Ob die Freien Turner in dieser Saison eine andere Mannschaft sind als unter Ernst Gehling, weiß Abtswinds Trainer Thorsten Götzelmann zwar nicht. Eines aber ganz genau. „Es war stets ein mulmiges Gefühl, gegen Gehlings Mannschaft spielen zu müssen. Er hat sich immer etwas Besonderes für den Gegner einfallen lassen.“ Das Denkmal der Freien Turnier hat sein Traineramt nach 23 Jahren an Thomas Freund übergeben und bekleidet seitdem die Funktion des Sportleiters. Auch wenn Götzelmann den Gegner in dieser Saison noch nicht beobachtet hat, steht für ihn fest: „Der Fuchs Gehling fehlt den Schweinfurtern!“

In Gehlings Abschieds-Saison hatte die Mannschaft nach 16 Spielen 25 Zähler auf dem Konto. Momentan sind es zehn weniger. Die Ansprüche waren aber auch geringer. Der Klassenerhalt war und ist das erklärte Ziel an der Maibacher Höhe. „Ich brauche gar nicht tabellarisch rumzueiern. Wir sind eindeutig in der Favoritenrolle. Der müssen wir allerdings auch erst gerecht werden“, warnt Götzelmann vor dem Gastgeber.

Auch gegen Frammersbach war der Tabellendritte favorisiert und löste seine Aufgabe auch (2:0), aber: „Einige meiner Spieler waren nach dem Schlusspfiff überrascht von der Stärke des Gegners.“ Mit so etwas rechnet Abtswinds Trainer auch diesmal. Seine Mannschaft fühle sich aber auf großen Plätzen wohler, wenn sich der Konkurrent auf die Defensive verlegt. Schweinfurts Spielfeld ist in jedem Fall größer. „Ich hoffe, dass uns das entgegenkommt.“

Nachlegen wollen die Kitzinger Bayern nach ihrem ersten Heim-Dreier am vergangenen Samstag. Interimstrainer Joachim Hupp sprach nach zuletzt vier niederlagenfreien Spielen mit dem Erfolg gegen Stegaurach als Höhepunkt von einer „noch positiveren Stimmung“ beim Training. „Noch vor Wochen war es nicht zu erwarten, dass wir so nahe beieinander liegen“, freut sich Hupp vor dem Spiel in Leinach.

Nach acht Saisonspielen wies die Bilanz der Leinacher als damaliger Tabellendritter fünf Siege, ein Unentschieden, zwei Niederlagen, 15:9 Tore und 16 Punkte auf. Nach weiteren acht Partien ist gerade einmal ein Sieg (2:0 bei Schweinfurt 05 II) hinzu gekommen. Die restlichen sieben Begegnungen wurden verloren, teilweise heftig sogar, wie das dabei erzielte Torverhältnis von 10:26 beweist.

Kitzingens Leistungskurve zeigte in die andere Richtung. Das damalige Schlusslicht (null Siege, drei Unentschieden, vier Niederlagen, ein Spielausfall) hat seine Bilanz mittlerweile verbessert. Zwei Siege kamen hinzu, fünf Unentschieden und nur noch zwei Niederlagen. Insofern sind die Leinacher durchaus in Schlagweite. Denn: „Optimal wäre es, wenn wir zur Winterpause über dem Strich stehen würden“, formuliert Joachim Hupp knallhart sein kurzfristiges Ziel. Soll heißen auf einem Nichtabstiegsplatz. texte: wro