GEWICHTHEBEN: BAYERNLIGA

Der KSV Kitzingen wagt das Risiko

Eine glückliche Fügung ermöglicht den Kitzingern die Rückkehr in die Bayernliga. Sie sehen sich gerüstet, könnten aber einen regelmäßigen Trainingsgast gut im Team gebrauchen.
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Katharina Fischer gilt mit ihren 15 Jahren als großes Talent beim KSV Kitzingen Foto: Foto: Harald Sauf

Knapp mit 1:2 haben die Gewichtheber des KSV Kitzingen ih-ren ersten Kampf in der neuen Bay-ernliga-Saison verloren. Doch dieses Negativ-Ergebnis im 300 Kilometer entfernten Waldkirchen löste bei der Mannschaft keine Enttäuschung aus, wie Thomas Stöhr, einer der Heber, berichtet. „Wir haben uns riesig über diesen Punkt gefreut! Wir sind jetzt guter Dinge und recht euphorisch, nicht nur was den Heim-Wettkampf gegen den KSC Dachau betrifft“, sagt Stöhr. Den einen Zähler durften die Kitzinger einsacken, da sie im Reißen die stärkere Leistung erbracht hatten als der Gegner.

Am Wettkampftag waren die Kitzinger bereits gegen Mittag gestartet, um rechtzeitig im Bayerischen Wald zu sein. Zunächst wurde das Quartier bezogen – die Kitzinger verzichteten auf die strapaziöse Heimfahrt in der Nacht. Um 18 Uhr ging es für alle auf die Waage, es folgte der Wettkampf. Ein gemütlicher Mannschaftsabend rundete das Ganze ab, am nächsten Tag ging es dann zurück in Richtung Unterfranken. Das habe gut zum Einstieg in die neue Saison gepasst, findet Stöhr. Denn während der Woche sehen sich die Sportler teilweise eher selten, weil der ein oder andere auswärts arbeite.

Dass die Heber des KSV wieder in der Bayernliga an die Hantel dürfen, verdankten sie dem Verzicht des AC Bayreuth: Der wollte als Meister der Frankenliga nicht aufsteigen. Die Kitzinger nahmen stattdessen die Chance an – auch weil sich dort personell etwas getan hat. So ist nun in Stefan Holzer (einst Aßmann) ein Heber zurückgekehrt, der zuletzt einige Jahre in der Bundesliga für Pforzheim angetreten war. Er gab auch sein Startrecht wieder zum KSV. Dazu kamen zwei Heber aus dem eigenen Nachwuchs.

Außerdem hat der Verein in Katharina Fischer und Elmas Altinsoy zwei 15-jährige Nachwuchstalente in seinen Reihen, die die Mannschaft auch in der Breite verstärken. Beide dürfen bereits in der Bayernliga mit an den Start gehen und können dort wichtige Punkte zum Erfolg beitragen. „Die machen schon ihre 40 bis 60 Punkte, das passt“, sagt Thomas Stöhr zufrieden. Sie sollen nur sporadisch eingesetzt werden, man wolle die Mädels behutsam aufbauen. Zudem hat der KSV in Nicole Winterholler und der (noch verletzten) Eva Kaluza weitere gute Heberinnen.

„Personell sind wir gut aufgestellt, also haben wir gesagt, wir riskieren es in der Bayernliga“, sagt Stöhr. Für die vorderen Plätze wird es kaum reichen, Platz fünf bis sieben gilt als Ziel, das Stöhr auch mit Blick auf die Ergebnisse des ersten Wettkampftages für machbar hält. Als Trainer helfen der Truppe die erfahrenen Norbert Graber und Michael Fischer. Armin Uhl ist mit im Betreuerstab. Er hebt allerdings nicht für Kitzingen, sondern in der Bundesliga nach wie vor für den AC Mutterstadt.

„Er wäre natürlich super für uns, aber Armin kostet das aus in der Bundesliga. Dort ist der Ansporn einfach größer“, sagt Stöhr. Nicht nur zum Trainieren ist Uhl ein regelmäßiger Gast in der KSV-Halle. Er hilft auch im Umfeld, organisiert die Wettkämpfe oder Vereinsmeisterschaften. Die Kameradschaft und das Gefüge passten einfach in Kitzingen, deswegen kommen viele Ehemalige gerne vorbei.

„Mit einmal Training die Woche kommst du nicht weit beim Gewichtheben.“
Thomas Stöhr, KSV Kitzingen

Der Aufwand der Sportler für die Bayernliga sei nicht zu unterschätzen. Dreimal in der Woche rund drei Stunden Training, das sei in etwa der Schnitt. „Manche trainieren sogar viermal. Gewichtheben lebt viel von Routine, aber mit einmal trainieren die Woche kommst du nicht weit“, sagt Stöhr. Geld zu verdienen gebe es da nicht, eher im Gegenteil. Der Verein schieße auch mal etwas zu, etwa beim Benzin für die Auswärtsfahrten. Die Übernachtung zuletzt in Waldkirchen zahlten die Sportler aus eigener Tasche. „Drauflegen muss man nicht“, sagt Stöhr. „Man kommt auf Null raus. Aber man investiert auch viel Zeit.“

Diesen Samstag steht zu Hause der Wettkampf gegen den KSC Dachau an. Da hoffen die Kitzinger auf eine stimmungsvolle Kulisse und auf zwei oder sogar drei Punkte. Zur aktuellen Kitzinger Bayernliga-Mannschaft gehören Stefan Holzer, Benjamin Uhl, Julian Seufert, Raphael Zink, Thomas Stöhr, Philipp Kamleiter und die derzeit verletzte Eva Kaluza. Dazu kommen Elmas Altinsoy und Katharina Fischer.

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