Fussball-Bezirksliga Ost

Das Spitzenspiel verkümmert zur Nullnummer

Kein Glanz, keine Tore: Wiesentheid und Unterpleichfeld liefern sich ein Spitzenspiel, das seinen Namen nicht verdient. Die beiden Trainer kümmert das wenig.
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Von der Sonne geblendet, nicht vom Spiel: Die Wiesentheider Dominik Hochrein (links) und Mike Winges. Foto: Foto: Hartmut Hess

80 Zuschauer sind keine würdige Kulisse für ein Spitzenspiel der Bezirksliga. Doch von einem Spitzenspiel konnte am Samstag auch nicht die Rede sein, als sich der Tabellendritte TSV/DJK Wiesentheid und Spitzenreiter TSV Unterpleichfeld begegneten. Eine Halbzeit lang hatten beide Mannschaften Abwehrbeton angerührt, und nach der Pause häuften sich technische Fehler. Die Partie verkam zur Nullnummer, die sich als reiner Etikettenschwindel entpuppte – in diesem Kontext war die Zuschauerresonanz schon eher würdig.

Die erste Halbzeit bot Fußball zum Abgewöhnen und keine echte Torchance in 45 Minuten. „Wir sind vergangene Woche 90 Minuten angerannt und leer ausgegangen“, lieferte Unterpleichfelds Trainer Andreas Redelbeger eine Erklärung für den überaus verhaltenen Auftritt seiner Elf. Einzig die Chance Manuel Örtels in der zweiten Halbzeit sprang für die Gäste heraus – sonst sah es mau aus um ihre Produktivität. „Wir haben im Moment ein schlechte Phase“, sagte Redelberger hinterher und umschrieb den Auftritt seiner Schützlinge mit „wenig Saft im Spiel“.

Ein Torschuss Unterpleichfelds, ein Kopfballversuch der Wiesentheider – das waren schon die Höhepunkte einer Halbzeit, in der sich das Meiste in einem Band von 15 Metern links und rechts der Mittellinie abspielte. Drei Meter Raumgewinn, Querpass, weiterer Querpass, Zweikampf, das Leder zurück zum Torwart – in diesem Strickmuster lief die Handlung weitgehend ab.

Kombinationen, Überraschungsmomente, Dribblings, öffnende Diagonalbälle – von alledem war nichts zu sehen. Otto Rehhagel, der einst die kontrollierte Offensive hoffähig gemacht hatte, wäre vor Neid erblasst, hätte er diese Begegnung gesehen. Gäste-Torwart Stefan Kraus war zwar oft geblendet, aber nicht von den Wiesentheider Offensivkünsten, sondern nur von der tief stehenden Sonne. Ganz 43 Minuten brauchten beide Mannschaften, ehe die Gäste den ersten und einzigen Eckball vor dem Wechsel herausgespielt hatten. Was für eine Offensivbilanz! „Das soll ein Spitzenspiel sein, du lieber Mann“, kommentierte ein Zuschauer die Tristesse auf dem Rasen an der Untersambacher Straße. Dieser Kommentar sagte viel.

Die spärlich erschienen Zuschauer sahen die erste klare Torgelegenheit nach dem Seitenwechsel in der 50. Minute. Dabei wehrte Gästetorwart Stefan Kraus den Schuss Jona Riedels noch zur Ecke ab. Nach 65 Minuten hatte Riedel bei einem Konter erneut die Chance, Wiesentheid in Führung zu bringen, er scheiterte aber erneut. Als Markus Popp nach 78 Minuten in einen Flankenball grätschte, lag den Fans der Torschrei auf den Lippen. Doch das Leder strich über die Latte. „Wir haben mit zu großem Respekt gespielt“, stellte Wiesentheid Trainer Dominik Hochrein fest, der wie sein Pendant Redelberger mit dem Punkt leben konnte. „Doch bei drei zu eins Chancen, hätten wir gewinnen können“, fand Hochrein und bedauerte, dass Jona Riedel bei seiner größten Gelegenheit nicht noch zwei Schritte bis zum finalen Abschluss gemacht hatte. Beide Trainer versuchten mit mehreren Wechseln noch einmal Impulse zu setzen. Am Ergebnis änderte das nichts.

Die Wiesentheider mussten am Samstag zwar die Oberschwarzacher in der Tabelle vorbeiziehen lassen, was Dominik Hochrein aber kaum störte. Er verwies auf den großen Umbruch vor dieser Saison, der erst einmal zu bewältigen gewesen sei beim TSV-DJK Wiesentheid. „Dafür stehen wir jetzt gut im Rennen“, sagte der Trainer, dessen Mannschaft mit 27 Punkten jetzt schon mehr Zähler geholt hat als zur gleichen Zeit vor Jahresfrist. Auf Platz vier kurz vor Rundenhalbzeit, das passt Hochrein gut ins Konzept und damit lässt sich für ihn gut leben.

Die Statistik zum Spiel

TV/DJK Wiesentheid – TSV Unterpleichfeld 0:0

Wiesentheid: Jan Nirsberger; Jonathan Popp, Marcus Klein (23. Linus Holzmann), Daniel Holzmann, Christian Enzbrenner, Daniel Schmidt, Kai Zierock, Markus Popp, Markus Pfeufer, Martin Seitz (76. Jonas Dornberger), Jona Riedel (68. Sven Friedrich).

Unterpleichfeld: Stefan Kraus; Nino Wagner, Simon Friedrich, Johannes Göbel, Andreas Zehner (46. Dominik Oßwald), Manuel Örtel (70. Frank Salwiczek), Leon Vollmuth, Christoph Friedrich, Julian Horn, Andreas Flockerzi, Andreas Fernando (70. Matthias Karl).

Schiedsrichter: Andreas Wörtmann (Wülflingen).

Zuschauer: 80.

Gelbe Karten: Zierock, Pfeufer; Göbel, Friedrich.

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