Fußball-Kreisliga 1 Würzburg

Der Hilfeschrei des Absteigers

Der 3:0-Sieg des SSV Kitzingen gegen Bezirksliga-Absteiger SG Buchbrunn/Mainstockheim trägt am Siedler-Sportgelände zu Frohsinn und Heiterkeit bei. Unter den Verlierern dagegen geht nach der Niederlage die Sorge um. „So überleben wir diese Runde nicht mit Erfolg“, sagt Trainer Akdeniz.
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Schwach wie Flasche leer: Daniel Kübler und Trainer Ali Akdeniz nach Buchbrunns Niederlage in Kitzingen. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Der 3:0 (2:0)-Sieg des SSV Kitzingen gegen Bezirksliga-Absteiger SG Buchbrunn/Mainstockheim trug am Siedler-Sportgelände zu Frohsinn und Heiterkeit bei. „Das war wichtig, damit die Stimmung gut bleibt“, gab Kitzingens Trainer Carsten Lanik zu bedenken. Grund zur Sorge musste er während der neunzig Minuten kaum haben, dafür blieb der Gegner insgesamt fast alles schuldig.



Bereits nach acht Minuten brachte Daniel Tausch die Heimelf mit dem 1:0 auf Kurs. So weit, so gut, nichts Ungewöhnliches, mag mancher gedacht haben, als der 20 Jahre alte gelernte Stürmer wieder einmal traf. Aber seit Lanik zum SSV gekommen ist, darf Tausch als Innenverteidiger in der Viererkette das Spiel seiner Mannschaft meist von hinten heraus aufbauen. „Zunächst war ich überrascht, als der Trainer mich dort hinstellte. Ich habe von klein auf ja nichts anderes, als Stürmer gespielt. Hinten passt es noch nicht hundertprozentig, aber das wird im Laufe der Saison“, kommentierte Tausch seine Versetzung.

Sie musste aus mehreren Gründen sein, es gilt nämlich, drei der letztjährigen vier Abwehrkräfte zu ersetzen. „Wir mussten die Kette umbauen“, erklärte Lanik. „Daniel ist groß, technisch stark und im Kopfball gut.“ Zudem ist die Luft bei der jungen SSV-Mannschaft gerade in der Offensive dünn, „dort sind wir gut besetzt“, so Lanik.

Zu viel Personal, das kennt Gegenüber, SG-Trainer Ali Akdeniz, derzeit gar nicht. Ganze 13 Feldspieler hatte er am Samstag auf dem Spielbericht stehen. Zu dieser Misere gesellte sich „eine Wahnsinns-Fehlpassquote“ bei seinen Schützlingen. „Alles, was Fußball ausmacht“, habe er, so Akdeniz, vor allem zu Beginn beim blutleeren Auftritt seiner SG in Kitzingen vermisst. Die personelle Handhabe fehle ihm derzeit. „So überleben wir diese Runde nicht mit Erfolg. Wir müssen etwas machen“, formulierte Akdeniz seinen Hilfeschrei nach mehr Personal.

Die Übriggebliebenen wirkten in dieser Partie von Beginn an nicht bei der Sache – keine Aggressivität, keine Ordnung gegen ein Team, das sofort hohes Tempo anschlug. Schon nach 50 Sekunden düpierte SSV-Rückkehrer Christopher Soldner per Doppelpass mit seinem jüngeren Bruder Florian die SG-Abwehr und zielte freistehend auf Torhüter Christian Gedrat. Kitzingens Führungstreffer entstand aus einer Fehlerkette der Gäste in Folge eines hoch vor das Tor getretenen Freistoßes. Daniel Küblers Klärungsversuch missglückte, der Ball landete vor dem eigenen Kasten bei Daniel Tausch – und dessen ungewollte Bogenlampe flog aus sieben Metern ins Netz (8.).

Zehn Minuten später machte Dennis Ketturkats fulminanter 17-Meter-Schuss zum 2:0 in den Torwinkel den Fehlstart der SG perfekt. Leichtfüßig durfte er zuvor durch die Reihen des Gegners spazieren. Zwei, drei weitere brenzlige Situationen hatte der Gast zu bis zur Halbzeit bereinigen. Dort muss Trainer Akdeniz dann deutliche Worte gefunden haben. Seine Elf bekam das quirlige wie bewegliche Spiel des Gegners nun besser in den Griff, musste aber erst noch eine Situation überstehen, als Christopher Soldner auf Zuspiel David Bartschs völlig frei auf Buchbrunns Kasten zielte. Er vergab kläglich (51.). In der Folge verlor das Kitzinger Spiel mehr und mehr an Schwung.

Für die Kitzinger wäre es gar noch eng geworden, hätte Lukas Büchner seinen Direktschuss im Tor untergebracht (76.). Vielleicht hätte er sich etwas mehr Zeit für den Schuss nehmen sollen. Torwart Kümmel bekam die Hände an den Ball, Neu-Verteidiger Daniel Tausch klärte kurz vor der Linie. Die Partie entschied Christopher Soldner, der nach einem Steilpass durch die SG-Abwehr rauschte, zwei Gäste samt Torwart Gedrat umkurvte und zum 3:0 einschob (85.). Nach zwei Jahren beim Stadtrivalen Bayern Kitzingen war Soldner letzten Sommer zum SSV zurückgekehrt, wo er mit seinen 26 Jahren schon zu den Routiniers zählt.

„Dass ich es bei den Bayern mal probiere, hat mir keiner krumm genommen. Es war klar, dass ich in absehbarer Frist zurückkehren würde“, sagt Soldner. Verletzungsbedingt und wegen eines neunmonatigen Studienaufenthalts in Schottland konnte er zuletzt kaum spielen. Jetzt brennt er wieder. „Ich will mit dem SSV Kitzingen in absehbarer Zeit unbedingt in die Bezirksliga. Das Potenzial ist da, wir müssen es endlich mal in der Siedlung lassen“, formulierte er, was viele beim SSV schon lange denken.

Das Spiel in der Statistik

SSV Kitzingen – SG Buchbrunn/Mainstockheim 3:0 (2:0)

Kitzingen: Michael Kümmel; David Bartsch, Felix Scheider, Daniel Tausch, Dominik Mauderer, Bernd Keilholz, Lukas Pauluhn, Christoher Soldner, Florian Rumpel (29. Metin Yasar), Florian Soldner (64. Timo Held), Dennis Ketturkat (73. Joshua Then). – Rückwechsel: 86. Florian Soldner für Christopher Soldner.

SG Buchbrunn/Mainstockheim: Pascal Gedrat; Martin Hopfengart, Johannes Böhm, Daniel Kübler, Maximilian Diemer, Michael Twardy, Patrick Brenneis, Daniel Schmillen, Felix Hartmann, Oliver Koch, Lukas Büchner (23. Tobias Förster). – Rückwechsel: 31. Lukas Büchner für Michael Twardy, 55. Michael Twardy für Brenneis.

Schiedsrichter: Martin Panzer (FC Bischberg).

Gelbe Karten: Bartsch, Keilholz, Pauluhn; Diemer, Schmillen.

Zuschauer: 220 (geschätzt).

Tore: 1:0 Daniel Tausch (8.), 2:0 Dennis Ketturkat (18.), 3:0 Christopher Soldner (85.).

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