Marktsteft

Den guten Vorsätzen folgen keine Taten

Aufsteiger Marktsteft startet mit einer Niederlage ins Jahr 2018. Trainer Vitkovic nennt selbstkritisch die Gründe.
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Kein Durchkommen: Münchbergs Christoph Bär (links) und Simon Oberländer verteidigen konsequent gegen Marktstefts Marius Olbrich.

Vorgenommen hatten sich die Marktstefter Handballer nach einer spielfreien Pause von drei Wochen über den Jahreswechsel viel, doch nur wenig war davon bei der 23:30 (10:15)-Niederlage gegen den TV Münchberg zu erkennen. Zurecht zogen die Gastgeber den Kürzeren gegen ihre in vielen Punkten überlegenen Gäste aus dem oberfränkischen Landkreis Hof.

Das 1:0 durch Marius Olbrich per Siebenmeter nach 44 Sekunden blieb die einzige Marktstefter Führung in der gesamten Partie. Angeführt von Vit Kalas und Jan Lad im Rückraum sowie Jakub Skvaril auf der rechten Außenbahn nahmen die Münchberger das Spiel in die Hand, führten nach sechs Minuten beim 4:2 mit zwei und nach zwölf Minuten beim 8:4 bereits mit vier Toren. Das tschechische Trio, das zusammen 17 der 30 gegnerischen Tore erzielte, bekam die Marktstefter Abwehr zu selten einmal in den Griff. Die einfachen Wurferfolge des Gegners ergaben sich dabei aus einer zu statisch agierenden Verteidigung, die Skvarils Würfe von außen oder von Lad und Kalas aus dem Rückraum nicht entscheidend verhindern konnte.

Nach einer Viertelstunde war Marktstefts Rückstand bereits auf 5:10 angewachsen. „Es ist einfach zu wenig, mit nur zwei Einheiten wieder in die Liga zu starten“, führte Marktstefts Trainer Viliam Vitkovic das wenige Training als Grund für den fehlenden Spielfluss an. „Erfahrene Mannschaften können das kompensieren, aber bei uns geht das nicht“, bezog sich Vitkovic auf einen Unterschied zum seit vielen Jahren in der Landesliga spielenden Gegner. Seiner Mannschaft gelang es nicht, die robusten Abwehrspieler Münchbergs durch schnelles Spiel aus ihren Positionen zu locken, um die Lücken zu nutzen. Das eigentliche Marktstefter Spiel, nach einer konsequenten Balleroberung in der eigenen Abwehr schnell nach vorne zu stoßen, blieb auf der Strecke.

Die vielen Ballverluste brachten die Gäste ein ums andere Mal in Vorteil, die ihre Möglichkeiten auf einfache Weise nutzten. Dagegen haperte es bei den Gastgebern im Abschluss. „Wir haben versucht, nach vorne mit einem siebten Mann zu agieren, und uns dadurch auch Chancen erarbeitet, doch deren Verwertung war katastrophal“, fand Vitkovic deutliche Worte. Zwar führte das leere Stefter Tor zu keinem Gegentor, denn der aussichtsreichste Distanzwurf von Münchbergs Torhüter Lukas Hurt sprang als Aufsetzer wenige Zentimeter über die Latte, doch aus der Verunsicherung über den fehlenden Torerfolg suchten die Marktstefter schließlich mit Würfen aus zunehmend ungünstigeren Positionen den Abschluss. Auch das blieb erfolglos.

Dennoch starteten die Hausherren nach einem 10:15-Halbzeit-Rückstand schwungvoll in die zweite Halbzeit, doch nach weiteren Unzulänglichkeiten war dieser Schwung schnell verloren. „Unsere gefassten Vorsätze waren schnell vorbei“, stellte Vitkovic fest, da es seiner Mannschaft nicht gelungen war, den Rückstand in den ersten zehn Minuten nach der Pause zu reduzieren. Pech und Pannen kamen im Angriff zusammen, Fehlwürfe und Paraden von Münchbergs Torhüter Hurt verhinderten die Stefter Tore. Da der Gegner auch nach dem Seitenwechsel häufiger traf, erhöhte sich der Abstand bis zehn Minuten vor Spielende beim 17:26 sogar auf neun Tore. „Wir haben mit Umstellungen versucht, den Spielverlauf noch einmal zu ändern, aber haben über 60 Minuten nicht ins Spiel gefunden und waren zu ungefährlich“, meinte Vitkovic.

