FUSSBALL: A-KLASSE

Dem Ochsenfurter FV fehlt es an Stabilität

Die Leistungen zeigten zuletzt nach oben, doch mit dem 3:4 gegen Fuchsstadt erleben die Ochsenfurter einen Rückschlag. Trainer Jabiri weiß, woran es seinem Team mangelt.
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Verdrängungskampf: Fuchstadts Spielführer Max Lukin (links) im Duell mit dem Ochsenfurter Torschützen Alexander Hinz. Foto: Foto: Hans Will

Ochsenfurter FV – SV Fuchsstadt/Albertshausen 3:4 (2:2). Bis vor wenigen Wochen wäre das Treffen des Ochsenfurter FV mit dem SV Fuchsstadt/Albertshausen noch das Duell zweier krisengeplagter Klubs gewesen. Nachdem beide Teams einen schwachen Saisonstart hingelegt hatten, drifteten die Formkurven zuletzt jedoch auseinander. Während die Ochsenfurter einen Ausweg aus der Negativspirale fanden und dreimal in Folge siegten, rutschte Fuchsstadt mit nur einem vollen Erfolg aus sieben Partien ans Tabellenende.

Insofern durfte man das, was am Sonntag auf der Ochsenfurter Maininsel passierte, getrost als antizyklisch bezeichnen. Denn Fuchsstadt setzte sich in einem munteren A-Klasse-Spiel ohne große taktische Zwänge am Ende mit 4:3 durch und gab den letzten Platz in der Tabelle damit an Gaukönigshofens Reserve weiter.

Zunächst hatte im Spiel allerdings wenig auf einen Fuchsstadter Befreiungsschlag gedeutet. Die Gastgeber begannen mit den jüngsten Erfolgserlebnissen im Rücken forscher und zogen nach einer knappen Viertelstunde in Führung. Dennys Roths Versuch hatte die Gästeabwehr noch geblockt. Doch den Abpraller verwertete Alexander Hinz zum 1:0 (14.). Wer damit gerechnet hatte, die Heimelf würde nun weiter Schwung aufnehmen und die Handlung klar dominieren, sah sich getäuscht. Statt sich verunsichert in sein Schneckenhaus zurückzuziehen, wie es ein Tabellenschlusslicht nicht selten praktiziert, suchte der Aufsteiger mutig seine Chance.

Die Fuchsstädter hielten sich nicht mit Mittelfeldgeplänkel auf, sondern versuchten, mit Steilpässen Tiefe zu gewinnen – und wurden letztlich für ihren kecken Vortrag belohnt. Als die OFV-Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone brachte, jagte Nikolas Krug die Kugel aus der Distanz zum 1:1 unter die Latte (21.). Fünf Minuten vor der Pause gelang Yevgeny Labkov sogar die Führung, die Robin Weppert allerdings prompt konterte: mit dem Ausgleich noch vor Seitenwechsel (43.).

OFV-Coach Kabil Jabiri, der selbst auflief, sah die Gäste dennoch im Vorteil. Diese seien wacher und bissiger gewesen als sein Team. Indizien dafür lieferten speziell die ersten Minuten des zweiten Durchgangs. Die Ochsenfurter erlaubten sich zwei kapitale Ballverluste in der eigenen Hälfte, die Fuchsstadt in Person von Felix Meis jeweils kühl nutzte. „Ausschlaggebend war heute, dass wir weniger Fehler gemacht haben“, sagte SV-Trainer Martin Schlossarek. Den Sieg der Seinen stufte er im Gegensatz zum Kollegen Jabiri dennoch als glücklich ein.

Die zweite Hälfte habe ihm nicht gefallen, sagte Schlossarek. In der Tat der Aufsteiger den Platzherren nach Meis? Doppelschlag zu viele Möglichkeiten gestattet. Doch die Männer von der Maininsel ließen es im Abschluss an Effizienz vermissen. Für Jabiri war das auch eine Frage der Fitness. Wegen der nach wie vor dürftigen Trainingsbeteiligung mangele es vielen Spielern an Kraft für neunzig Minuten. „Mir ist es auch ein Rätsel, warum sie nicht zum Training kommen“, sagt Jabiri. Als Trainer könne er aber nur an die Spieler appellieren, dass auch in der A-Klasse eine gewisse Grundfitness vonnöten sei. Gegen Fuchsstadt reichte die Power diesmal nur noch zum Anschlusstor durch Sebastian Wirschings verwandelten Foulelfmeter (83.).

Dabei hatte Jabiris Ansprache nach dem 0:10-Debakel gegen Kirchheim in den vergangenen Spielen seine Wirkung nicht verfehlt. Tacheles habe er geredet und eine Reaktion von der Mannschaft gefordert. Die bekam er in Form dreier Siege am Stück, bei denen das Team die von ihm geforderten Grundtugenden wie Einsatz, Wille und Kampf zeigte. Die Partie am Sonntag zeigte dann, dass das Gesamtgebilde in Ochsenfurt noch recht fragil zu sein scheint. Der OFV befindet sich noch auf der Suche nach Stabilität. Das gilt zwar auch für den SV Fuchsstadt, aber der kann erst einmal aufatmen. „Endlich hatten wir das Glück mal auf unserer Seite,“ freute sich Martin Schlossarek am Ende über den erst zweiten Saisonerfolg seiner Mannschaft.

Ochsenfurt: Wetzstein – Fischer, Dehner, Macht, Jabiri, Krause, Wirsching, Hinz, Türker, Roth, Weppert. Eingewechselt: Schürger (46.), Mohr (53.), Kritsiniotis (61.).

Fuchsstadt: Sengfelder – Meis, Krug, Bopp, Tyskevic, Kleinschroth, Keszek, Denk, Jeremenko, Labkov, Lukin. Eingewechselt: Alasaad (55.), Schöffl (58.).

Schiedsrichter: Willi Müller (Margetshöchheim). Zuschauer: 50. Tore: 1:0 Alexander Hinz (14.), 1:1 Nikolas Krug (21.), 1:2 Yevgeny Labkov (40.), 2:2 Robin Weppert (43.), 2:3, 2:4 Felix Meis (48., 53.), 3:4 Sebastian Wirsching (83., Foulelfmeter). Gelb-Rot: Nikolas Krug (Fuchsstadt, 88., wiederholtes Foulspiels).

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