Uli Lauck, Trainer der Faustballerinnen beim TV Segnitz, ist ein Freund klarer Worte und geniert sich auch als Ehemann nicht, zu sagen was Sache ist. Steffi Lauck, die unter ihrem Mädchennamen Steffi Mathan gut 20 Jahre den Faustbällen hinterher gehechtet war, hatte Uli Lauck im August das Ja-Wort bei der Vermählung gegeben. Das Ja-Wort gaben beide, doch das letzte Wort im Hauses Lauck hat der Mann, der gegenüber dieser Zeitung verriet, „dass bei uns der Ober den Unter sticht“.

Denn einer müsse schließlich sagen, wo es lang gehe, so Uli Laucks Begründung, der sportlich wie privat die Richtlinienkompetenz für sich reklamiert. Uli Lauck trainierte seine Frau schon vor langen Jahren und vor zwei Jahren hatte sich angebahnt, dass für Steffi Lauck mehr daraus werden könnte, als der verlängerte Arm des Trainers auf dem Spielfeld zu sein. Jetzt will sich Steffi Lauck mit inzwischen 30 Jahren aus dem Spielgeschehen zurückziehen und nur aushelfen, wenn Ersatz gebraucht wird. „Diese Situationen werden kommen“, sagt Uli Lauck vor der beginnenden Hallenrunde, obwohl er heuer auf einen gut situierten Kader bauen kann. Mit Eugenia Rausch, Ursina Sagstetter, Jana Schleifer und Luisa Kaemmer schickt der Trainer gleich vier Offensivkräfte ins Rennen. Für die Abwehrreihe stehen Tatjana Müller, Sophie Müller, Helen Gernet, Nina Buchta und Alicia Hofmann bereit. Die Segnitzerinnen sind seit Jahren defensiv eine Macht, doch mit den jugendlichen Talenten bieten sich jetzt auch offensiv neue Perspektiven. Freilich weiß der erfahrene Faustballtrainer auch, dass es personell durchaus auch mal schwieriger werden könnte, da sich bei jungen Frauen auch andere Interessen aufdrängen können. Deswegen gewährt er seinen Spielerinnen gewisse Freiräume und führt sie an der langen Leine, weil es auch noch andere Dinge als Faustball gibt.

Jana Schleifer und Luisa Kaemmer bringen die Konstitution und Schlagkraft mit, die vor Jahren abhanden gekommen war. „Die Eugi hat's im Kopf und nicht so einen Bums wie die Luisa“, beschreibt Uli Lauck seine unterschiedlichen Typen an Angreiferinnen wie Eugenia Rausch und Luisa Kaemmer. Er weiß um mehr Optionen und hätte sogar mit Nina Buchta eine Linkshänderin im Ärmel, die auch vorne aushelfen könnte. „Ich habe kein Luxusproblem wie der FC Bayern, aber heuer schon einen guten Kader“, deklariert der Trainer die Lage. Einen weiteren Pluspunkt bildet der Umstand, dass die sehr junge Mannschaft schon jahrelang zusammenspielt und daher als Kollektiv gut funktioniert.

„Die Mädels sind noch zu jung für die 1. Liga“, wiegelt Uli Lauck Gedankenspiele an einen Aufstieg ab. In der vergangenen Hallenrunde hatte der TV Segnitz die Aufstiegsspiele zur 1. Bundesliga nur knapp verpasst. Entsprechend wollen sie auch in kommenden Winter vorne mitspielen in der 2. Bundesliga Süd. Nach den ersten beiden Spieltagen mit großen Hallen wie in Frammersbach sieht Uli Lauck eine genauere Einschätzung der Chancen möglich. Es hängt einfach davon ab, wie schnell die Mädels das Handicap bewältigen können, keine ausreichend dimensionierte Trainingshalle zu haben