TSV Frickenhausen - SC Athletik Nördlingen 0:4 (0:3)

Frickenhausen — Ein Ereignis, zwei Nachrichten: Zum einen hat der TSV Frickenhausen das Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Bayernliga durch das 0:4 gegen Nördlingen verpasst. Zum anderen wird Coach Maurizio Orofino den Verein verlassen, die Verabschiedung erfolgte vor dem letzten Saisonspiel. Vielleicht wäre ein anderer Zeitpunkt aber besser gewesen: "Durch meine und die Verabschiedung der Spielerinnen war die Mannschaft mental nicht auf dem Platz, denn Frauen reagieren in solchen Situationen sensibler als Männer", mutmaßte der TSV-Trainer über die schlechte Vorstellung seines Teams. Unterstützung bekam er dabei auch von Silke Werner, sie verlässt - ebenso wie Stefanie Theuerkaufer - den Klub zur neuen Saison: "Ich hätte mir gewünscht, dass man uns nach dem Spiel, in einem schönen Rahmen, verabschiedet hätte." Auch Theuerkaufer konnte ihr mulmiges Gefühl während der Partie nicht ablegen: "Nach 23 Jahre Fußballspielen ist es mir nicht einfach gefallen, einen Schlussstrich zu ziehen. Aber es war an der Zeit, besser wäre ich nicht mehr geworden."
Während Werner sich vorstellen kann, nach ein, zwei Jahren wieder etwas in Richtung Fußball zu machen, hat Theuerkaufer endgültig einen Schlussstrich unter das Kapitel Fußball gezogen: "Mir hat die Abschluss-Saison richtig Spaß gemacht. Wir hatten eine gute Truppe und der Trainer hat auch zu uns gepasst. Mir ist es schwer gefallen, meine fußballerische Karriere endgültig zu beenden."
Silke Werner widerspricht mancher Spekulation, wonach sie den Verein wechseln wolle: "Mein Pass bleibt in Frickenhausen. Ich habe mit acht Jahren, damals beim SC Marktbreit, mit dem Fußballspielen angefangen, kam mit 16 Jahren in die erste Mannschaft. Wenn ich wieder mit dem Kicken anfangen sollte, dann nur in dieser Mannschaft."
Und Orofino? Der Würzburger hat eine neue Aufgabe in seiner Heimatstadt gefunden, betreut künftig die U19 des Würzburger FV. Wer den TSV in der nächsten Saison trainiert, ist noch unklar. Im Gespräch ist ein erfahrener Trainer oder eine Spielertrainerin.
"Ich habe mich in Frickenhausen sehr wohl gefühlt, ich wurde akzeptiert und meine Art brachte Erfolg. Ich würde den Umbruch gerne mitmachen, aber es sind zu viele Abgänge im Gespräch. Ob dann gleichwertiger Ersatz kommt, ist fraglich." Natürlich reize die neue Aufgabe, leicht fällt der Abschied aber nicht: "Ich gehe mit einem weinenden und lachenden Auge fort. Ich hatte hier ein klasse Team mit einem super Umfeld. Ich möchte mich jedoch als Trainer weiterentwickeln, um einmal eine höherklassige Mannschaft übernehmen zu können."
Von hochklassig konnte in der Partie gegen Nördlingen nicht die Rede sein. Es war eines seiner schwächsten Saisonspiele, die der TSV Frickenhausen gegen die Gäste ablieferte. Dadurch hat der TSV damit ein Entscheidungsspiel gegen den ETSV Würzburg II um den zweiten Tabellenplatz, der zum Relegationsspiel um den Aufstieg in die Bayernliga berechtigt, verpasst. Orofino war dabei mächtig sauer auf Unterfrankens Vorzeigeschiedsrichterin Andrea Heßdörfer: "Das erste Tor war nicht nur abseitsverdächtig, sondern klar Abseits." Dieser Treffer und die emotionale Verabschiedung schien die TSV-Fußballerinnen zu lähmen.
Obwohl die Mannschaft das letzte Spiel sicherlich nicht verlieren wollte, konnte sie einfach nicht die Leistungen der letzten Spiele abrufen. Die 14 eingesetzten Spielerinnen schienen Blei in den Beinen zu haben. Die Gegnerinnen waren immer einen Schritt schneller am Ball, waren kombinationssicherer und zweikampfstärker. "Die Umstellung in unserer Mannschaft hatte Erfolg. Wir haben Frickenhausen klar beherrscht und jetzt sechs Spiele hintereinander nicht verloren. Wir wollten uns nichts nachsagen lassen, auch wenn wir nicht alle Spielerinnen an Bord hatten", freute sich Athletik-Trainer Andreas Wannenwetsch.