FUSSBALL: KREISLIGA

Der SC Schwarzach verliert an Schwung

Nach drei Siegen zum Auftakt verliert der Sportclub die Tabellenführung, nicht aber seine Zuversicht. Wenn alle Spieler fit sind, ist von der Mannschaft viel zu erwarten.
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Artistisch klärt der Marktbreiter Joachim Hupp (rechts) gegen Schwarzachs Rene Braun. Foto: Hans Will

Der Fußballtrainer Thomas Redelberger hat nicht lang überlegen müssen, als ihn der SC Schwarzach Mitte Februar fragte, ob er seine Mission sofort und nicht – wie ursprünglich vereinbart – erst im Sommer antreten wolle. Frank Wettengel hatte im Winter um seine Freistellung als Trainer gebeten, der Verein war der Bitte nachgekommen und hatte bei Redelberger angeklopft. Der sagte zu – und nutzte die gewonnene Zeit, um an der Zukunft zu basteln. Nur wenige Monate später hatte er ein schlagkräftiges Team beisammen.

Freitagabend stand Josef Hitzinger am Trainingsplatz und zählte zufrieden die Häupter seiner Schützlinge. „Es läuft!“, sagte der Vorsitzende des SC Schwarzach. Das durfte durchaus doppeldeutig verstanden werden. 24 Spieler trabten da über den Platz, davon waren drei zwar noch angeschlagen und drei von der zweiten Mannschaft. Aber trotz Urlaubszeit kamen da immer noch 16 Mann zusammen, die zum Stamm der ersten Garde gehören, und das sagt dann doch etwas über die Stärke des Sportclubs in dieser Saison.

„Hätten wir die vergangenen Jahre diese Ausfälle gehabt, wäre es eng geworden“, sagt Hitzinger. Der Kader in diesem Sommer ist gewachsen – in der Breite, aber auch was die Qualität angeht. Trotzdem kam Thomas Redelberger am Sonntag nicht umhin, 15 Minuten selbst mitzuspielen – erstmals in dieser Runde.

Ein Fehler im Spielaufbau kostet den Erfolg

Verhindern konnte er Schwarzachs erste Saisonniederlage dadurch nicht. Kurz vor dem Ende hatte es Marktbreit dann doch noch geschafft, den Ball ins Tor zu bringen. Ein Fehler der Schwarzacher im Spielaufbau versetzte den Gastgebern den Impuls zum Umschalten, und dieser Moment der Unachtsamkeit kostete Schwarzach den Sieg. Marvin Endres gelang in der 85. Minute der letztlich maßgebliche Treffer.

„Es war ein Unentschieden-Spiel“, fand Redelberger unter dem Eindruck der 90 Minuten. Seine Elf habe anfangs zwei erstklassige Chancen vertan, als jeweils einer seiner Spieler allein aufs Tor lief. Mit Blick auf die bisherigen Auftritte und die Bilanz von neun Punkten aus vier Auftritten kam der Trainer allerdings zu dem Ergebnis: „Das Gesamtpaket stimmt.“

Der SC Schwarzach gilt als Titelanwärter

Stehen erst einmal alle Kräfte zur Verfügung, kann Redelberger auf 25 Feldspieler zurückgreifen. Für Kreisliga-Verhältnisse ist das fast schon Luxus. Auch deshalb haben sich vor der Saison viele bei der Frage nach dem Meister auf den SC Schwarzach festgelegt. Hitzinger hätte es zwar lieber gesehen, es wäre anders gewesen, die Mannschaft könne aber mit der Situation umgehen. „Sie hat sich intern Ziele gesetzt und will vernünftig Fußball spielen, aber sie setzt sich da auf keinen Fall unter Druck.“

Von irgendwelchen Titelambitionen sei nichts, aber auch gar nichts zu hören, versichert Hitzinger. Das wäre auch nicht angebracht nach vier Spieltagen und manch mediokrem Auftritt, bei dem das Glück des Tüchtigen mit der Elf war, etwa vor einer Woche im Heimspiel gegen Bütthard. Erst nach einer Stunde nahm der Sportclub Schwung auf – bis dahin bewahrte ihn der starke Torwart Rene Schnur vor Schlimmerem.

Jetzt waren die Schwarzacher erstmals vom Glück verlassen. Redelberger ficht das nicht an. „Wir sind auf einem guten Weg und können zufrieden sein“, sagt er, „wir wollen weiter eine gute Rolle spielen.“

Genügend Zeit, die Mannschaft kennenzulernen

Dass er nicht erst im Juni kam, sondern bereits im März, sei ein „Riesenvorteil“ gewesen, sagt Vereinsvorsitzender Josef Hitzinger. So hatte der 37-Jährige genügend Zeit, die Mannschaft und ihre Eigenheiten kennenzulernen und sie nach seinen Vorstellungen ein- und aufzustellen. Noch fehlten Leistungsträger wie Tobias Bürkner, Nino Scheidler, Daniel und Alexander Lang. Leopold Brachat, Neuzugang aus der U19 des FC Schweinfurt 05, kämpft noch mit den Folgen eines angerissenen Kreuzbandes.

Was also, wenn erst einmal all die Verletzten kuriert und alle Ausgeflogenen zurück aus dem Urlaub sind? So weit will Hitzinger noch gar nicht denken. Es könne immer was passieren, sagt er aber das klingt eher so, als wolle er vom Thema ablenken – und davon, dass Schwarzach als Gejagter auf die nächsten Etappen der Saison geht.

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