Als sich das vor allem auswärts starke Münchberg in der Schlussphase seines Sieges schließlich sicher war, verringerte Marktsteft mit seiner einzigen Drei-Tore-Serie der Begegnung durch Florian Schneider, Florian Irmler und Florian Lang zwischenzeitlich noch einmal den Rückstand. Viel Zeit bleibt den auf den vorletzten Platz nun abgerutschten Marktsteftern nach dieser Niederlage nicht, denn ihr Blick muss sich bereits auf die unmittelbar bevorstehende Aufgabe richten. Schon am nächsten Samstag gastiert mit dem MTV Stadeln ein direkter Konkurrent auf den unteren Plätzen in der Mehrzweckhalle – nun ein umso mehr richtungsweisendes Spiel für den Aufsteiger.

Landesliga Nord Männer

 

HSG Fichtelgebirge – SV Auerbach 35:28  
HSV Hochfranken – HC Forchheim 30:29  
ASV Cham – HC Sulzbach-Rosenberg 35:20  
TG Heidingsfeld – TV Helmbrechts 22:21  
TV Marktsteft – TV Münchberg 23:30  
MTV Ingolstadt – MTV Stadeln 30:28  

 

 

1. (3.) TG Heidingsfeld 13 10 1 2 393 : 279 21 : 5  
2. (1.) SG Regensburg 11 10 0 1 362 : 259 20 : 2  
3. (2.) HSG Lauf/Heroldsberg 12 10 0 2 373 : 290 20 : 4  
4. (4.) MTV Ingolstadt 13 9 0 4 388 : 345 18 : 8  
5. (7.) ASV Cham 11 7 1 3 289 : 271 15 : 7  
6. (5.) HC Sulzbach-Rosenberg 13 7 0 6 360 : 365 14 : 12  
7. (6.) TV Helmbrechts 13 7 0 6 337 : 332 14 : 12  
8. (8.) TV Münchberg 13 6 0 7 350 : 348 12 : 14  
9. (10.) HSG Fichtelgebirge 13 5 0 8 362 : 373 10 : 16  
10. (9.) SV Auerbach 12 4 1 7 325 : 353 9 : 15  
11. (11.) MTV Stadeln 13 3 1 9 327 : 407 7 : 19  
12. (13.) HSV Hochfranken 12 3 0 9 302 : 378 6 : 18  
13. (12.) TV Marktsteft 12 2 0 10 267 : 355 4 : 20  
14. (14.) HC Forchheim 13 2 0 11 316 : 396 4 : 22  

 

Die Statistik des Spiels

Handball: Landesliga Nord Männer TV Marktsteft – TV Münchberg 23:30 (10:15)

Marktsteft: Felix Lang, Ullrich; Max Reuthal, Linus Reuthal, Nico Schmidt 1, Dennis Schmidt 1, Irmler 7/2, Florian Lang 2, Schneider 1, Stefan Bayer 3, Olbrich 5/1, Thorwarth 3, Michael Bayer.

Münchberg: Hurt; Oberländer, Kalas 6/1, Breuherr 1, Schrepfer, Winterstein 1, Bär 5/2, Skvaril 5/3, Mayer 2, Lad 6, Müller 4.

Schiedsrichter: Knödler (Feuchtwangen), Wirth (Amberg).

Zuschauer: 150.

Zeitstrafen: 8:8 Minuten (Schneider 2, Max Reuthal, Michael Bayer – Oberländer, Kalas, Skvaril, Müller).

Siebenmeter: 3:6 (3:6 verwandelt).

Spielfilm: 2:3 (5.), 3:5 (10.), 5:10 (15.), 6:11 (22.), 9:13 (26.), 10:15 (Halbzeit); 12:17 (35.), 13:19 (41.), 14:22 (47.), 17:24 (50.), 20:27 (55.), 23:30 (Endstand).

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