „Aber jetzt müssen wir die richtigen Lehren aus dem Spiel ziehen und weitermachen.“

Die Statistik des Spiels

Fußball: Bezirksliga West SSV Kitzingen – TSV Rottendorf 2:3 (1:1) Kitzingen: Kempf – Koeberlein, Hornung, Wagner, Rumpel, Metz, Ketturkat, Scheider, Speda, Keßler, Kuhmann. Eingewechselt: Funk (41.), Schmidbauer (60.), Greubel (78.).

Rottendorf: Trappschuh – Weyer, Stuehler, Weber, Fischer, Busch, Nicolas Schubert, Hesselbach, Wengeler, Moritz Schubert, Dekant. Eingewechselt: Frey (61.), Mainka (71.), Ritter (80.). Torfolge: 0:1 Martin Hesselbach (11.), 1:1 Dennis Kuhmann (44.), 2:1 Dennis Kuhmann (48.), 2:2 Nicolas Schubert (68.), 2:3 Daniel Ritter (84.). Schiedsrichter: Christian Wetz (Gädheim). Zuschauer: 230. Gelbe Karten: Wagner, Speda, Schmidbauer, Koeberlein; Moritz Schubert, Hesselbach, Nicolas Schubert, Wengeler.

ONLINE-TIPP

Mehr Bilder zum Spiel gibt es unter: www.inFranken.de

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